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Legende: Video Einheitliche Standards für nachhaltige Milch gefordert abspielen. Laufzeit 01:51 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.04.2019.
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Für einheitliches Gütesiegel Wieviel darf «faire» Milch kosten?

73 Liter Milch trinken Herr und Frau Schweizer jährlich pro Kopf. Auch zukünftig soll diese Milch nachhaltig und aus der Heimat sein. Doch der hohe Standard hat seinen Preis: «Wir haben diverse Mehrwerte auf Schweizer Milch, mit denen wir uns vom Ausland abheben», sagt Hanspeter Kern, Präsident der Schweizer Milchproduzenten. Diese Mehrwerte hätten die Produzenten Geld gekostet, und das solle abgegolten werden.

An der heutigen Delegiertenversammlung verlangten die Schweizer Milchproduzenten einen neuen einheitlichen Branchenstandard. Den Bauern soll dieser Standard drei Rappen mehr pro Liter Milch in die Kasse bringen.

Verschiedene Gütesiegel stiften Verwirrung

Das bedeutet Mehrkosten für Grossverteiler wie Coop und Migros. Diese verweisen auf ihre eigenen Nachhaltigkeitslabels, für welche die Milchbauern schon jetzt entschädigt werden. Denn Gütesiegel für einen bestimmten Standard sind zahlreich, beispielsweise Wiesenmilch, Bio- oder Heumilch. «Solche Labels machen es dem Konsumenten nicht leicht», sagt Eva Hirsiger, Projektleiterin Organisation Praktischer Umweltschutz. Sie überprüft regelmässig Gütesiegel auf deren Inhalt. In der Schweiz gebe es bereits über 70 Lebensmittellabels. Für den Konsumenten sei es schwierig, den Überblick zu behalten, sagt Hirsiger.

Die Milchproduzenten verteidigen den neuen Standard. Er garantiere Qualität aus der Schweiz. Das schätze auch der Konsument, sagt Kern: «Alle Umfragen haben ergeben, dass der Konsument bereit ist, Leistungen, die der Produzent zusätzlich erbringt, zu bezahlen.»

Konsument hat die Qual der Wahl

Kriterien für nachhaltige Milch legt die Branchenorganisation für Milch (BOM) fest: So müssen zum Beispiel die Milchkühe zweimal täglich gemolken werden und Milchkuhfutter darf weder Palmöl noch Palmfett enthalten.

Wieviel soll also ein «fairer» Standard kosten? Am zweiten Mai wird die Delegiertenversammlung der BOM über die Preiserhöhung und die Kriterien für nachhaltige Milch entscheiden. Dem Konsumenten bleibt am Schluss vor allem eines: noch mehr Auswahl.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli Lang (Wochenaufenthalter)
    Es wirkt ein bisschen komisch, wenn nachhaltige Milch, Milch von Kühen sein soll, die zweimal täglich gemolken werden und kein Palmöl oder -fett fressen. Ich würde sagen, so was nennt man den Konsumenten für blöd verkaufen! Aber es ist mit vielem so, das sich BIO, knospig oder sonstwie nennt. Der Biodiversivität und Natur ist fast alles was mit der Schweizer Landwirtschaft zu tun hat, mit oder ohne Läbeli, Knöspeli oder sonstwas, ziemlich abträglich. Nachhaltig geht mit Subventionen nicht!
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    1. Antwort von nathalie wernz (Frau Wer)
      Aha (...) dann verraten sie uns doch bitte was in ihren Augen 'nachhaltig' wäre? Und auch noch widersprüchlich: keine 'Subventionen' (richtig 'Direktzahlungen') bedeutet ja eben gerade, dass der Endverbraucher einen kostendeckenden Preis bezahlen würde = weis nicht, aber wahrscheinlich mind das Doppelte vom heutigen...?!
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  • Kommentar von Verena Eberhard (Verena Eberhard)
    Ich kaufe seit langem Bio Milch und dafür zahle ich gerne etwas mehr und ich kaufe nur Milchprodukte aus der Schweiz.
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  • Kommentar von Nick Schaefer (Nick Schaefer)
    Der SMP Swissmilk Milchpreisindex steht bei 60 Rp/kg.
    Im Laden kostet die billigste Milch 1.20, normal sind 1.40 bis 1.80!

    Solange die Milch beim Grossverteiler immer noch mehr als doppelt so viel kostet, wie der Bauer bekommt, solange kann der Grossverteiler die ökologischen Kosten locker über seinen bis anhin massiv überhöhten Profit in seiner Verkaufsmarge von mehr als 70 Rp abdecken.
    In Deutschland ist diese Differenz zwischen Produzentenpreis und Ladenpreis nur 10-20 Rp !!
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    1. Antwort von nathalie wernz (Frau Wer)
      Gehen sie mit dem 'Milchpintli' in der Chäsi die Milch kaufen? Ich kenne die Zahlen der Grossverteiler nicht, kann aber aus Perspektive des (bio) Detailhändlers engegenhalten: wir leisten uns eine extem aufwändige Logistik (der Kunde will IMMER,ÜBERALL,ALLES), dies führt zu Überschuss (Abschreiber-foodWaste..)Der Weg vom Produzenten ins 'Regal' führt über ein komplexes Vertriebssystem..auf allen Ebenen kommen Löhne, Infrastruktur, Transport dazu + Verpackung + Marketing..gross Gewinn ist nicht
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