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Fürstentum-Frust Keine Coop-Karte mehr für die Liechtensteiner

Legende: Audio Fürstentum-Frust: Keine Coop-Karte mehr für die Liechtensteiner abspielen. Laufzeit 02:43 Minuten.
02:43 min, aus Espresso vom 23.11.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Herausgeberin der Coop-Kreditkarte wechselt von Swisscard (CS) zu Topcard (UBS).
  • Bisherige Besitzer müssen wie Neukunden einen neuen Kartenantrag stellen.
  • Wer im Fürstentum Liechtenstein wohnt, bekommt die neue Karte nicht mehr.

Liechtensteiner und Schweizer, die im Fürstentum wohnen, melden sich erstaunt bei «Espresso», dem Konsumentenmagazin von Radio SRF 1. Sie erhielten Werbepost von Coop, füllten den beigelegten Kartenantrag aus – und erhielten darauf eine Absage: «Unter Berücksichtigung der regulatorischen Rahmenbedingungen (Restriktionen für grenzüberschreitende Geschäftsaktivitäten, Datenschutz- und andere gesetzliche Bestimmungen im Ausland) wurde entschieden, die neuen Supercard Kredit- und Prepaidkarten nur Kunden mit Wohnsitz in der Schweiz anzubieten.»

Erboste Betroffene sind empört darüber, dass sie nun keinen Anspruch mehr auf die Coop-Kreditkarte mehr haben. Sie schreiben von «Missstand», «fehlendem Fingerspitzengefühl» und dass es zum «zum Haare Raufen sei ob dieser fehlenden Kundenbindung und Wertschätzung».

Damit entsteht nun die absurde Situation, dass Coop-Kunden aus der Schweiz in einer Coop-Filiale in Liechtenstein mit einer Coop-Kreditkarte einen Rabatt in Form von Superpunkten erhalten, Einheimische haben jedoch diese Möglichkeit nicht.

Staatsvertrag von 1923

Dass der Ärger im benachbarten Fürstentum gross ist, erstaunt nicht. Schliesslich haben die beiden Länder in einem Freundschaftsvertrag abgemacht, dass das Leben in ihrem Grenzraum möglichst unkompliziert stattfinden solle.

Dazu ein Auszug aus dem Staatsvertrag 1923 zwischen dem Liechtensteiner Fürsten und dem Schweizer Bundesrat: «…vom Wunsche beseelt, die zwischen der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein bestehenden freundschaftlichen Beziehungen fester und inniger zu gestalten.»

Zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und der Schweiz gibt es keine Grenzkontrollen und eine weitreichende Zusammenarbeit bei Verkehr, Bildung oder etwa Infrastruktur.

Für Neukunden auch keine Cashback-Karte

Doch nicht nur bei der neuen Coop-Kreditkarte geht leer aus, wer – neu – im Fürstentum wohnt. Auch die neue Cashback-Kreditkarte der bisherigen Coop-Partnerin Swisscard gibt es nur für bestehende Kartenbesitzer mit Wohnsitz im Fürstentum Liechtenstein. Für neue Kunden wird auch diese Karte in Liechtenstein nicht angeboten.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Sascha Freitag (SF)
    Probleme mit Regulatorien werden immer mehr kommen. Nach 14 Jahren Businessaccount bei Paypal hab ich wegen neuen europäischen Regulatorien das Konto gelöscht. Irgendwann ist genug mit Strangulierung der Geld bringenden Kundschaft.
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  • Kommentar von b. glaset (glaset)
    Wer braucht die noch? Zudem noch CHF 1.95 für die Rechnung per Post! Ich verzichte freiwillig auf diese Karte. Es ist ein grausames Uebel, dass alle für das Rechnung per Papier nach Hause schicken CHF 1.95 verlangen! Wo bleibt da der Kundenservice? Zudem wollen und können viele gar keine Internetrechnungszustellung haben. Die werden alle abgestraft.
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  • Kommentar von Patrik Müller (P.Müller)
    Übergeordnetes Recht verunmöglicht hier also eine bisher absolut problemlose Praxis. Zwischen zwei unabhängigen Staaten. Man darf raten woher die "regulatorischen Bestimmungen" herkommen. Wohl käumlich von der Kreditbank die mit der Karte geschäftet hat... Dieser Superpunkt geht an die Engländer!
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