Zum Inhalt springen

Header

Audio
Stau vor dem Zollübergang in Chiasso: Die digitale Abwicklung lässt auf sich warten
Aus HeuteMorgen vom 22.09.2021.
abspielen. Laufzeit 02:38 Minuten.
Inhalt

Geduldsprobe am Zoll Abgase, Lärm und genervte Anwohner in Chiasso

  • Seit der Lockerung der Corona-Massnahmen fahren rekordmässig viele Lastwagen und Autos Richtung Süden nach Italien.
  • Für die Tessiner Grenzstadt Chiasso ist das ein Riesenproblem. Denn durch den starken Ferienverkehr stauen sich die Lastwagen noch mehr als gewöhnlich.
  • Die Folge: noch mehr Abgase und Lärm. Und mit ein Grund: Der Zollübergang ist der letzte, der noch nicht papierlos den Verkehr abwickelt.

Die Situation sei unerträglich und unnötig, sagt Giovanni Pezzotti, FDP-Kommunalpolitiker von Chiasso. «Der Verkehr schadet der Bevölkerung und auch dem Image von Chiasso. Viel wäre gewonnen, wenn sich die Lastwagen nicht derart stauten.»

Man müsste dafür einfach das Prozedere für den Transit vereinfachen wie in Genf oder Basel, erklärt Pezzotti. Dort gebe es eine App und keine Bürokratie wie in Chiasso.

Auch LKW-Fahrer ärgern sich

Zu Fuss geht es für Lastwagenfahrerinnen und Lastwagenfahrer über die Grenze nach Italien. In der Hand: viel Papier. Damit geht es dann zu verschiedenen Büroschaltern. «Die Sache ist stressig, das Transitverfahren dauert hier zwei Stunden, in Basel ist es viel kürzer», beschreibt ein Lastwagenfahrer die Situation.

Der Verkehr schadet der Bevölkerung und auch dem Image von Chiasso
Autor: Giovanni Pezzotti FDP-Kommunalpolitiker von Chiasso

In Chiasso dauere zwei Stunden, was an anderen Schweizer Grenzübergängen 20 Minuten dauere, bestätigt auch Kommunalpolitiker Pezzotti. Der Speditionsfachmann fordert deshalb zusammen mit anderen FDP-Parteikollegen, dass das Lastwagentransitprozedere in Chiasso auf den neusten technischen Stand gebracht wird.  «Warum sorgt die Schweiz nicht dafür, dass der Partner Italien die nötige Technologie bereitstellt, um die Verfahren schnell elektronisch abzuwickeln?», fragt sich Pezzotti.

Geduld ist gefragt

Ist wirklich Italien Schuld am Lastwagenstau im Süden? Nein, sagt darauf ganz ausdrücklich die Sprecherin der eidgenössischen Zollverwaltung Nadia Passalacqua. Die Zusammenarbeit mit Italien funktioniere sehr gut.  Sie betont, dass die vorgesehenen Lastwagenprozedere für die ganze Schweiz die gleichen seien.

Wir von der Zollbehörde arbeiten auf Hochdruck und haben schon viel erreicht.
Autor: Nadia Passalacqua Sprecherin der eidgenössischen Zollverwaltung

Der Transitverkehr sollte überall, also auch Chiasso, digital abgewickelt werden. Der Bund startete dafür vor drei Jahren ein entsprechendes Projekt. Doch warum funktioniert in Basel die Technik, während in Chiasso noch das Papier hin und her getragen wird?

So etwas brauche halt Zeit, sagt Passalacqua. Man müsse mit allen Beteiligten sprechen, auch sei die Infrastruktur nicht überall die gleiche. «Wir von der Zollbehörde arbeiten auf Hochdruck und haben schon viel erreicht», betont die Behörden-Sprecherin.

Im Tessin dauert es offenbar länger diese Infrastruktur einzurichten. Was die genauen Gründe dafür sind, ist unklar. Immerin: Bis in drei Jahren  soll gemäss Angaben der Zollverwaltung auch im Süden der Schweiz der Lastwagentransit ohne Papierkrieg möglich sein. Die Menschen in Chiasso müssen sich also in Geduld üben.

HeuteMorgen, 22.09.2021, 06:00 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Monika Mitulla  (momi)
    Die Lastwagenbranche hat einen enormen Auftrieb erlebt durch die Schliessung von Lagern. Weil niemand mehr ein Lager betreibt, werden Güter auf Bestellung produziert und geliefert. Heute, in der Corona Krise, kommen deshalb ganze Wirtschaftszweige ins strudeln. Mir hat einmal ein grosser Produzent gesagt: "Unser Lager befindet sich auf der Autobahn."
  • Kommentar von Michele Brugnatti  (Michele.Brugnatti)
    Es geht unmöglich dass wir eine Transitzone für LKWs sind! Und alles wegen Italien (sie wollen nicht ihre Güter durch Zug transportieren lassen: nur Lkws). Wir müssen etwas unternehmen und zwar: LKWs auf Züge. Sonst kein Einkommen in der Schweiz! Punkt!
  • Kommentar von René Balli  (René Balli)
    Der überbordende Verkehr ist das Problem, schon seit Jahrzehnten! Auch bei den Klimamassnahmen ist der Verkehr die Knacknuss, das wird auch mit E-Mobilität so bleiben.
    Weniger Autos ist die einzige Lösung!
    1. Antwort von Lukas Gubser  (Mastplast)
      Unrealistisch bei immer mehr Menschen.