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Schweiz Geld vom Bund für höheren Berufsabschluss

Anders als Studierende an der Uni müssen Absolventen einer höheren Berufsbildung ihre Ausbildung meist selber finanzieren. Das will der Bund ändern. Neben der finanziellen Hilfe soll auch die bessere Vergleichbarkeit der Abschlüsse zu einer Stärkung der Berufsbildung beitragen.

Legende: Video Bundesrat will gerechtere Finanzierung der Berufsbildung abspielen. Laufzeit 1:29 Minuten.
Aus Tagesschau vom 27.08.2014.

Derzeit schliessen in der Schweiz etwa 18'000 Personen pro Jahr eine höhere Berufsbildung (HBB) mit einer eidgenössischen Prüfung ab. Im Vergleich zu Hochschulabgängern tragen diese Absolventen von den Kosten rund einen Drittel mehr selbst. Der Bundesrat möchte sie deshalb finanziell entlasten.

Er hat dazu ein entsprechendes Massnahmenpaket genehmigt. Wie hoch der Bundesbeitrag zur Unterstützung der HBB-Absolventen ausfallen soll, hat er noch nicht entschieden. Vor den Medien in Bern nannte Bundesrat Johann Schneider-Ammann eine Spannweite von 60 bis 100 Millionen Franken pro Jahr.

Der Schweizerische Gewerbeverband (sgv) hatte dafür 400 Millionen Franken gefordert. Das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) muss nun bis Ende Jahr einen Vernehmlassungsentwurf erarbeiten, um den Vorschlag zu konkretisieren.

Bessere Chancen im weltweiten Wettbewerb

Neben der finanziellen Unterstützung soll auch die bessere Vergleichbarkeit der Abschlüsse zu einer Stärkung der schweizerischen Berufsbildung beitragen. Dies besonders im Hinblick auf den internationalen Arbeitsmarkt und die Mobilität.

Künftig soll jeder Schweizer Berufsbildungsabschluss in eines von acht Niveaus eingestuft werden. Zudem wird für jeden Abschluss der beruflichen Grundausbildung eine Zeugniserläuterung und für jeden Abschluss der höheren Berufsbildung ein Diplomzusatz erstellt. Diese enthalten allgemeinverständliche Informationen zum Abschluss. Ferner soll intensiver für die höhere Berufsbildung geworben werden.

Gegen «Verakademisierung» der Bezeichnungen

Mit dem eingeschlagenen Kurs bestätigt der Bundesrat seine ablehnende Haltung gegenüber der Einführung neuer Titel wie einem «Professional Bachelor» oder «Professional Master» in der höheren Berufsbildung. Durch eine Vermischung akademischer und beruflicher Abschlussbezeichnungen würde der Informationsgehalt der verschiedenen Titel abnehmen, heisst es in der Mitteilung des WBF.

Widerstand der Räte

Mit der Frage der Subventionen hat sich auch das Parlament bereits befasst: Stipendien für die höhere Berufsbildung haben National- und Ständerat aus der Revision des Ausbildungsbeitragsgesetzes gestrichen. Im Juni hat der Nationalrat zudem eine Motion gutgeheissen, mit der er neue Titelbezeichnungen für die höhere Berufsbildung fordert.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Halbeisen, Bronschhofen
    Im Moment ist die Tendenz die, dass man die Diplome aufbläht, Berufe mit einer Berufslehre werden zu "Mastern" oder doch wenigstens "Bachelors" aufgebläht, ohne dass substantiell mehr geleisetet wird. Billiger als eine seriöse Ausbildung ist das grossflächige Verteilen von Titeln, deren Wert dadurch immer geringer wird.
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  • Kommentar von P. Stalder, Luzern
    Nach meinem Berufsabschluss vor 35 J. habe ich mich stets berufsbegleitend (abends u. WE) weiter gebildet. Die Weiterbildungskosten waren rund 80'000 CHF. u. Verzicht auf Ferien/Freizeit. Vom Staat erhielt ich keinen Franken, ich durfte nicht mal die Weiterbildungskosten bei den Steuern abziehen, Begründung: "Dies sind Ausbildungskosten u. keine Weiterbildungskosten"; was schlicht gelogen war! Fazit: Der Staat soll fördern, u. die Geförderten sollen es später zurückzahlen (akt. Eink.>1/4 Mio.)
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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Jetzt erst merken die das. Und bis etwas endlich mal umgesetzt wird, wird es noch sehr lange dauern. Die Wirtschaftsverbände wollen sich da ja doch noch aus der gesellschaftlichen Verantwortung stehlen wollen und nichts dazu beisteuern, wie sie es übrigens immer tun. Ach ja , 60 - 100 Mio ist viel zu wenig !!!
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    1. Antwort von M.Kaiser, Rebstein
      Herr Haller, da haben sie absolut Recht , zumindest haben sie es nun bemerkt , ich schreibe das schon seit 2 Jahrzehnten, wie wichtig diese Förderung ist -die Herren der Wirtschaft haben immer auf die Karte vom Einkauf im Ausland gesetzt, nun merken sie dass dieser Zug abgefahren ist aber wollen sich immer noch auf Kosten des Steuerzahlers ausruhen . Die Summe von 100 Mio reicht max für 500 Auszubildende, ja nicht zu viel versprechen , wichtig ist, dass man sagen kann wir tun ja etwas .Alibi?
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    2. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      M.Kaiser: Vom Ausland her die "Fachkräfte" abwerben bzw. einkaufen, ist eben billiger. Und wenn's zu viele davon hat, kann man diese ja einfach entlassen und bei Bedarf wieder frisches Fleisch aus dem Ausland nachhohlen. Während die Ansässigen meist schon (ua. auch altershalber) ausgesteuert und ausgegrenzt sind. Die MEI war schon richtig. Und wenn sie es nicht begreifen, sollte die ECOPOP nachgeliefert werden. = Damit hätte (zB.JSA) echt bekommen was er wirklich leistungsmässig verdient hat !
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