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Geldwäscherei Wohin schmutziges Geld verschwindet

Geld verbindet viele Verbrechen wie ein unsichtbares Netz. Wer die Spuren verfolgen will, muss denken wie die Täter. Werden die Geldflüsse unterbrochen, trifft das Kriminelle besonders hart.

Die Staatsanwaltschaft Zürich betrachtet Geldwäscherei als Kern der organisierten Kriminalität und geht mit der Strategie «Follow the money», also «Folge dem Geld», gezielt dagegen vor. Im letzten Jahr ermittelte sie in über 1200 Geldwäscherei-Verfahren und beschlagnahmte dabei einen zweistelligen Millionenbetrag.

Ermittler und Ermittlerinnen nennen kriminell verdientes Geld auch schmutziges Geld. Und dieses Geld muss gewaschen werden. Aber wie gelingt es Kriminellen, ihr schmutziges Geld in den regulären Wirtschaftskreislauf zu bringen?

Meldungen von Geldwäscherei nehmen zu

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Die MROS ist die Meldestelle für Geldwäscherei in der Schweiz. 2025 gingen bei der MROS 21'087 Verdachtsmeldungen ein (+39,3 %), so viele wie noch nie – im Schnitt 82 pro Werktag. Seit 2020 hat sich das Volumen fast vervierfacht. 91,3 % der Meldungen stammen aus dem Bankensektor. 1375 Fälle wurden an Strafverfolger weitergeleitet (+31,5 %).

Eine zentrale Frage für die Staatsanwaltschaft, denn gelingt es, eine Geldwäschereistruktur zu zerstören, sei das «eine sehr effiziente Form der Kriminalitätsbekämpfung», schreibt die Zürcher Staatsanwaltschaft in ihrem Jahresbericht.

Manchmal werde sogar zuerst Geldwäscherei entdeckt – und das führe dann zur Aufdeckung weiterer Straftaten, etwa Drogen- oder Menschenhandel. Wie Kriminelle vorgehen, um Geld zu waschen, zeigt die Behörde ganz konkret in ihrem jüngsten Jahresbericht auf.

So wird Geld unsichtbar

Da gibt es Kriminelle, die das Geld vergraben und zuwarten. Ein weiteres Vorgehen ist die Gründung von Briefkastenfirmen im Ausland, um das Geld über mehrere Stationen weiterzuleiten und zu verschieben. Dadurch wird es für Ermittler schwer nachvollziehbar, woher das Geld stammt.

Eine weitere Methode ist der Transfer ins Ausland über ein sogenanntes Hawala-System (arabisch für Überweisung oder Transfer) – ein informelles Geldnetzwerk ausserhalb von Banken, das meist mit Bargeld funktioniert. Auch scheinbar legale Firmen helfen beim Waschen von Geld: Mit Buchhaltungstricks schleusen sie es in den legalen Kreislauf – besonders in Branchen mit viel Bargeld wie Gastronomie, Autohandel oder Bordelle.

Sonderfall Schweiz

Die Schweiz sei beliebt bei Geldwäschern, schreibt die Staatsanwaltschaft, denn in die Schweiz kann Bargeld unbegrenzt ein- und ausgeführt werden, ohne Deklarationspflicht – erst ab 10'000 Franken muss auf Nachfrage die Herkunft erklärt werden.

Person hält Bündel von 1000-Franken-Scheinen.
Legende: Die Schweiz hat mit der 1000er-Note die weltweit wertvollste Banknote, welche weiterhin aktiv gedruckt und im Alltag verwendet wird. Keystone/MARTIN RUETSCHI

Auch im Inland gelten hohe Limiten: Händler müssen erst ab 100'000 Franken die Identität festhalten. Zudem bleibt die 1000er-Note im Umlauf – im Gegensatz zur EU, die grosse Scheine abgeschafft hat. Kein Wunder, so die Zürcher Staatsanwaltschaft, stünden die Schweiz und ihre Währung bei Geldwäschern hoch im Kurs.

«Money Mules» als Massendelikt

Ein erheblicher Teil der Geldwäscherei-Delikte geht im Kanton Zürich auf das Konto der sogenannten «Money Mules», umgangssprachlich auch «Geldesel» genannt. Das sind Personen, die ihr Konto für Kriminelle zur Verfügung stellen, um illegales Geld weiterzuleiten und zu verschleiern.

Sie überweisen, heben ab oder transferieren das Geld ins Ausland. Oft werden sie über Jobanzeigen angeworben, aber wer hier mitmacht, mache sich strafbar, betont die Zürcher Staatsanwaltschaft.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 22.5.2026, 12:03 Uhr ; 

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