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Gelockerte U-Haft Für Zürich modern, in Luzern seit 20 Jahren Standard

  • Nach jahrelanger Kritik hat der Kanton Zürich heute bekannt gegeben, dass er das Haftregime ab Januar 2019 mit einem 2-stufigen Modell modernisiert.
  • Was in Zürich neu eingeführt werden soll, gibt es in Luzern schon seit 20 Jahren.
  • Die Untersuchungshäftlinge seien dadurch psychisch stabiler und Betreuungsaufwand sowie Kosten tiefer, heisst es dort.

Die Justizvollzugsanstalt Grosshof in Kriens praktiziert gar ein 3-Stufen-Modell: Auf der ersten Stufe ist auch der Luzerner Untersuchungshäftling 23 Stunden in der Zelle eingesperrt. Sobald es aber die Staatsanwaltschaft zulässt, kommt der Häftling auf die zweite Stufe. Hier kann der Gefangene die Zelle tagsüber frei verlassen. Er kann sich auf dem Zellengang aufhalten und in einem kleinen Aufenthaltsraum essen oder soziale Kontakte mit Mithäftlingen pflegen. Auf der dritten Stufe kann er sogar arbeiten oder an den Wochenenden selber kochen.

Legende: Video «Dreistufenmodell hat nur Vorteile» abspielen. Laufzeit 00:14 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 13.07.2018.

Das strukturiert den Tag, vertreibt die Langeweile und verhindert Agression. Für Gefängnisdirektor Stefan Weiss liegen die Vorteile auf der Hand, wie er gegenüber «Schweiz aktuell» erklärt: «Die Häftlinge sind psychisch stabiler und wir haben dadurch weniger Betreuungsaufwand. Und damit sinken unsere Kosten.» Unter diesem Aspekt scheint es unverständlich, dass das Luzerner 3-Stufen-Modell nicht längst schweizweit übernommen wurde.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Zuerich sollte vor allem die Isolations-U-Haft fuer gewaltlose Taeter drastisch verkuerzen, indem die Verdunkelungsgefahr sofort mit einer Sonderkommission ausgereumt wird. Anstatt dass ein einsamer Staatsanwalt monatelang allein vor sich hin werkelt, bis die Beweise eh verschwunden sind....
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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    «Der Staatsanwalt entscheidet ...» - er entscheidet, ob seines Erachtens die gesetzlichen Voraussetzungen für U-Haft noch gegeben ist (klarer Verdacht, Verhältnismässigkeit der U-Haft und immer noch Fluchtgefahr). D.h., er wendet das Gesetz, die Strafprozessordnung an. Doch auch wo Verdunklungsgefahr besteht, gibt es keinen Grund, Gespräche an einem Tisch ohne Scheibe nicht zu erlauben. Ja, solche Situationen müssen kontrolliert statt finden, doch es gilt die Unschuldsvermutung, also erlauben!
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  • Kommentar von Sebastian Demlgruber (SeDem)
    Wenn man sich überlegt, dass ein Mensch in Untersuchungshaft zu nichts verurteilt wurde und als unschuldig gilt, bis das Gegenteil erwiesen ist, dann macht der Kanton Zürich bislang vieles falsch. Er behandelt diese Leute ja schlimmer als viele verurteilte Verbrecher, die in Strafhaft oft ein deutlich menschlicheres Regime geniessen.
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