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Über 400 Angestellte von GE-Abbau betroffen
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 11.09.2020.
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General Electric Industriekonzern GE plant grossen Stellenabbau in der Schweiz

General Electric spart und will die Produktion in Oberentfelden AG schliessen. Davon wären 436 Angestellte betroffen.

Der US-Industriekonzern General Electric (GE) setzt zu weiteren Einschnitten in der Schweiz an. Die Stromnetzsparte GE Grid Solutions will die Produktion in Oberentfelden AG einstellen. Davon wären 436 Angestellte betroffen, teilte GE mit.

Allenfalls könnten 57 Stellen erhalten bleiben, heisst es weiter. Diese Stellen stammen hauptsächlich aus den Bereichen Forschung und Entwicklung, Logistik, Verkauf sowie Dienstleistungen.

Aargauer Regierung kämpft um die Jobs

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Aargauer Regierung kämpft um die Jobs
Legende: Urs Hofmann, Aargauer Volkswirtschaftsdirektor

Der Aargauer Regierungsrat äussert sich enttäuscht darüber, dass General Electric (GE) die Produktion in Oberentfelden einstellen will. «Wir sind enttäuscht und betroffen, dass die GE-Führung die im Zusammenhang mit dem Standort Oberentfelden gemachten Versprechen bezüglich Stellenerhalt nun nicht mehr einhalten will», wird Regierungsrat Urs Hofmann (SP) in einer Mitteilung der Staatskanzlei zitiert.

Der Regierungsrat fordere zusammen mit Bundesrat Guy Parmelin, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF), die GE-Leitung auf, auf die Verlagerung des Standorts Oberentfelden nach Frankreich zu verzichten. Man erwarte, dass GE ernsthaft nach Lösungen suche, um möglichst viele Stellen der Produktionsbetriebe in der Schweiz beziehungsweise im Aargau zu erhalten.

Der Aargauer Regierungsrat sieht nach eigenen Angaben «ernsthafte Reputations- und Glaubwürdigkeitsrisiken» für GE wegen der bisher abgegebenen Zusicherungen zum Erhalt des Standorts Oberentfelden/Birr.

Grund für den Abbau seien unter anderem die schwierigen Aussichten für den globalen Markt für gasisolierte Schaltanlagen. Der Markt sei durch «erhebliche» Überkapazitäten gekennzeichnet, was zu einem starken Preisverfall geführt habe. Gemäss GE sind die Preise seit ihrem Höchststand von 2008 um rund 40 Prozent gefallen.

Im Mai 2018 hatte GE angekündigt, 500 Stellen von Oberentfelden nach Birr AG zu verlagern. Im Februar 2019 wurde kommuniziert, dass der Standort Oberentfelden sehr gut ausgelastet sei und deshalb vorläufig auf einen Umzug ins Birrfeld verzichtet werde.

Das kommt für uns aus heiterem Himmel.
Autor: René GrütterGemeindeammann Birr

Birrs Gemeindeammann René Grütter zeigt sich derweil konsterniert. «Wir haben mit diesen zusätzlichen Stellen aus Oberentfelden gerechnet. Unser letzter Stand war, dass der Umzug sich einfach verzögert. Bei uns laufen Baugesuche und Umstellungspläne.» Er sei enttäuscht, der Gemeinderat habe aus den Medien die Neuigkeiten erfahren. «Da sind wir also schon erschrocken.»

Entscheid bis Ende Jahr

Wie GE weiter mitteilt, werde eine endgültige Entscheidung zur Zukunft des Standorts Oberentfelden erst dann getroffen, wenn die Konsultationsverfahren des Europäischen Betriebsrats sowie auch auf lokaler Ebene in der Schweiz abgeschlossen seien. Beide Konsultationen laufen voraussichtlich bis Ende dieses Jahres.

Harsche Kritik von Gewerkschaften

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Harsche Kritik von Gewerkschaften

«Es wäre die vierte grosse Abbauwelle in vier Jahren. Die Personalvertretung und Arbeitnehmerorganisationen fordern den kompletten Verzicht auf Entlassungen», schrieben die Gewerkschaften Unia, Syna, Angestellte Schweiz, der Kaufmännische Verband und die Personalvertretung Staff Council in einer gemeinsamen Stellungnahme.

In den Jahren 2018 und 2019 habe General Electric gegenüber den Beschäftigten und den Behörden Zusicherungen für die Schweizer Standorte gemacht. Diese seien erneut nicht eingehalten worden. «Wir kritisieren diesen Vertrauensbruch scharf», so die Unia.

Auch der Bundesrat müsse «endlich Klartext reden». Es sei nicht akzeptabel, dass GE seine industrielle Substanz in der Schweiz zerschlage. «Die Landesregierung muss bei GE in den USA und in Frankreich, wo die Entscheide getroffen werden, intervenieren», lautet die Forderung.

Der US-Konzern tritt in der Schweiz bereits seit längerer Zeit auf die Kostenbremse und baut Personal ab. Im Juni 2019 hatte der Konzern den Abbau von rund 450 Jobs an den aargauischen Standorten Baden und Birr angekündigt. Nach Abschluss des Konsultationsverfahrens erhielten schliesslich 200 Mitarbeitende den blauen Brief.

Gründe waren die natürliche Fluktuation, Vereinbarungen mit Dritten, Frühpensionierungen sowie ein geringerer Abbau von Stellen. Ein GE-Sprecher bezifferte die Anzahl der Beschäftigten von GE in der Schweiz damals auf noch rund 2'700. Nun könnte die Anzahl der hiesigen Mitarbeiter also auf unter 2'300 fallen.

SRF4 News, 13:00 Uhr;

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Flueckiger  (Hpf)
    Ein kleines Musterbeispiel wie es herauskommen wird, wenn wir die linken und melonengrünen "Klimaretter" weiter legiferieren lassen.
  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Ein Resultat von America First welche die ganze Weltwirtschaft durch ein anderer brachte
  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Ist die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland wirklich so schlimm?

    Ist es wirklich so schlimm, wenn in der Schweiz Arbeitsplätze, die überwiegend von Ausländer*innen besetzt werden, ins Ausland verlagert werden? Das Ausland ist doch heute mehr auf Arbeitsplätze angewiesen als die Schweiz. Einfache Industrieproduktion hat in der Schweiz kaum noch Chancen.