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Wolfshund-Abschuss im April: Hybrid-Verdacht erhärtet
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 13.06.2022. Bild: imago
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Genetische Analyse bestätigt Erste Wolf-Hund-Kreuzung in der Schweiz abgeschossen

Beim im April abgeschossenen Wolf nahe Chur handelt es sich definitiv um einen Hybriden. Ein Novum für die Schweiz.

Das Ergebnis der genetischen Analyse ist da: Beim Tier, welches vor etwa zweieinhalb Monaten im Churer Rheintal geschossen wurde, handelte es sich um einen Wolfshybriden. Das bestätigt der Kanton Graubünden am Montag mit Verweis auf entsprechende Untersuchungen der Universität Lausanne sowie eines Zentrums für Wildtiergenetik in Hessen.

Nahaufnahme des später erschossenen Wolfshybriden
Legende: Der Wolfshybride tappte im Churer Rheintal in die Fotofalle. Amt für Jagd und Fischeriei, Kanton Graubünden

Der Abschuss des Wolfshunds erfolgte Ende März. Das Jagdgesetz des Bundes sieht vor, dass bei Hybridverdacht das Tier «entnommen» wird. Das Tier bei Chur fiel durch seine besonders helle Färbung auf. Schon damals meldete das zuständige Amt für Jagd und Fischerei den Verdacht auf Hybridisierung und leitete nach dem Abschuss die genetischen Untersuchungen ein.

Nicht der erste Fall, aber erster Abschuss

Es ist der erste Fall eines Wolfshybrid-Abschusses in der Schweiz, allerdings nicht die erste Erscheinung eines Wolfshunds. «Vor drei Jahren gab es dazu eine Studie. Diese ergab, dass ein sehr kleiner Teil der Wolfspopulation Spuren von früheren Hunde-Einkreuzungen aufwies», erklärt Arno Puorger, akademischer Mitarbeiter für Grossraubtiere beim Bündner Amt für Jagd und Fischerei.

Man kann nicht ausschliessen, dass auch in Zukunft ein Hybrid in die Schweiz einwandert.
Autor: Arno Puorger Akademischer Mitarbeiter für Grossraubtiere

Von wo das Tier ins Churer Rheintal kam, kann Puorger nicht genau sagen. Aber: Der Wolfsanteil des Erbguts des Hybriden stammt aus einer italienischen Population. Man müsse auch in Zukunft mit Auftreten von Wolfshunden rechnen. «Man weiss, dass es in Norditalien mehrere Rudel mit Hunde-Einkreuzungen gibt. Darum kann man nicht ausschliessen, dass auch in Zukunft ein Hybrid in die Schweiz einwandert», erklärt Puorger.

Darum wird bei Hybridverdacht geschossen

Auch dann soll bei Verdacht auf Hybridisierung der Abschuss folgen. Grund dafür ist der Artenschutz. «Das Problem sind die Gene, die vom Hund in die Wolfspopulation getragen werden», sagt Puorger. Es sei nach wie vor nicht bekannt, welche Auswirkungen das habe. Darum laute die Devise: das Tier konsequent entfernen, um eine Reproduktion zu verhindern.

Erneut Wolf auf Berner Autobahn angefahren und getötet

Box aufklappen Box zuklappen

Auf der Autobahn A8 bei Spiez BE ist in der Nacht auf Sonntag ein Wolf von einem Auto erfasst und getötet worden. Um welches Tier es sich handelt, wird derzeit untersucht.

Wildhut und Polizei hätten das Tier geborgen und ins Institut für Fisch- und Wildtiergesundheit der Universität Bern gebracht, teilte die Kantonsverwaltung am Montag mit. Bis Resultate von DNA-Proben vorlägen, dauere es einige Wochen.

Es ist nicht das erste Mal, dass im Kanton Bern ein Wolf auf einer Autobahn das Leben lässt: Am 10. März dieses Jahres wurde ein solches Tier auf der Autobahn A6 bei Allmendingen BE überfahren.

Was nun mit dem erlegten Wolfshund passiert, ist noch nicht genau festgelegt. Man könne davon ausgehen, dass der Kadaver präpariert und für die Öffentlichkeit zugänglich ausgestellt werde, heisst es vom Bündner Amt für Jagd und Fischerei.

Regionaljournal Ostschweiz, 13.06.2022, 12:03 Uhr;

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