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Nationalrat will Gentech-Moratorium bis Ende 2025 verlängern
Aus Tagesschau vom 23.09.2021.
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Gentech in der Landwirtschaft Aufweichung des Gentechmoratoriums im Nationalrat chancenlos

  • Das Verbot zur Nutzung gentechnisch veränderter Organismen in der Landwirtschaft soll bis Ende 2025 verlängert werden.
  • Der Nationalrat hat einer Verlängerung des Moratoriums zugestimmt. Das aktuell geltende Verbot läuft Ende Jahr aus.

Der Nationalrat hat die entsprechende Botschaft des Bundesrates deutlich mit 144 zu 27 Stimmen bei 19 Enthaltungen gutgeheissen. SP, Grüne, «Die Mitte» und SVP liessen auch Anträge der FDP und GLP abblitzen, die wenigstens neue gentechnische Verfahren wie die Genom-Editierung vom Moratorium ausnehmen wollten.

Mit der sogenannten Genschere wisse man im Gegensatz zu den herkömmlichen Verfahren mit Bestrahlung und Chemie genau, was man tue, sagte Christian Wasserfallen (FDP/BE).

Aber das ist eben Politik, das muss mit Logik offenbar nichts zu tun haben.
Autor: Christian Wasserfallen Nationalrat (FDP/BE)

Die Politik mache aber leider weiterhin keine Anstalten, sich in dieser Thematik zu bewegen. «Das macht intellektuell, praktisch und wissenschaftlich überhaupt keinen Sinn. Aber das ist eben Politik, das muss mit Logik offenbar nichts zu tun haben.»

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Christian Wasserfallen (FDP/BE): «Politik muss mit Logik offenbar nichts zu tun haben»
Aus News-Clip vom 23.09.2021.
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Keine Chance hatte auch Martin Bäumle (GLP/ZH) mit einem Kompromissantrag, nur Pflanzen, die mit Genomeditierung ohne Einbau von artfremdem Erbgut gezüchtet werden, vom Moratorium auszunehmen und bis Ende 2022 eine risikobasierte Zulassung anzustreben. Viele Risiken, die man vor Jahren noch befürchtete, seien nicht eingetreten. Das Potenzial der Gentechnik sei gross und die Bevölkerung sei offener geworden dafür.

«Auch ich musste ein Dogma meiner Jugend ablegen.» Bäumle forderte den Rat auf, das ebenfalls zu tun. Meret Schneider (Grüne/ZH) hielt fest, für eine solche Ausnahme fehlten ausreichende wissenschaftliche Daten. Man dürfe die Genom-Editierung nicht «auf die Komplexität eines Scherenschnittes herunterbrechen», ergänzte sie.

Forschung trotz Moratorium möglich

Die Befürworter der Verlängerung des Moratoriums der SP, der Grünen, der Mitte und der SVP, betonten unisono, das Moratorium betreffe die Forschung ausdrücklich nicht. So bleibe Grundlagenforschung weiterhin möglich. Die Gentechnik in der Landwirtschaft werde jedoch weiterhin von einer deutlichen Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt. 

«Das Gentechmoratorium war und ist der richtige Weg», fasste Alois Huber (SVP/AG) etwa die Meinung seiner Fraktion zusammen. Mit einer Verlängerung des Moratoriums erhalte man mehr Zeit, um in vier Jahren faktenbasierte Entscheidungen über das weitere Vorgehen in dieser komplexen Thematik fällen zu können. In diesem Sinne hiess der Nationalrat zusammen mit dem Gesetz auch ein Postulat seiner vorberatenden Kommission gut. 

Entscheidungsgrundlagen in vier Jahren

Dieses beauftragt den Bundesrat, in den nächsten vier Jahren insbesondere Fragen zur Koexistenz von traditioneller und gentechnikbasierter Landwirtschaft zu klären. Er muss auch eine Risikobewertung vorlegen und Antworten liefern zu den Verantwortlichkeiten bei allfälligen Verunreinigungen durch gentechnisch veränderte Organismen.

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Simonetta Sommaruga: «Für eine fundierte Risikoanalyse fehlen ausreichende Daten»
Aus News-Clip vom 23.09.2021.
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Gerade auch die rasche Weiterentwicklung der neuen Verfahren spreche für eine Verlängerung des Moratoriums, sagte Umweltministerin Simonetta Sommaruga. Ausnahmen vom Moratorium zu verlangen, werde der Komplexität der neuen gentechnischen Verfahren nicht gerecht. Je nach Anwendung gebe es noch wenig Erfahrung. Denn: «Für eine fundierte Risikoanalyse fehlen ausreichende Daten.»

Vorbehältlich der absehbaren Zustimmung im Ständerat wird das Gentechmoratorium in der Landwirtschaft bereits zum vierten Mal verlängert. Das Moratorium besteht seit 2005, nach dem Ja zu einer Volksinitiative.

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Verbot gentechnisch veränderter Organismen auch nach 2021
01:16 min, aus Nachrichten vom 23.09.2021.
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SRF 4 News, 23.09.2021, 11:00 Uhr;

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Georg Schneider  (Merguez)
    Dass das Schweizer Volk gerne pestizidkontaminiertes Essen und Wasser konsummieren möchte, hat es ja bei den letzten Abstimmungen bereits bewiesen - da ist die Verlängerung der GMO-Moratoriums, welches eine höchst effiziente Möglichkeit zur rapiden Reduktion des Pestizid-Einsatzes verhindert, nur logisch.
  • Kommentar von Aurel Specker  (Auspec)
    Das Genome Editing in der Schweiz wird kommen.
    Egal, was das Parlament hier entscheiden möchte.

    Wieso?
    Weil Genome Editing absolut nicht nachweisbar ist. Es gibt keinerlei Unterschied von einem Genom das per CRISPR geändert wurde, als eine natürliche Änderung.

    Das heisst, das Resultat, wird in die Schweiz kommen, und wir werden es nicht einmal bemerken.

    Aber wir werden halt einfach ein bisschen den Anschluss verlieren, wie man damit umgeht. Schliesslich "gibt es das hier nicht".
    1. Antwort von Leo Nauber  (leo999)
      Und die entsprechende Industrie wird sich freuen, auch weiterhin für enorme Summen "Pflanzenschutzmittel" zu verkaufen und damit unser Wasser, Böden und Pflanzen zu vergiften. Wir reparieren die Schäden, indem wir tonnenweise Medikamente schlucken um Gesund zu bleiben. Und im Ausland essen wir während den Ferien alle möglichen Lebensmittel, mit oder ohne Gentechnik.
    2. Antwort von Aurel Specker  (Auspec)
      @Nauber:

      Ich habe mit dieser Argumentation grosse Mühe. Was hat Gentechnik mit Pflanzenschutzmittel zu tun?!?
      Klar, EINE Anwendung von Gentechnik, ist die Resistenzierung von Kulturpflanzen, dass Pflanzenschutzmittel wie Wasser über die Felder geleert werden kann.
      Das Problem ist aber den Missbrauch von Bioziden, nicht die Gentechnik!

      Sie wollen ja auch nicht Elektrizität verbieten, weil man einen elektrischen Stuhl damit machen kann, oder?!
    3. Antwort von Benjamina Rinaldi  (Benjamina77)
      Danke für Ihren Beitrag, er ist informativ.