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Gepäckservice auf der Strasse Wenn die SBB mit dem Auto fährt

Der Tür-zu-Tür-Service für den Gepäcktransport erfolgt zu einem grossen Teil auf der Strasse, statt den Schienen.

Legende: Video Der SBB-Gepäckservice – ein Etikettenschwindel? abspielen. Laufzeit 01:54 Minuten.
Aus Tagesschau vom 09.02.2019.

Zurzeit zieht es viele Schweizer in die Berge. Der Februar ist traditionell Skiferienzeit. Ski, Snowboard und Kleidung – es gibt viel zu schleppen. Gut gibt es da einen SBB-Gepäck-Lieferservice.

Die Botschaft der SBB ist klar: Der Koffer wird für den Transport zwar mit dem Auto abgeholt, dann aber rasch auf die Bahn verladen. Dass dieser Gepäcktransport aber zur Hälfte auf der Strasse passiert, ist für Konsumentenschützerin Sara Stalder eine grosse Überraschung.

Für sie suggeriert die Bildsprache der SBB, dass so viel wie möglich auf der Schiene transportiert wird. «Das ist auch das, was die Leute sich vorstellen, wenn sie diesen Service buchen», sagt Stalder. Denn vielfach sind es genau die Leute, die aus ökologischen Überlegungen den Zug für ihre Reise nehmen.

«Zu 50 Prozent auf der Schiene»

Ein Etikettenschwindel? Die SBB schreibt auf Anfrage von SRF: «Beim Tür-zu-Tür-Service wird das Gepäck zu 50 Prozent auf der Schiene transportiert. Über das gesamte Gepäckangebot gesehen, befördert die SBB Gepäck zu 70 Prozent per Bahn. Beim Tür-zu-Tür-Transport lässt es sich nicht vermeiden, dass der Anteil Strasse höher ausfällt.»

Legende: Video «Die An- und Abreise macht den Löwenanteil des Fussabdrucks aus» abspielen. Laufzeit 00:15 Minuten.
Aus News-Clip vom 09.02.2019.

Für Energie-Experte Florian Brunner bleibt der Zug für die Skiferien ökologisch sinnvoll – trotz Gepäcktransport auf der Strasse. Denn die An- und Abreise mache den Löwenanteil des Fussabdrucks aus. Auch, weil der Zug ganz klar die bessere Energie- und Umweltbilanz aufweise als das Auto. «Vor diesem Hintergrund ist die Geschichte um den SBB-Gepäckservice natürlich etwas irritierend, sollte aber auch nicht überbewertet werden», meint Florian Brunner.

Wer nachfragt, erhält die Zahlen

Legende: Video «Die SBB muss das korrigieren» abspielen. Laufzeit 00:12 Minuten.
Aus News-Clip vom 09.02.2019.

Die Konsumentenschützerin bestreitet den ökologischen Aspekt nicht, stört sich aber am Kleingedruckten. Denn die SBB-Kunden werden nur dort über die verschiedenen Transportmittel informiert. «Die SBB muss den Werbefilm korrigieren», findet Sara Stalder, oder das Bahnunternehmen mache beim Bestellvorgang klar und deutlich, dass 50 Prozent des Gepäcks auf der Strasse transportiert wird.

Die SBB dagegen ist überzeugt: Die Kunden wüssten Bescheid, dass der Transport auch über die Strasse laufe. Wer nachfrage, erhalte sogar die genauen Zahlen dazu.

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20 Kommentare

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  • Kommentar von V. Bircher (Wildstrubel)
    Auch der Gepäckservice der SBB von Bahnhof zu Bahnhof wird ebenfalls vor allem auf der Strasse transportiert...
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  • Kommentar von Reinhard Grunder (Reinhard Grunder)
    Ich weiss nicht was ihr habt, dieser Service ist doch super für alle die kein eigenes Auto haben und auch in die Ferien wollen. Und es ist auch logisch dass das Gepäck bis zum nächsten Bahnhof mit Gepäckaufgabe auf der Strasse transportiert wird, haben doch heute viele Ortschaften keine richtigen Bahnhöfe mehr sondern Haltestellen mit Billett Automaten.
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    1. Antwort von V. Bircher (Wildstrubel)
      Am Automaten kann man leider kein Gepäck abholen
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  • Kommentar von Martin Tanner (mikado5034)
    Das ist aber schon etwas an den Haaren herbei gezogen, oder? Jetzt nimmt der Konsumentenschutz Werbefilmli der SBB unter die Lupe bezüglich eines logistischen Details, das keinen interessiert? Das geht für mich in Richtung einer helvetischen Sonderregelung, denn wenn die Politik darauf anspringt, steigen beim Gepäcktransport die Preise. Es gibt genügend, die sich profilieren möchten. Lasst logistisch die SBB und alle anderen Bahnen ihren Job machen. Wir sind schon genug Hochpreisinsel!
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    1. Antwort von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
      @Tanner: Ich würde sogar soweit gehen, dass SVP und Hr. Giezendaner iNdiesem Beispiel schon wieder einen Grund sehen die SBB zu privatisieren also ab zu schaffen und dann mit dem eigenen Unternehmen in Form von Bus und LKW das Ganze zu übernehmen.
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