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Nordmazedonier-Clan: Die Masche mit dem Konkurs
Aus Rundschau vom 15.01.2020.
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Geschäfte im Gerüstbau Nordmazedonier-Clan im Visier der Justiz

Ein Clan von Nordmazedoniern ist im Gerüstbau tätig. Ihnen werden verschiedene Delikte vorgeworfen sowie die Ausbeutung von Arbeitern.

In der Stadt Bern ermittelt die Fremdenpolizei gegen einen Clan von rund 40 Personen aus Nordmazedonien, die im Gerüstbau tätig sind. Gegen ein Dutzend Personen und deren Umfeld laufen Strafuntersuchungen wegen Urkundenfälschung, Verstössen gegen das Ausländergesetz sowie Steuervergehen und Strassenverkehrsdelikten.

Mitglieder des Clans hätten bisher im Kanton Bern zirka 20 Unternehmen im Gerüstbau eröffnet. Vor allem wegen nicht deklarierter Einkünfte der Gerüstbaufirmen bewegt sich die Schadenssumme laut der Fremdenpolizei Bern im ein- bis zweistelligen Millionenbereich.

Die «Masche» mit dem Konkurs

Sie arbeiten auf dem Bau, ihre Firmen heissen «M&H Gerüste AG» oder «Gafur Gerüste GmbH». Ihre Dienstleistung bieten sie zu niedrigen Preisen an. Doch, irgendwann fehlt offenbar das Geld, um Löhne, AHV und Pensionskassenbeiträge zu bezahlen. Sozialbeiträge werden laut der Berner Fremdenpolizei nicht mehr entrichtet, auch keine Mehrwertsteuer.

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Alexander Ott: «Die Schlüsselpersonen sind mehrheitlich untereinander verwandt»
Aus News-Clip vom 15.01.2020.
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Bevor die Firmen Pleite gehen, würden sich die Geschäftsführer laut der Fremdenpolizei daraus bedienen: Sie würden heimlich sechsstellige Beträge aus der Kasse nehmen und dann Konkurs anmelden. Kurz darauf gründen sie ein neues Unternehmen unter neuem Namen.

Der mutmassliche Kopf des Clans, der Nordmazedonier H.E. hat neunmal Konkurs gemacht. Er hinterlässt Schuldscheine in Höhe von rund einer halben Million Franken. Gegen ihn wurden gemäss Polizeiangaben bereits über ein Dutzend Strafbefehle wegen Urkundenfälschung, Strassenverkehrsdelikten und Verstössen gegen das Ausländergesetz erlassen.

Netzwerkstruktur aufgedeckt

Alexander Ott, Chef der Fremdenpolizei Bern, ist dem Clan auf den Fersen. «Wir stellen zunehmend fest, dass es eine Netzwerkstruktur gibt. Das bereitet uns Sorgen. Es geht um Parallelstrukturen, die im Gerüstbau und Bau-Nebengewerbe entstehen. Neben dem normalen Markt gibt es einen Schattenmarkt. Das ist wettbewerbsverzerrend für die Unternehmen, die sich an die Gesetze halten.»

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Daniel Hasler: «Das ist allen ein Dorn im Auge»
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Entsprechend sauer sind die Schweizer Gerüstbauer. Einer von ihnen, Daniel Hasler, fordert mehr Kontrollen. «Ich bin erstaunt, dass der Kanton nicht genauer hinschaut», sagt er. «Das ist ein Dorn im Auge von allen. Es kann nicht sein, dass solche Gerüstbauer die Preise unterbieten und uns derart schädigen. Das ist wirklich schlimm.»

«Ständig Probleme mit den Behörden»

Die «Rundschau» will mit H.E. sprechen, einer der zentralen Figuren im Clan. Auch er betreibt eine Firma, gegenwärtig heisst sie «M&H Gerüste AG». Er sagt, er habe ständig Probleme mit den Behörden. Ein Interview will er aber nicht geben.

Bei späteren Recherchen umzingeln mehrere Personen das Kamerateam der «Rundschau». Das Team wird bedroht und als «Hurensöhne» beschimpft.

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Manuel Rohrer: «Diese Leute sind keine Buchhalter. Sie krempeln die Ärmel hoch und stellen Gerüste auf»
Aus News-Clip vom 15.01.2020.
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H.E.s Anwalt, Manuel Rohrer, sagt zu dem Vorwurf, H.E. halte sich nicht immer an die Schweizer Gesetze: «Gerüstbauer sind keine Buchhalter. Sie krempeln die Ärmel hoch und stellen bei Wind, Regen und Kälte Gerüste auf. Dass es Fehler in den Abrechnungen gibt, kann passieren.»

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Susanne Saam  (Biennoise)
    Wir haben ein Arbeitsrecht. Wenn Behörden (mit Rückendeckung der Politik) es mit der Kontrolle nicht so genau nehmen - siehe Kartell im Bündnerland - dann wuchert der Kapitalismus. Noch Fragen?
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  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Es ist traurig was da abgeht - und noch viel trauriger, dass Schweizer Anwälte diese Typen noch schützen und verteidigen!
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    1. Antwort von Margot Helmers  (Margot Helmers)
      Wenn ein Anwalt so einen Mandanten ablehnt, dann geht man zum nächsten, die Auswahl ist riesig. Und es sind nicht nur Schweizer Anwälte, es gibt mittlerweile genügend Anwälte in der Schweiz mit Migrationshintergrund.
      Was mich immer wieder erschreckt, wie offen SRF Journalisten bedroht werden, wie z.B. beim Bülacher Autohändler, um die Moschee in Biel, usw.
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    2. Antwort von Walter Matzler  (wmatz)
      Sie sagen es, wir haben genug (zu viel) Juristen und man könnte leicht abgewandelt sagen, vor lauter Juristen sieht man den Wald nicht mehr.
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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Die Fremdenpolizei sollte auch in anderen Branchen tätig werden und Untersuchung machen. Bin überzeugt, da kommt noch einiges zum Vorschein was nicht sein darf.Mit den offen Grenzen servieren wir alles auf dem Präsentierteller,auch für Kriminelle.Die hintergehen die Schweiz Wirtschaft, hinterziehen Steuern, holen ihre eigenen Landsleute in die Schweiz zum Billiglohn, Konkurs, dann verschwinden sie wieder ins Heimatland, kommen wieder und eröffnen neue Betriebe. Clan in Deutschland machen es vor.
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    1. Antwort von Stefan Huwiler  (huwist)
      Im Bündnerland hat das Baukartell private und öffentliche Bauherren um viele Milionen 'erleichtert'. Nicht nur 2 Mio. Alles feine und angesehene lokal Ansässige - wahrscheinlich fast ausschliesslich Schweizer.
      Es hat einfach gar nichts mit der Nationalität zu tun.
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