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Wer privat Kunden frisiert, macht sich klar strafbar.
Aus Espresso vom 19.03.2020.
abspielen. Laufzeit 02:45 Minuten.
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Geschlossene Coiffeur-Salons «Haare schneiden daheim ist strafbar»

Coiffeurinnen, Masseure und Kosmetikerinnen dürfen keine «privaten» Dienstleistungen zu Hause anbieten.

Aufgrund der «Ausserordentlichen Lage» in der sich die Schweiz wegen des Coronavirus befindet, müssen Coiffeurs-Salons, Kosmetik-Studios und andere Dienstleister im Wellness-Bereich geschlossen bleiben. So soll eine Ausbreitung des Virus verhindert werden, weil in diesen Bereichen kaum Distanz zu Kunden gehalten werden kann.

Coiffeurinnen und Coiffeure, Masseure und Kosmetikerinnen bekommen nun Anfragen, ob sie Kunden bei sich zu Hause behandeln würden. Auch wenn sich so eine Einkommenseinbusse etwas abmildern liesse, rät «Espresso»-Rechtsexpertin Gabriela Baumgartner dringend davon ab, dass Coiffeure nun daheim Haare schneiden: «Das ist strafbar.»

Die Rechtslage kurz erklärt

  • Die Verordnung des Bundesrates (COVID-19-Verordnung 2 vom 13. März 2020) verbietet den Betrieb von personenbezogenen Dienstleistungen mit Körperkontakt wie Coiffeure, Massagen, Tattoo-Studios und Kosmetik.
  • Das bedeutet: Angehörige dieser Berufsgruppen dürfen keine Kundinnen und Kunden behandeln. Auch nicht privat, bei sich zu Hause. Grund: Es soll eine Übertragung des Virus vermieden werden.
  • Wer sich über diese Anordnung hinwegsetzt, macht sich strafbar. In der Verordnung heisst es: «… wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer sich vorsätzlich Massnahmen (…) widersetzt».
  • Betriebe dieser Art müssen geschlossen bleiben. Verlangt ein Arbeitgeber von Angestellten, dass sie dennoch zur Arbeit erscheinen und Kunden bedienen, verletzt er seine Fürsorgepflicht und macht sich darüber hinaus strafbar. Betroffene Angestellten können sich ans kantonale Arbeitsinspektorat wenden.

Espresso, 19.03.2020, 08:13 Uhr

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44 Kommentare

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  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Blöde Spitzfindigkeiten wir sind nun in einem Land wo Frau/Mann schweigen und gehorchen soll. Aber
    das Volk hat noch die Macht und Kraft. Die da „0ben“ nicht überziehen bitte
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  • Kommentar von Martin Lehmann  (Herr Lehmann)
    Was wenn mir mein Partner die Haare schneidet? Was wenn mein Partner das zum Beruf macht? Was wenn ich meinem Partner nach dem Haareschneiden Schmuck kaufe? Wo ist die Linie? Was ist erlaubt?
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  • Kommentar von Urs Petermann  (Rhf)
    Aber ein bekannter Basler Couturier kann in einem Zeitungsartikel verkünden, dass Kundinnen, die in einem Modeschau-Film an einem Kleidungsstück gefallen gefunden haben, sich mit dem Atelier in Verbindung setzen sollen: ein Einzeltermin sei immer noch möglich! Bekleidungsgeschäfte dürfen, wie z.B. Coiffeursalons, nicht geöffnet haben - und doch gibt es offenbar immer wieder ganz „Gescheite“ (!?), die sich einen Deut um Vorschriften kümmern.
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    1. Antwort von Christoph Ansermot  (Nergal)
      Naja, ich bekomme auch immer noch tonnenweise Werbung für Produkte die nur in Läden erhältlich sind die nun geschlossen sind. Und ich meine nun nicht mal die im Fernsehen, die nun ohnehin grösstenteils total fehl am Platz und wie von einer ganz anderen Welt wirkt.
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