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Bauarbeiter demonstrieren in Zürich
Aus Tagesschau vom 23.06.2018.
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Gewerkschaften machen mobil 18'000 Bauarbeiter demonstrieren in Zürich

  • Die Gewerkschaften Unia und Syna hatten zur bewilligten Kundgebung in Zürich aufgerufen.
  • Über 18'000 Bauarbeiter aus der ganzen Schweiz folgten dem Aufruf.
  • Die Forderungen: Rentenalter mit 60, mehr Lohn und besserer Schutz für ältere Mitarbeiter.
Demonstrationszug in der Zürcher Innenstadt, angeführt von einem Baufahrzeug.
Legende: Die Gewerkschaften wollen mit dem Baumeisterverband seit November 2017 über Lösungen für die Rente mit 60 verhandeln. Keystone

Mit Tröten, Trillerpfeifen und Fahnen marschierten die Bauarbeiter ab 13 Uhr vom Central durch die Zürcher Innenstadt zum Helvetiaplatz. Der Demonstrationszug wurde von einem Bagger angeführt.

Mehr als 18'000 Bauarbeiter waren dem Gewerkschaftsaufruf von Syna und Unia gefolgt. Dies seien deutlich mehr als erwartet, teilten die Organisatoren mit. Und Nico Lutz, Unia-Sektorleiter Bau, sagte an der Schlusskundgebung auf dem Helvetiaplatz, es sei «die grösste Bauarbeiterdemo, die Zürich je gesehen hat».

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Impressionen von der Demonstration in Zürich (unkomm.)
Aus News-Clip vom 23.06.2018.
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Streit um Frühpensionierung

Beim Streit zwischen Gewerkschaften und den Baumeistern geht es unter anderem um die Frühpensionierung. Der Baumeisterverband will das Rentenalter auf 62 Jahre erhöhen oder die Renten um 30 Prozent auf durchschnittlich rund 3300 Franken kürzen.

Dies, weil die Babyboomer-Generation bis 2024 ins Rentenalter kommt und die Stiftung Flexibler Altersrücktritt (FAR), über die bisher die frühzeitige Pensionierung finanziert wird, deshalb zusehends in finanzielle Schieflage gerät.

Würde der Bauarbeiter in Gefahr

Für die Gewerkschaften wird mit einer Erhöhung des Rentenalters aber die «Würde der Bauarbeiter» angegriffen: Die Rente mit 60 sei etwas vom Wichtigsten für die Bauarbeiter. Sie erlaube in Würde in Rente zu gehen, statt invalid oder entlassen zu werden, sagte Lutz weiter.

«Eine Erhöhung ist gegenüber den Bauarbeitern, die immer hart gearbeitet haben, respektlos.» Die meisten Teilnehmenden trugen denn auch ein rotes T-Shirt, auf dessen Rückseite eine 60 aufgedruckt war.

93 Prozent für Streik

Die Gewerkschaften wollen mit dem Baumeisterverband seit November 2017 über Lösungen für die Rente mit 60 verhandeln. Bisher hätten die Baumeister aber die Verhandlungen verweigert. Die Gewerkschaften schliessen deshalb weitere Protestaktionen und Warnstreiks nicht aus.

Die Unia hat in den vergangenen Wochen zu diesem Thema auf den Baustellen Befragungen durchgeführt. Dabei sprachen sich rund 93 Prozent der 20'000 befragten Bauarbeiter für einen Streik aus. Die Gewerkschaft Syna wird im Herbst an ihrer Berufskonferenz über Kampfmassnahmen entscheiden.

Keine generelle Lohnerhöhung seit Jahren

Neben der «Rente mit 60» wehren sich die Bauarbeiter auch gegen eine Verschlechterung des Landesmantelvertrags für das Bauhauptgewerbe. So wollen die Baumeister die Löhne für ältere Bauarbeiter senken und ihre Kündigungsfristen verkürzen können.

Auch fordern die Bauarbeiter eine Lohnerhöhung für dieses Jahr. Trotz bester Baukonjunktur hätten die Baumeister in den vergangenen vier Jahren eine generelle Lohnerhöhung verweigert.

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Halbeisen  (ch)
    Dass der menschliche Körper nicht zu für schwere körperliche Arbeiten ab 60 geeignet ist, ist klar. Wiese kann man den über 60 jährigen nicht leichtere Arbeit zuweisen?
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Wo? Im Büro?
  • Kommentar von Frederick Huber  (F. Huber)
    Die Chefs und Verwaltungsräte verdienen fett Kohle dank den krummen Rücken der Arbeitenden. Jetzt möchte man die Rücken noch etwas krummer und die Geldtresore noch etwas voller machen...
  • Kommentar von Jürg Brauchli  (Rondra)
    Ich finde, wenn einer ab Lehrbeginn 40 Jahre als Bauarbeiter geschuftet hat, sollte er in Pension gehen können ohne Abstriche. Aber gilt nicht für Baubüromenschen.