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Gedenken an die Corona-Toten in der Schweiz
Aus Tagesschau vom 05.03.2021.
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Glockengeläut im ganzen Land Die Schweiz gedenkt der Corona-Opfer

  • Mit einer Gedenkminute und Glockengeläut hat die Schweiz am Freitagmittag der über 9300 Menschen gedacht, die in der Corona-Pandemie gestorben sind.
  • Vor genau einem Jahr war in der Schweiz der erste Todesfall wegen des Coronavirus bekannt geworden.

Der Aufruf von Bundespräsident Guy Parmelin löste ein breites Echo aus. In grösseren und kleineren Orten in allen Landesteilen wurden am Freitagmittag teilweise bis zu einer Viertelstunde die Kirchenglocken geläutet.

Einen Moment der Andacht gab es auch im Bundeshaus.

Kerzen in Zürich, Tränen in Basel

Auf und rund um den Bundesplatz in Bern hielt rund ein Dutzend Menschen am Mittag kurz inne. Nach 12 Uhr war in der Berner Stadtmitte von überall das Geläut der Landeskirchen zu hören.

Glockengeläut erklang auch in Zürich: Im Grossmünster zündete Pfarrer Christoph Sigrist für die Opfer der Corona-Pandemie eine Kerze an. In Basel läutete die Glocke der Kirche St. Anton am Kannenfeldplatz bis 12.10 Uhr. Ein älterer Passant hielt für etwa zwei Minuten an, eine Frau verbrachte die Gedenkminuten auf ihrem Balkon und wischte sich Tränen aus den Augen.

Über die Stadt Luzern hinweg erschallte ab Punkt 12 Uhr das mehrstimmige Geläut der Glocken verschiedener Kirchen. Derweil nahm der übliche Mittagsverkehr seinen Lauf. Nach einer Viertelstunde verstummten die letzten Glocken.

Beileidsbekundungen auf sozialen Medien

Der Aufruf Parmelins löste auch auf Twitter unter dem Hashtag CoronaCHsilence eine Welle der Solidarität aus. Mehrere Schweizer Botschaften im Ausland hielten für einen Moment der Trauer und Solidarität inne.

Sogar die Belegschaft der US-Botschaft in Bern schloss sich der Schweigeminute an, um ihre Dankbarkeit für die Freundschaft und Unterstützung der Schweizer Freunde und Partner zu demonstrieren.

Über 9300 Tote bis jetzt

Auslöser der Schweigeminute und des Glockengeläuts war der Jahrestag des ersten Corona-Opfers in der Schweiz. Eine 74-jährige Frau aus dem Kanton Waadt starb am 5. März im Universitätsspital Lausanne an den Folgen einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Seither ist die Zahl der Todesopfer stetig angestiegen und beträgt gemäss den offiziellen Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit inzwischen über 9300.

Im Hinblick auf den Jahrestag hatte Bundespräsident Parmelin zu Beginn der Woche die Kirchen in der Schweiz darum ersucht, am Freitagmittag die Glocken läuten zu lassen und eine Gedenkminute abzuhalten.

Auf Gedenkzeremonie verzichtet

Seit dem ersten Todesfall in der Schweiz vor einem Jahr habe die Pandemie die Welt erschüttert, sagte Parmelin in seiner Videobotschaft. Auch die Schweiz habe einen hohen Preis bezahlt. Über 9000 Menschen seien an den Folgen des Coronavirus gestorben. «Viele Erkrankte leiden an Spätfolgen und Tausende haben ihre Arbeit und zuweilen auch die Hoffnung verloren», sagte der Bundespräsident weiter.

Auf die Organisation einer Gedenkzeremonie hat der Bundesrat in Absprache mit den Präsidenten von National- und Ständerat verzichtet. Begründet wird dieser Entscheid mit der aktuellen epidemiologischen Lage.

Tagesschau am Mittag, 05.03.2021, 12.45 Uhr;

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Ida Fischer  (Ida Fiischer)
    Ja es ist eine schöne Geste für die Hinterbliebenen. 9300 Personen sind gestorben. Das entspricht 0,11% der 8.65Mio. CH Bevölkerung. Pro tausend Einwohner sind also in einem Jahr 1,1 Personen mit Corona verstorben . Wenn Corona die einzige mögliche Todesursache wäre und jedes Jahr 9300 Personen an Corona sterben, dann dauert es 924 Jahre, bis der letzte heute lebende Mensch in der Schweiz an Corona verstorben ist. Die Kolleteralschäden dieser Massnahmen werden weit mehr Opfer verursachen.
  • Kommentar von markus ellenberger  (ELAL)
    Schön und gut wenn nur an jeder der stirbt gedenkt würde. Aber da ist ja nicht das gleiche ein Mensch der an Corona stirbt israelische mehr wert als ein Mensch der z.b. an Krebs stirbt. Eigentlich schade das nicht alle Toten gleich behandelt werden.
  • Kommentar von Eva Heinzer  (heinzereva)
    Ich finde diese Idee des Gedenkens absolut richtig, denn in einer solchen Situation, wie wir sie momentan haben und im letzten Jahr hatten, befanden wir uns noch nie. Die Todesfälle, die in "normalen" Zeiten zu beklagen sind, lassen sich nicht mit den Opfern von Covid 19 vergleichen (schon gar nicht Opfer wegen Tabakkonsum). Einmal mehr zeigt sich, man kann entscheiden wie man will, "allen Leuten recht getan, ist eine Kunst die niemand kann"...
    1. Antwort von Nadia Makita  (NadiaMakita)
      Als würde es uns nicht allen gut tun eine Minute inne zu halten und an die Menschen die wir lieben und/oder verloren haben zu denken. Wie makaber dass man darüber diskutieren muss, es wurde doch niemand gezwungen zu schweigen.