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Spatenstich zum Baustart der zweiten Gotthardröhre
Aus Tagesschau vom 29.09.2021.
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Gotthard-Strassentunnel Zweite Gotthardröhre: Erste Sprengung feierlich gezündet

  • Rund 150 geladene Gäste haben in Göschenen UR dem symbolischen Startschuss zum Bau der zweiten Röhre des Gotthard-Strassentunnels beigewohnt.
  • In acht Jahren soll das 2.14 Milliarden Franken teure Bauwerk für den Verkehr freigegeben werden.
  • Die Vorarbeiten für die zweite Röhre haben bereits im Frühjahr 2020 begonnen.
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So wird am Gotthard gebaut
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Eine symbolische Explosion hat den offiziellen Baustart markiert. Kinder von Göschenen und Airolo TI tauschten Gedenktafeln aus, anschliessend ging die Zeremonie beim Südportal weiter.

Peter Tresch, Gemeindepräsident von Göschenen und Jürg Röthlisberger, Direktor des Bundesamts für Strassen Astra, bekundeten in ihren Reden die Unterstützung für das Bauprojekt. Der Urner Landammann Urban Camenzind (CVP) unterstrich zudem die Bedeutung des Vorhabens für die lokale Wirtschaft.

Der Spatenstich war ursprünglich bereits im Frühling geplant gewesen, wurde aber wegen der Coronapandemie auf den Herbst verschoben. Deshalb sind die Arbeiten an der zweiten Gotthardröhre bereits im Gang. So hatten die Bauarbeiter bereits mit der Verlegung der Einfahrt des Service- und Infrastrukturtunnels begonnen und mit den Zugangstunnels in Göschenen und Airolo.

Legende: Das Tunnel Portal beim offiziellen Spatenstich zum Baustart der zweiten Röhre des Gotthard Strassentunnels am Nordprtal in Göschenen am 29. September 2021. Keystone

2024 werden die Tunnelbohrmaschinen angeworfen, der Durchschlag ist für 2026 geplant. Ende 2029 soll die neue Röhre eröffnet werden. Anschliessend wird die 1980 eröffnete erste Röhre während drei Jahren gesperrt und saniert. Das Schweizer Stimmvolk hat am 28. Februar 2016 Ja gesagt zur zweiten Gotthard-Röhre.

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Spatenstich für die zweite Gotthardröhre
07:02 min, aus Rendez-vous vom 29.09.2021.
abspielen. Laufzeit 07:02 Minuten.

Die zweite Röhre im Gotthard entsteht 70 Meter östlich des bestehenden Tunnels, dazwischen verläuft der Service- und Infrastrukturstollen, an den beide angeschlossen sind. Der neue Tunnel zwischen Göschenen und Airolo ist 16.9 Kilometer lang und somit identisch mit der bestehenden Röhre. Es fallen 7.4 Millionen Tonnen Ausbruchmaterial an.

Für die bei der Feier anwesenden Personen aus Politik, Verwaltung und am Bau beteiligten Firmen galt eine Zertifikatspflicht.

Valentina Kumpusch, die Gesamtleiterin des Milliardenprojekts

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Legende: Keystone

Seit 8 Jahren plant Valentina Kumpusch die zweite Gotthardröhre. Die 47-Jährige trägt die Verantwortung für rund 120 vorwiegend männliche Mitarbeiter. Zurzeit laufen die Ausschreibungen für die Tunnelbohrmaschinen; Kostenpunkt hunderte von Millionen Franken. Ursprünglich wollte Kumpusch Archäologin werden. Ihr Vater, ebenfalls Bauingenieur, hat sie jedoch inspiriert, in seine Fussstapfen zu treten. Ihr 13-jähriger Sohn hegt denselben Karrierewunsch.

Der Schlüssel zum Erfolg ist für Kumpusch der Dialog mit der betroffenen Bevölkerung. Viele Male war sie vor Ort in der Leventina und im Kanton Uri, um mit den Betroffenen zu sprechen. «Entscheidend ist auch die Erwartungshaltung von Gemeinden. Sie haben Ideen, kennen ihre Territorien, können Tipps geben.» Weil sie weiss, wie man alle Parteien in ein solches Riesenprojekt einbinden muss, habe es nur wenig Einsprachen gegeben.

Ihre Freude an der Arbeit ist spürbar. Dass sie ihr manchmal den Schlaf raubt, stört sie nicht. «Ich habe schon immer gegrübelt. Je nach Projektphase kann das mehrere Gründe haben – technische Probleme oder Schwierigkeiten mit Kollegen.» Manchmal kämen ihr beim Grübeln spät nachts gute Ideen. Seit Jahren liegt ein Büchlein neben ihrem Bett, indem sie ihre nächtlichen Einfälle notiert. Je mehr sie sich Zeit nehme, am Fluss Ticino entlangzujoggen, desto kürzer fallen die nächtlichen Grübelphasen aus.

Wohin genau es Valentina Kumpusch zieht, wenn die zweite Gotthard-Autobahnröhre fertig gebaut ist, weiss sie nicht – sie selbst besitzt kein Auto. Was sie sicher weiss: Auch ihr künftiges Projekt muss komplex sein. (SRF/Karoline Thürkauf)

Tagesschau am Mittag, 29.09.2021, 12:45 Uhr;

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Brunner  (Verofit)
    So wird es beim Arlberg gehandhabt:

    Hier kostet eine Einzelfahrt 10,50 EUR, während eine Jahreskarte ebenfalls auf 109,50 EUR kommt (mit Vignetten-Ermäßigung 69,50 EUR).

    Die Tarife 2021 für Pkw: 10-Tages-Vignette: 9,50 Euro. 2-Monats-Vignette: 27,80 Euro. Jahresvignette: 92,50 Euro.

    Wenn das unsere Nachbarn können, können wir das auch. Für Vielfahrer gibt es auch beim Tunnel eine Jahresvignette und das Problem der ausländischen Durchfahrten sowie dem Stau reduziert sich massiv!
  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    Dieser Tunnel wird uns ein Mehrfaches der 2.14 Milliarden Franken Baukosten zustehen kommen. Da keinerlei Maut geplant ist, wird wiederum der Steuerzahler den Bau und die Betriebskosten des einzige Gratistunnels durch die Alpen für halb Europa finanzieren, statt die Benutzer. Der Anreiz die Güter auf die Bahn zu verladen wird ebenfalls sinken, was zu weniger Einnahmen bei der Bahn führt und zu mehr Unterhaltskosten durch Schwerverkehr führt. Von den CO2-Zielen reden wir schon gar nicht.
    1. Antwort von Thomas F. Koch  (dopp.ex)
      BV Art 84 Abs 3 (Alpenschutz) "Die Transitstrassen-Kapazität im Alpengebiet darf nicht erhöht werden. "
      Wird dieser Artikel nicht aufgehoben, dürfen beide Röhren nur Einspurig befahren werden. Die Stauzeiten verringert sich nicht. Die Fahrbahnen werden ab 2032 ohne Gegenverkehr sicherer. Bis dahin muss die Güterverlagerung abgeschlossen sein.

      Die Finanzierung der Nationalstrassen, zu denen der Gotthardtunnel zählt, wird in BV Artikel 86 definiert, zB Vignette, Treibstoffsteuer, usw
    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Thomas F. Koch: Ja schön. In der Schweiz können Verfassungsartikel jederzeit durch Volks- und Ständemehr geändert werden. Warten Sie es ab, bis nach Fertigstellung der zweiten Gotthardstrassenröhre der Stau an Ostern und während den Sommerferien 15 km beträgt. Dann wird dieser Artikel ruckzuck angepasst und von einer Mehrheit angenommen, weil sich bis dann niemand mehr an die damaligen Versprechen erinnern wird und niemand den Sinn einsieht, trotz Stau, zwei Spuren leer zu lassen. Wetten?
    3. Antwort von Thomas F. Koch  (dopp.ex)
      Thomas Leu:
      Weil ich hier auf das bestehende Recht hinweise, heisst nicht, dass ich es befürworte.

      Dass nicht von Anfang an zwei Röhren mit je zwei Spuren gebaut wurden, habe ich noch nie verstanden. Der künstliche Stau bringt dem Umwelt- und Naturschutz aus meiner Sicht gar nichts, eher im Gegenteil.

      Für eine Maut muss das "Bundesgesetz
      über die Abgabe für die Benützung
      von Nationalstrassen" geändert werden, das dem Referendum untersteht. Wie war das mit +20.00/Jahr bei der Vignette?
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Ich selber bin überhaupt nicht für mehr Spuren durch den Gotthard für den Privatverkehr. Je mehr Strassen bzw. je breitere Strassen mit mehr Spuren wir bauen, desto mehr Verkehr ziehen diese an. Dafür gibt es genug Belege. Nun, da ist wohl kaum mehr etwas zu machen gegen diesen Bau. Aber dafür müssen sobald als möglich Tunnengebühren her: Fr. 80.- pro Durchfahrt, für den Schwerverkehr das Doppelte. Das Ganze ist überhaupt nicht Klimaverbesserungstauglich, was da läuft.
    1. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Die Zahlen zeugen gerade das Umgekehrte Herr Von Kännel, wobei die meisten beide Tunnel benutzen um ins Tessin zu kommen:

      Gotthard Tunnel, 2 Spuren , 27 650 Fahrzeuge pro Tag
      Seelisberg Tunnel, 4 Spuren , 20 990 Fahrzeuge pro Tag
    2. Antwort von harald keller  (pragmatiker)
      Man kann nicht jemanden bestrafen, der ins Tessin muss, den Pendler der in ZH aber den Nordring verstopft nicht - das ist unlogisch. Alle sind am Verkehr schuld, auch jene, die nur kurz unterwegs sind. Deshalb: Benzinpreis erhöhen!
    3. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Müller: der Seelisbergtunnel ist ein Zubringer zum Gotthardtunnel. Wenn der Gotthardtunnel Mehrverkehr hat, dann hat zwangsläufig auch der Seelisbergtunnel mehr Verkehr.
    4. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Andreas Müller: Wir können auch Äpfel und Birnen vergleichen, wie es eben gerade ins Konzept passt. Viele kommen ja auch noch über die Axenstrasse um dann in Flüelen ebenfalls auf die Gotthardautobahn zu fahren.
    5. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Die zaheln zeigen eben gerade das nicht. Sie zeigen dass durch beide Tunnel etwas gleichviel (in der gleichen 10er Potenz) Autos fahren. Die Aussagen war ja, je mehr Spuren, desto mehr Verkehrt. Die Zahlen zeigen, dass das nicht stimmt Q.e.d.
    6. Antwort von Thomas F. Koch  (dopp.ex)
      Für mich zeigt, dass weniger Fahrspuren nicht weniger Verkehr bringen.
      Das Kolonnenfahren über die Axenstrasse und die Stauzeiten vor dem Gotthard, zeigen, dass es diesen Verkehrsteilnehmern egal ist, dass es durch den Gotthard nur einspurig geht.

      Die zum Teil künstlichen (Ampeln) Stauzeiten würden sich bei je zwei Spuren verringern, was sich eigentlich auch auf die CO2-Belastung auswirken müsste, da insbesondere wenn es heiss ist, die Motoren für die Klimaanlage laufen gelassen werden.
    7. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Andreas Müller: Manch einer nimmt jetzt noch den Zug von Zürich nach Lugano, weil er weiss, dass er am Gotthard 1-2 Stunden im Stau stehen wird. Dieses Hindernis wird nach Eröffnung der 4 Spuren wegfallen und zu einer sprunghaften Zunahme des alpenquerenden Auto- und Lastwagenverkehrs führen. Die 2-spurige, richtungsgetrennte Gotthardtunneldurchfahrt wird nicht lange Aufrecht erhalten werden können in Anbetracht, dass halb Europa vor dem Gotthardtunnel im Stau steht.
    8. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Keller: Ich würde schon lange begrüssen, dass die Autobahnvignette Fr.100.- - 150.- kosten müsste - ohne Volksbefragung. Denn: Der Egoismus allgemein ist in den letzten Jahren noch gestiegen…das ist der Umwelt sehr abträglich - was bringt es, demokratisch mehr oder weniger zu Grunde gehen?