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Massen-Events in Corona-Zeiten
Aus HeuteMorgen vom 03.09.2020.
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Gross-Events in Corona-Zeiten Werden die Fans ihre Identität offen legen?

  • Ab Oktober dürfen in der Schweiz wieder Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern durchgeführt werden.
  • Das hat der Bundesrat gestern entschieden. Auch Fussball- und Hockey-Spiele dürfen wieder vor Publikum stattfinden.
  • Das freut die Fans und dafür schlucken sie gar eine Kröte.

Ja, das sei ein guter Entscheid des Bundesrats, sagt Josef Zindel, der neue Präsident von Fan-Arbeit Schweiz. «Es gibt vermutlich keinen vernünftigen Menschen, der sich in diesem Umfeld Fussballsport oder Eishockey bewegt, der sich nicht über die Emotionen in einem Stadion freut, über spannende Spiele mit entsprechender Kulisse.»

Fans werden die Vorgaben akzeptieren

Und diese Emotionen kehren jetzt in die Stadien zurück. Die Freude werde auch nicht von den vom Bundesrat erlassenen Einschränkungen getrübt. Wenn sich Hallen und Arenen ab Oktober wieder füllen, gilt dort eine Maskenpflicht. Stehplätze sind verboten und das Bier darf nur im Sitzen getrunken werden.

Diese Regeln würden von den Fans akzeptiert, glaubt Zindel von der Dachorganisation der Schweizer Fanarbeit: «Wir dürfen im Moment, und das wird auch kein noch so emotionaler Fan tun, nicht von der Normalität ausgehen. Sondern jedermann, der ins Stadion kommt weiss, dass andere Bedingungen und andere Anforderungen an die Organisation eines Spiels herrschen als vor der Seuche.»

Contact Tracing – Massnahme für Gesundheitsschutz

Eine der Bedingung für Sportveranstaltungen mit Publikum ist das «Contact Tracing». Wer ins Stadion will, muss seine Personalien hinterlegen. Als vor Jahren zur Bekämpfung von Fan-Gewalt der Fan-Pass eingeführt werden sollte, scheiterte genau das. Die Fans wehrten sich gegen die Offenlegung ihrer Identität. Jetzt soll das gelingen?

«Ich halte die Fans in der grössten Mehrzahl für vernünftig. Es ist dies ja nicht ein repressiver Entscheid, sondern eine Massnahme, damit die Zuschauer gesund bleiben.» Josef Zindel ist überzeugt, dass unter dem Titel Gesundheitsschutz das gelingt, was als Massnahme gegen Gewalt misslang.

So reagieren die Eishockey-Fans auf die neuen Regeln

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Fans im Eishockey-Stadion.
Legende: Keystone

«Was passiert mit den Stehplätzen?», kommentiert ein Fan des EHC Biel auf Facebook. Die Clubs, auch der EHC Biel, rüsten derzeit ihre Eishockey-Stadien um: Dort, wo einst Stehplätze waren, sind jetzt Sitze.

Was das für Saisonabo-Besitzer heisst, ist unklar. Kriegen sie Geld zurück? Eine Antwort darauf gibt es noch nicht, die Clubs brauchen Zeit, um auf die neuen Auflagen des Bundesrates reagieren zu können.

Die Fans bleiben treu

«Ich will kein Geld für mein Abo zurück egal ob ich ein Spiel sehe oder nicht Langnau muss das überleben!», so ein Fan der SCL Tigers. Generell sind die Finanzen der Clubs Thema bei den Fans. Gerade im Eishockey, wo die Stadien im Vergleich zum Fussball viel besser gefüllt sind, werden Einnahmen wegbrechen.

Die meisten Reaktionen der Fans sind zudem wohlwollend gegenüber den Clubs, so auch diese einer Zürcherin: «Wir unterstützen den ZSC bei seinen Bemühungen zum Schutz aller.» Und ein anderer Fan schreibt: «Nicht optimal, aber besser als gar nix.»

SRF 4 News, Heute Morgen, 06:00 Uhr

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Bacher  (mbacher)
    Keine Stehplätze, Maskenpflicht, Contact Tracing, Bier auf dem Sitz ohne Schwatz?! Bei solchen Auflagen macht en sozial geselliger Anlass weder Spass noch Sinn. Es wäre die Bankrotterklärung und der Glaubwürdigkeitverlust jeder Fangruppierung schlechthin (und kommt mir jetzt bloß nicht mit Hooligans und Krawallbrüder!), würden die diese Auflagen mitmachen. Aber es kann ja jeder selber entscheiden, ob er sich der Sinnlosigkeit preisgeben will oder nicht; ich nach 35 Jahren FCB leider nicht mehr.
  • Kommentar von Hubert Glauser  (hubiswiss)
    Man bewege sich hier auf dünnem Eis.Aber irgendwann muss mit der Öffnung und den Lockerungen begonnen werden. Es wird auch wieder Rückschritte geben, das gehört dazu bei einer Pandemie. Es handelt sich hier nicht um glasklare Mathematischen Formeln.
    Jedem ist es selber überlassen,ob er ein Spiel besuchen will. Ich von meiner Seite warte die ersten Runden ab und Entscheide dann. Ich reise mit dem ÖV ans Spiel. Das bedeutet dass ich ca. 5 Stunden am Stück die Maske tragen muss. Will ich das...???
    1. Antwort von Roger Mayer  (Roger Mayer)
      Will ich das...???
      Das ist genau die Frage, die sich mir auch stellt... 5,5h am Stück die Maske im Gesicht... Nein Danke...
  • Kommentar von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
    Mich nähme einmal wunder, welche Gemeinsamkeiten man von einem Hockeymatch zu den bekannten Superspreadings in Gangelt oder Ischgl sieht. Dort haben Menschen, die sich kennen (oder kennenlernen wollten) in geschlossenen, begrenzten Räumen ausgelassen gefeiert. Wenn der Bund mit Grossanlässen Vorsicht walten lässt, hat das doch den ganz anderen Hintergrund, dass sehr viel mehr Menschen sich begegnen. Es geht viel weniger um die konkrete Ansteckungsgefahr, als um die schiere Menge an Begegnungen.
    1. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      Könnte es nicht sogar auch epidemiologisch gesehen von Vorteil sein, Anlässe zu erlauben? Würde auch nur ein Teil des Publikums denselben Match zuhause, in üblicher Lautstärke und natürlich ohne Masken unter Freunden geniessen, stiege ziemlich sicher die Ansteckungsgefahr ins Unermessliche, während sie draussen oder in der Halle, zumal unter Schutzauflagen, vermutlich eher überschaubar ausfällt.