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Grosse ausländische Konkurrenz Das grosse Geschäft mit dem Sondermüll

Legende: Video «Das Geschäft mit dem Sondermüll» abspielen. Laufzeit 3:33 Minuten.
Aus 10vor10 vom 13.11.2017.

Sonderabfall ist giftig – bei unsachgemässer Entsorgung ein Risiko für Mensch und Natur. Das macht die Entsorgung teuer.

Massgeblich zum Schweizer Sondermüllaufkommen trägt die Chemie-Industrie bei – nur ein kleiner Teil kommt von den Privathaushalten. Rund zwei Millionen Tonnen produziert die Schweiz jährlich – Tendenz steigend. Die grosse Frage: Wohin mit all dem Sondermüll?

«Für die meisten Abfälle haben wir Verbrennungsanlagen», sagt Experte Dieter Zaugg zu «10vor10». «Wir haben chemisch-physikalische Anlagen. Der grösste Teil der Abfälle könnte man in der Schweiz verarbeiten.»

Export ist wirtschaftlich interessant

Trotzdem exportiert die Schweiz jährlich tausende Tonnen an Sondermüll. Nicht nur die Sanierung der Sondermülldeponie in Kölliken und der damit verbundenen Entstehung von Altlastmaterial hat zu dieser Zunahme beigetragen.

Insgesamt wurden 2015 rund ein Fünftel des Schweizer Sonderabfalls ins Ausland exportiert, rund dreimal so viel wie noch vor zehn Jahren. Zaugg: «Wirtschaftliche Gründe sprechen dafür, dass man vermehrt Abfälle exportiert. Das ist finanziell interessanter.»

Sondermüll-Exporte
Legende: Von insgesamt 454'800 Tonnen exportiertem Sondermüll wurden im Jahre 2015 234'700 Tonnen nach Deutschland gebracht. SRF

Der Export von Sondermüll sei lukrativ, sagt Verwaltungsratspräsident Pierre-André Vasseur von Remondis. Die Firma sammelt Müll in der ganzen Schweiz ein und bringt die Stoffe zu entsprechenden Entsorgungsanlagen – auch im Ausland. Vasseur: «Der Sonderabfallmarkt ist ein freier Markt, da herrscht Konkurrenz und Wettbewerb. Für gewisse Kunden ist es notwendig, dass wir exportieren können.»

Ein grosses Problem für die inländischen Verbrennungsanlagen: Diese haben bereits jetzt mit hohen Kosten zu kämpfen. Werden in Zukunft weitere Sondermüllverbrennungsanlagen im umliegenden Ausland gebaut, könnte der Preis der Abfallentsorgung im Vergleich zur Schweiz noch weiter sinken – der Todesstoss für viele Schweizer Sondermüll-Entsorgungsanlagen.

Sendebezug: 10vor10 vom 14.11.2017

4 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    So what! Solange wir uns zur Energiewende hinterrücks Atomstrom aus F und Kohlestrom aus D reinziehen, solange wir unserem Wachstumswahn und dem damit verbundenen Schadstoffwachstum nicht Einhalt gebieten, solange wir weiter mit Tonnen von Glyphosat und anderem Dreck den Bienen und Co. kollateral den Garaus machen und unsere Gewässer verpesten, dönnen wir auch unseren Giftmüll exportieren. Kommt nicht mehr draufan. Betragen: Note 1. Wurscht.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Wir haben das Recht, den Sondermüll im Ausland entsorgen zu lassen. Schliesslich leisten wir viel für das Ausland, finanziell (Kohäsion, Entwicklungshilfe, Flüchtlingshilfe, Katastrophenhilfe, Aufbauhlfe etc. Die Schweiz muss sich kein Gewissen machen.
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    1. Antwort von Esther Siefert (E.S. (parteilos))
      ...ach nee ? Aber schämen sollte sie sich. Ist wie mit den Garnelen und den Kartoffeln z.B. in DE, die zum Schälen nach Marokko und zur WEiterverarbeitung wieder zurück gekarrt werden, bloss weil's billiger ist. Oekologie spielt wieder mal keine Rolle, bloss der Mammon...
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    2. Antwort von Esther Siefert (E.S. (parteilos))
      ...und "das Recht", den Sondermüll im Ausland entsorgen zu lassen ? Dafür zahlen wir sehr viel - das gibt's nich "gratis" gegen Kohäsion, Entwicklungshilfe, Flüchtlingshilfe, Katastrophenhilfe, Aufbauhlfe etc.
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