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Grosse regionale Unterschiede Genügend Mietwohnungen – aber zu viele teure

  • Mietwohnungen sind in der Schweiz weniger knapp als auch schon.
  • Die Situation hat sich mit der Abnahme der Zuwanderung entspannt.
  • Im unteren Preissegment herrscht allerdings immer noch Wohnungsmangel.
  • Regional gibt es grosse Unterschiede.

Über alle Regionen und mit Blick auf Wohneigentum und Miete befinde sich der Wohnungsmarkt im Gleichgewicht, schreibt das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) in einer Mitteilung. Die Schweiz sei auch 2017 ausreichend mit Wohnraum versorgt gewesen.

Die wichtigste Entwicklung im vergangenen Jahr: Die Zahl der Haushalte nahm nur um 0,7 Prozent zu. Das Wachstum hat sich damit gegenüber dem Vorjahr halbiert. Der Grund ist der Rückgang der Zuwanderung: Die Zahl der schweizerischen Haushalte nahm wie im Vorjahr um 0,6 Prozent zu, diejenige der ausländischen um 1,1 Prozent gegenüber 2,5 Prozent im Vorjahr.

Mangel an Wohneigentum

Das habe zu Entspannung auf den Mietwohnungsmärkten geführt, schreibt das BWO. Auf dem Mietwohnungsmarkt herrschte insgesamt ein leichtes Überangebot. Auf dem Wohneigentumsmarkt – der primär von der schweizerischen Nachfrage geprägt ist – war die Nachfrage dagegen grösser als das Angebot, und zwar in allen Preissegmenten.

Preisentwicklung Wohneigentum (2012–2017)

Gesamte Schweiz
+8,6%
Genferseeregion-1,9%
Espace Mittelland
+8,7%
Nordwestschweiz+15,8%
Zürich+9,2%
Ostschweiz+12%
Zentralschweiz+10,7%
Tessin+5,2%

Eine Rolle spielt dabei laut BWO auch, dass sich die Wohnbautätigkeit in den letzten Jahren stark in Richtung Mietwohnungen verschoben hat.

Zu viele teure Wohnungen

Für Mietwohnungen im oberen Preissegment gab es 2017 ein deutliches Überangebot. Auch im mittleren und unteren Preissegment entspannte sich die Situation. Im unteren Segment bleibt die Nachfrage allerdings grösser als das Angebot.

Preisentwicklung Mietwohnungen (2012–2017)

Gesamte Schweiz
+1,2%
Genferseeregion- 5,1%
Espace Mittelland
+4,3%
Nordwestschweiz+3,6%
Zürich+1,4%
Ostschweiz+3,3%
Zentralschweiz
+1,4%
Tessin+1,7%

Regional sind das Tessin, die Ostschweiz und die Nordwestschweiz sehr gut mit Miet- und Eigentumswohnungen versorgt. Anhaltend angespannt ist die Marktsituation vor allem in der Zentralschweiz und in der Region Zürich sowie neu auch wieder im Espace Mittelland.

Zürich im Gleichgewicht

Der Mietwohnungsmarkt der Grossregion Zürich befand sich 2017 zum ersten Mal seit 2005 im Gleichgewicht. Das Mietwohnungsangebot war gemäss der Untersuchung nicht nur im oberen, sondern auch im mittleren Preissegment ausreichend. Das Angebot an Wohneigentum hat sich jedoch verknappt. Im Espace Mittelland entspannte sich zwar der Mietwohnungsmarkt – auch im untersten Mietsegment in der Region Bern. Eigentumswohnungen sind aber knapp.

In der Nordwestschweiz gibt es – ausser im untersten Segment – ein starkes Überangebot auf dem Mietwohnungsmarkt und einen starken Nachfrageüberhang auf dem Wohneigentumsmarkt. In der Ostschweiz ist die Situation ähnlich. Allerdings nahm die Eigentümerquote dort im vergangenen Jahr zu, während sie in vielen anderen Regionen abnahm.

Grosses Angebot im Tessin

Am besten mit Wohnraum versorgt ist der Kanton Tessin. Das Angebot wächst weiterhin stärker als die Nachfrage. In der Région Lémanique verblieb der Wohnungsmarkt 2017 im Gleichgewicht. Dieser Zustand sei durch die schweizweit kräftigsten Preissteigerungen in den vergangenen Jahren «erkauft» worden, heisst es im Bericht.

Das BWO erwartet, dass sich die Situation 2018 nicht ändert. Zwar sei die Bautätigkeit im laufenden Jahr leicht rückläufig, schreibt es. Die Investitionen in den Mietwohnungsbau blieben aber hoch. Bei guter Konjunktur und anhaltend tiefen Zinsen werde der Druck auf das Wohneigentum kaum nachlassen. Das Ungleichgewicht zwischen Mietwohnungen und Wohneigentum werde sich verschärfen.

Die Entwicklung wird seit 2009 analysiert. Die Arbeitsgemeinschaft Meta-Sys AG/ZHAW misst im Auftrag des BWO die Auswirkungen der Personenfreizügigkeit auf den Schweizer Wohnungsmarkt und analysiert den Miet- und Wohneigentumsmarkt.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Jürg Häusermann (Ebenda)
    Die Immobilienbesitzer gehören zu den grössten Profiteuren der Tiefzinspolitik. Massiv gestiegene Immobilienpreise bei sehr tiefen Hypothekarzinsen. Eine gewaltige Umverteilung von Vermögen. Und bei den Mieten ist davon nichts angekommen. Jetzt auch noch Lockerung des Mietschutzes einzufordern ist eine Frechheit.
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    1. Antwort von Hans Ochsner (Hans Ochsner)
      In anderen Worten: Die ganze Regulierung hat bei den Mieten nichts gebracht. Sie hat hingegen das Bauen verhindert, behindert und massiv verteuert, das Angebot bei stark steigender Nachfrage limitiert und die Preise in die Höhe steigen lassen. Planwirtschaft funktioniert eben nicht. Das ist längstens und bestens bekannt.
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    2. Antwort von Astrid Meier (Swissmiss)
      Immobilienbesitzer = Pensionskassen... von wegen Tiefzinspolitik.
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  • Kommentar von Nick Schaefer (Nick Schaefer)
    Höchste Zeit für eine Eigentumsreform. Da sprechen alle von Freiheit, sind aber trotzdem nur Pächter in den fremden - statt eigenen - vier Wänden.
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Das heisst also, dass die teuren Wohnungen eher den Zugezogenen vermietet worden sind. Und prompt lässt sich ausweisen - was lange bekannt ist -, dass die Zuwanderung die Mieten hochtreibt. Europaweit, übrigens. Gierige Eigentümer gibt es überall, nur in der Schweiz halten sie über 60% der ständigen Bevölkerung im Würgegriff. Bezahlbares Wohneigentum müsste her.
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    1. Antwort von Dölf Meier (Meier Dölf)
      Mit unseren Löhnen und behördlichen Auflagen ist es unmöglich billige Wohnungen zu bauen.
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    2. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      @Meier - Das haengt immer mehr vom horrenden Bodenpreis und den leistungslosen Bodenzinsen ab. Die viel tiefer waeren, wenn Auslaender - wie in Staaten mit Tassen im Schrank - nur pachten, statt auch kaufen duerften....
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    3. Antwort von Manuela Fitzi (Mano)
      Herr Meier, ich meinte nicht "billiges Wohnen". Sondern ich meinte, dass die Kreditkonstruktionen es erlauben, dass der Mittelstand ohne grosse Sorge auch zu Wohneigentum kommt. Wir zahlen ein Leben lang pünktlich jeden Monat Miete. So könnten wir die Wohnung auch abbezahlen, wenn das Eigenmittel weniger wäre. Wer in Ost- und Südeuropa mit 30 noch in Miete wohnt, wird gefragt, was er falsch macht. Nach 20-30, je nach Finanzstärke, hat er das Haus. Nur wir können das "mit unseren Löhnen" nicht?
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    4. Antwort von Manuela Fitzi (Mano)
      Herr Meier, ich meinte nicht "billiges Wohnen". Sondern ich meinte, dass die Kreditkonstruktionen es erlauben, dass der Mittelstand ohne grosse Sorge auch zu Wohneigentum kommt. Wir zahlen ein Leben lang pünktlich jeden Monat Miete. So könnten wir die Wohnung auch abbezahlen, wenn das Eigenmittel weniger wäre. Wer in Ost- und Südeuropa mit 30 noch in Miete wohnt, wird gefragt, was er falsch macht. Nach 20-30, je nach Finanzstärke, hat er das Haus. Nur wir können das "mit unseren Löhnen" nicht?
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