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Legende: Video Raubzug der Wiesenwanze abspielen. Laufzeit 01:52 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.08.2019.
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Grosse Schäden Einheimische Wanzen vernichten Broccoli-Ernte

Es ist nicht mehr nur die exotische marmorierte Baumwanze, die für Gemüsebauern ein Problem ist. Auch die einheimischen Kohl- und Wiesenwanzen verursachen vermehrt Schäden.

Bei exotischen Insektenarten wie der marmorierten Baumwanze verwundert es wenig, dass sie hierzulande keine natürlichen Feinde haben und somit zum Problem werden können.

Doch nun sind es vermehrt die einheimischen Wanzenarten, welche die Gemüsebauern plagen. Die Wiesenwanze und die Kohlwanze werden immer mehr zum Problem, sagt Stefan Herren. Er ist Anbauleiter eines Gemüseproduzenten in Basadingen (TG). «Die Wanzen stechen in die Blüten, was diverse Verkorkungen zur Folge hat. Der Befall ist in diesem Fall so intensiv, dass auf jedem Broccoli mindestens eine Wanze gefunden werden konnte und die Ernte nicht verwendet werden kann.»

Teaser
Legende: SRF

Die Ursachen für die starke Verbreitung der Wanze sind noch nicht restlos geklärt. Wegen den warmen Temperaturen in den Frühlings- und Sommermonaten der letzten Jahre konnte sich die Wanze stark vermehren. Auch natürliche Feinde sind bislang nicht bekannt, weshalb eine Regulierung durch Nützlinge bislang nicht möglich ist.

Auf jedem Broccoli wurde mindestens eine Wanze gefunden. Die Ernte kann nicht verwendet werden.
Autor: Stefan HerrenLeiter Anbau Frischgemüse, Rathgeb Bio

Selbst wenn ein Nützling entdeckt würde, wäre sein Einsatz bei Freilandkulturen weiterhin heikel. Der Nützling könnte sich seinerseits unkontrolliert verbreiten und so zum Schädling werden.

Schaden von über 100'000 Franken

Das Einnetzen der Felder ist die bislang effizienteste Massnahme gegen die Wanzen, sagt Christoph Gubler vom Strickhof Winterthur. Das grosse Problem: Es ist extrem aufwändig und es besteht die Möglichkeit, dass sich das Klima unter dem Netz verändert. Dann könnten neue Probleme wie Fäulnisbildung oder Pilzbefall auftreten.

Beim Produzenten in Basadingen muss nun ein Grossteil der Broccoli-Ernte abgeschrieben werden. Dies sei eine neue Entwicklung, sagt Anbauleiter Stefan Herren. Der Befall, der im letzten Jahr nur punktuell auftrat, sei in diesem Jahr enorm verbreitet.

Der Schaden am Broccoli ist dabei eigentlich vor allem ästhetischer Natur. Doch die Kunden möchten keine braunen Stellen und Verkorkungen, auch wenn der Verzehr von solchem Gemüse keinerlei gesundheitliche Risiken birgt. Da dieses Gemüse nicht in den Verkauf kann, wird der Schaden allein in diesem Unternehmen mehr als 100'000 Franken betragen.

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32 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Und wen wundert es, dass die NATUR - gerade bei Mono-Kulturen, welche mittels viel Chemie behandelt werden/wurden - und deren Nutztiere, vergiftet werden, worden sind!!
    Industrialisierte Schweizer Landwirtschaft, schafft Zerstörung und das AUS für Ökosystem - Umelt = Lebensgrundlage der Bevölkerung! Was für eine verantwortungslose Volks-Politik!
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  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    Der Klimawandel beguenstigt natuerlich die explodierende Popuation der einheimischen Wiesenwanze.. aber immerhin.. etwas beschaedigte Broccoli.. dafuer doch sicherlich nicht gespritzt.. also nicht mit Pestiziden behandelt.. Also Wanzen ablesen, Broccoli waschen und geniessen...oder?
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  • Kommentar von Verena Eberhard  (Verena Eberhard)
    Als Kind hatte ich das Vergnügen Tomaten verschiedene Gemüse, Aprikosen, Erdbeeren, Himbeeren und gelbe Pflaumen aus dem Garten meiner Eltern essen zu dürfen. Wenn ich heute Tomaten, Aprikosen oder sonstige Früchte kaufe sind sie fad und schmecken nach gar nichts. Ich frage mich woher das kommt. Zudem sind sie den Preis nicht wert ob Bio oder normaler Anbau. Das wäre einmal ein Thema das die Öffentlichkeit interessieren sollte und nicht Wanzen.
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    1. Antwort von D. Thrum  (Thrum)
      Das liegt an den verwendeten Sorten. Würde ich meinen.
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