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Grossprojekt im Greyerzerland Riesiger Schokoladenpark geplant – für 400 Millionen Franken

Seit vier Jahren ist klar: Nestlé Schweiz und die Investmentgesellschaft Jogne Invest haben im freiburgischen Broc Grosses vor. Dort, wo Cailler seit 1898 Schokolade herstellt, soll ein riesiger Schokoladenpark entstehen – als Erweiterung des heutigen Museums. Nun haben die Verantwortlichen ihre Pläne vorgestellt. Ein Blick auf die wichtigsten Zahlen zeigt: Die Dimensionen des Projekts sind gewaltig.

400 Millionen Franken

So hoch sind die Gesamtkosten des Projekts. 200 Millionen Franken werden für den Park selbst benötigt. Weitere 200 Millionen Franken sind für den Bau einer Tiefgarage, von Hotels und einer Seilbahn eingeplant.

30'000 Quadratmeter

Das ist die Fläche, auf der sich der Park erstrecken soll. Das Gebäude, in dem heute der Museums-Shop und das Café sind, wird durch einen Neubau ersetzt. Die aktuell stillgelegten Fabrikwerkstätten werden restauriert und fürs Publikum zugänglich gemacht. Ausserdem gibt es drei Gewächshäuser mit Kakaobäumen sowie ein Gebäude auf dem Dach der Hallen, ein sogenanntes «Emporium». «Wir planen kein Disneyland», sagt Xavier Jeanneret, der den Park mitgestaltet hat. «Vielmehr sollen Besucherinnen und Besucher in die Geschmacks- und Geruchswelt der Schokolade eintauchen.» Ein Rundgang dauere bis zu fünf Stunden.

Drei riesige Kakaobohnen aus Metall und Glas.
Legende: Die aus Glas und Metall erbauten Kakaogewächshäuser sind auch ein Verweis auf die Metallindustrie, für die das Greyerzerland bekannt ist. Visualisierung: Verein Gruyère-Chocolat

128 Jahre in Betrieb

1898 eröffnet, ist der Standort der Cailler-Fabrik in Broc im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung aufgeführt. Dies musste in der Planung des Schokoladenparks berücksichtigt werden. Eine frühere Projektversion wurde 2025 von zwei eidgenössischen Kommissionen (für Denkmalschutz und Natur- und Heimatschutz) beurteilt. Das Gutachten kam zum Schluss, dass das Projekt redimensioniert werden müsse, damit das Ortsbild bestehen bleibt. «Nun haben die Promotoren erste Anpassungen gemacht», bestätigt der Freiburger Staatsrat Jean-François Steiert. «Sie sind sich bewusst, dass die Meinungen der Kommissionen eine wichtige Rolle spielen fürs Vorwärtskommen.»

Das historische Fabrikgebäude, davor ein moderner quadratischer Bau.
Legende: Die historische Fassade der Schokoladenfabrik soll möglichst gut zur Geltung kommen. Visualisierung: Verein Gruyère-Chocolat

700 Parkplätze

Künftig gibt es bei der Fabrik keine Parkplätze mehr. Dafür entsteht im Gebiet Liaubon am Dorfausgang von Broc eine Tiefgarage mit 700 kostenpflichtigen Plätzen. «Für Broc ist es wichtig, dass der Verkehr von den Gemeindestrassen auf die Kantonsstrassen verlagert wird», sagt Brocs Vize-Gemeindepräsident Jean-Marc Horner. Ausserdem hofft er, dass mindestens die Hälfte der Gäste mit dem Zug anreist. In Liaubon sind zudem mehrere Hotels geplant.

1 Seilbahn

Von Liaubon aus nehmen Besucherinnen und Besucher eine Seilbahn, die sie zum Schokoladenpark bringt.

Seilbahngondeln steigen in die Luft.
Legende: Der Standort Liaubon wird durch eine Seilbahn mit dem Park verbunden. Visualisierung: Verein Gruyère-Chocolat

1 Million Besucherinnen und Besucher

Mit 480'000 Gästen im Jahr 2025 ist das Schokoladenmuseum bereits heute die meistbesuchte Sehenswürdigkeit im Kanton Freiburg. Der neue Park soll indes noch mehr Publikum anlocken: langfristig bis zu einer Million Besuchende. Diese Zahl nimmt Brocs Vize-Gemeindepräsident Jean-Marc Horner gelassen: «Bereits jetzt haben wir in unserer Region eine Million Besucherinnen und Besucher. Mit dem Park werden wir das Tourismusangebot verbessern können.»

10 Baugesuche

Ende März wird das Projekt öffentlich aufgelegt. Neben der Anpassung des Ortsplans und einem Detailbebauungsplan können zehn Baugesuche eingesehen werden.

Vogelperspektive auf das gesamte Gelände.
Legende: Der Schokoladenpark soll die Region weltweit als die «Hauptstadt der Schweizer Schokolade» bekannt machen. Visualisierung: Verein Gruyère-Chocolat

2030 - erste geplante Bauetappe

Die Investoren rechnen damit, dass die erste Bauetappe im Laufe des Jahres 2030 eröffnet werden kann. Der Zeitpunkt sei jedoch von diversen Genehmigungen abhängig.

Regionaljournal Bern, Freiburg, Wallis, 19.03.2026, 06:30 Uhr ; 

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