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Grüne und Grünliberale Wiedervereinigung der beiden Ökoparteien in Sicht?

Grüne und Grünliberale sind im Hoch. Trotz der Trennung 2004 sind sie sich in Umweltfragen immer noch nah. Geht da was?

Richtungskämpfe gehörten schon immer zur Geschichte der Grünen. So erbittert wie anfangs der Nullerjahre waren sie allerdings nie. 2004 kam es gar zum Bruch. Im Kanton Zürich gründeten wirtschaftsliberale Grüne um Nationalrat Martin Bäumle und Regierungsrätin Verena Diener die Grünliberalen.

Dass mit Diener die einstige Parteipräsidentin der Grünen absprang, habe sie besonders getroffen, sagt Cécile Bühlmann. «Ich war schockiert und konnte es zuerst nicht glauben», so die damalige Fraktionspräsidentin der Grünen im Nationalrat.

Grüne wie Grünliberale stärker als CVP

Auch danach hatte man sich nicht mehr viel zu sagen. Martin Bäumle wurde umgehend aus der grünen Nationalratsfraktion ausgeschlossen. Rein rechnerisch zahlte sich die Trennung für das ökologische Lager allerdings aus.

Sowohl Grüne wie Grünliberale legten 2007 bei den nächsten nationalen Wahlen stark zu und trotz zwischenzeitlicher Rückschläge sind die beiden grünen Parteien zusammen heute wählerstärker als etwa die CVP.

Die Verletzungen waren damals spürbar – spielen heute aber keine Rolle mehr.
Autor: Jürg GrossenGLP-Parteipräsident

Laut Umfragen legen Grüne und Grünliberale nächstes Jahr noch einmal zu und könnten mit rund 15 Prozent Anspruch auf einen Bundesratssitz anmelden.

Die Umwelt verbindet

Doch wenn es nach Jürg Grossen, dem aktuellen Parteipräsidenten der Grünliberalen, geht, wird es nicht zu einer grünen Allianz kommen. «Die Grüne Partei tickt mir in Wirtschaftsfragen zu sehr links.» Das sei einfach nicht seine Gesinnung.

In Umweltbelangen arbeite man aber mit den Grünen ausgezeichnet zusammen. Und auch menschlich passe es. «Die Verletzungen waren damals spürbar, spielen heute aber keine Rolle mehr und sind quasi nicht mehr vorhanden», so Grossen.

Unterschiedliche Marken mit ähnlichen Anliegen

Auch Balthasar Glättli, der Fraktionspräsident der Grünen im Nationalrat äussert sich ähnlich. Er war vor 15 Jahren stark an den Auseinandersetzungen zwischen dem linken und rechten Parteiflügel beteiligt.

Heute freut er sich auch über Wahlerfolge der Grünliberalen. «Gerade weil wir sie nicht als direkte Konkurrenz haben, sondern eher die Freisinnigen, die leider ihre ökoliberalen Wurzeln begraben haben.

Es sei wichtig, dass grüne Anliegen auch bei den Bürgerlichen wieder mehr Gewicht bekämen. Grün und Grünliberal – das blieben aber zwei sehr unterschiedliche Marken.

Gemeinsame Delegiertenversammlungen wird es so schnell also sicher nicht mehr geben.

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Jürg Brauchli (Rondra)
    Ich behaupte jetzt einfach mal frech, dass sich in unserem Land PFZ und Umwelt-, Natur- und Menschenschutz gegenseitig ausschliessen. Im Gegensatz zu jenen Ländern, welche sich dank PFZ langsam entleeren...
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  • Kommentar von Jürg Brauchli (Rondra)
    Einziger Grund vermutlich, um einen Bundesrat stellen zu können. Den bräuchte es aber mit einem Rahmenvertrag gar nicht mehr. Mindestens die Hälfte des Parlaments wäre dann sowieso überflüssig. Genauso wie in der Bundesverwaltung. Dann gäbs nicht mehr viel zu beschliessen. Aber dieses Personal könnte dann auf die Sozialämter in die Gemeinden wechseln. Die hätten dank UBR mehr als genug zu tun.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (jolanda)
    Grüne Ansichten und deren Einsätze für die Natur, Wälder, Felder und Erholungsgebiete sind genau so wichtig, wie alle Anliegen bei anderen Parteien im Land. Nur, solange die "Grünen" die Bevölkerungspolitik stets völlig tabuisieren und sogar noch an vorderster Front für die unkontrollierbar gewordene Einwanderung einstehen, ist kein grüner Politiker glaubhaft oder "ernst" zu nehmen! Bald haben wir 10'000'000 Menschen im kleinen Ländchen Schweiz! Wo und wie sollen dich die Leute noch wohl fühlen?
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