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«Kasse ködert Kunden»
Aus Espresso vom 04.11.2019.
abspielen. Laufzeit 06:52 Minuten.
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Grundversicherung Krankenkasse Frust wegen Schnäppchen-Angebot

Grosse Prämienrabatte klingen verlockend, sorgen aber auf den zweiten Blick für Ernüchterung.

Beim Krankenkassenvergleich im Internet ist einem «Espresso»-Hörer eine Versicherung der Krankenkasse Progrès ins Auge gestochen, einer Tochter der Helsana-Gruppe. Mit dem Angebot Benefit Plus hätte der Hörer mit einem Rabatt von 17 Prozent einiges an Prämie einsparen können.

Allerdings stellt sich schon beim Einholen der Offerte heraus: Dieses Angebot, ein Hausarztmodell, gibt es an seinem Wohnort in Schaffhausen gar nicht. «Ich habe verschiedene Hausärzte eingegeben», erklärt der Hörer gegenüber dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso». Mehr als eine Fehlermeldung gab es aber nie.

Wer den Rabatt will, muss grössere Distanzen hinnehmen

Ja, man habe in Schaffhausen keine Hausärzte mit einem Rabatt von 17 Prozent, bestätigt die Helsana auf Anfrage von «Espresso». Will der Hörer also seinen Hausarzt in Schaffhausen, muss er auf eine teurere Versicherung ausweichen. Andernfalls muss er einen weiteren Weg in Kauf nehmen.

Tipps zum Wechseln der Grundversicherung

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  • Bis Ende November kann die Grundversicherung gewechselt werden. Entscheidend dabei ist: Die Kündigung muss am letzten Arbeitstag im November bei der Versicherung eintreffen. Da der 30. November 2019 auf einen Samstag fällt, muss die Kündigung bereits am 29. November bei der Versicherung sein.
  • Bei einem Wechsel zum Hausarztmodell unbedingt prüfen, ob der gewünschte Hausarzt in der Liste des Versicherers ist und unbedingt anfragen, ob der Arzt noch Patienten aufnimmt.

Der nächste Hausarzt, auf dem die Progrès einen Rabatt von 17 Prozent gewährt, befindet sich in Eglisau (ZH). Die Fahrt ins Zürcher Unterland dauert mit dem Auto rund 30 Minuten. Gleicher Fall in Chur: Auch in der Bündner Kantonshauptstadt gibt es keinen Haursarzt, bei dem die Progrès einen Rabatt von 17 Prozent gibt. Die «Espresso»-Hörerin aus Chur müsste eine Fahrt von rund 25 Minuten in Kauf nehmen, in den Nachbarkanton St. Gallen.

«Kasse ködert Kunden»

Der Internet-Vergleichsdienst Comparis kennt das Problem und bezeichnet diese Versicherungsangebote als «leere Produkte». Mediensprecher Felix Schneuwly sagt, Kunden würden immer wieder solche Fälle melden, auch von anderen Krankenkassen. Er vergleicht es mit einem Müesli, bei dem nur die leere Verpackung verkauft wird. Dies sei nicht zulässig.

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262 Franken im Monat – so viel zahlen junge Erwachsene in der Schweiz durchschnittlich für ihre Krankenkasse. Es lohnt sich, etwas Zeit in einen eventuellen Wechsel zu investieren. Einige Hacks helfen dabei.

Allerdings: Gesetzlich ist es nicht vorgeschrieben, wie weit ein Hausarzt maximal vom Wohnort entfernt sein darf. «Wir prüfen nicht, wie weit weg ein Hausarzt von der Wohngemeinde ist», erklärt Helga Portmann vom Bundesamt für Gesundheit. Es gebe auch Menschen, die ihren Hausarzt bewusst am Arbeitsort wählten und nicht am Wohnort.

Fazit: Solche vermeintlichen Prämienschnäppchen sind für den Versicherten zwar ärgerlich, aber rechtens. Und beim «Espresso»-Hörer aus Schaffhausen bleibt der Verdacht: «Man ködert auf diese Art Kunden».

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5 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Gibt es denn Hausärzte/Hausärztinnen wie Sand am Meer und sind die beliebig austauschbar? Last but not least, nehmen die noch neuen PatientInnen?
    Die Lösung wäre einfach aber Politiker, die solch propagieren würden nicht mehr gewählt oder vielleicht gerade schon? Einheitskasse, weg von der Kopfprämie zur einkommensabhängigen Prämie und den Paradigmenwechsel von der 'einfachen', nebenwirkunsarmen zur kostspieligen nebenwirkungsreichen Medizin. Erstere nützt den PatientInnen letzter den Konzernen
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  • Kommentar von Joseph De Mol  (Molensepp)
    Lange war ich der faktenbasierten Meinung, das KVG könne reformiert werden. Wie ich mich geirrt habe! Es braucht nicht weniger als eine infame Revolution diesbezüglich, ein Akt von Tabula Rasa, das Drücken des Reset-Knopfes. Diese überbordende und noch von Gesetzes wegen legitimierte Volksveräppelung und Selbstbedienungslasden muss endlich gestoppt werden. Auf die in bestbezahlte KK-Lobbyarbeit integrierte Politiker ist nicht zu hoffen. Es braucht 2020 nochmals die Volksabstimmung dazu!!
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  • Kommentar von M. Keller  (mkel)
    Die Ärztesuche bei Helsana (bei der man übrigens keinen Namen, nur den Ort eingeben muss) zeigt sowohl in Chur als auch in Schaffhausen zahlreiche Hausärzte mit immerhin 12% Rabatt. Helsana/Progres spricht von "mindestens 10% Rabatt" beim HMO, nicht von garantierten 17%. Hier ist eher der Vergleichsdienst das Problem, nicht die Kasse. Er berücksichtigt offenbar nicht alle Faktoren. Fast noch wahrscheinlicher halte ich aber die Angabe "bis zu 17%", die halt wie so oft überlesen wird...
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    1. Antwort von U. Kneubühl  (open)
      M. Keller hat recht. Man muss halt nicht bei comparis schauen, sondern bei bonus.ch. Die haben das nicht verschlafen.
      Im übrigen ist diese Rabattpraxis eigentlich ein Verstoss gegen den Sinn des Hausarztmodells. Wenn man wegen höherer Stufe ständig den Hausarzt wechselt, entfällt ja der Spareffekt durch die beim Hausarzt überlicherweise vertieften Kenntnisse des Patienten.
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