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Achtung Wolf. In den Bündner Bergen liegen die Nerven blank
Aus Rundschau vom 03.02.2021.
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Gürbetal-Gantrisch Wölfin im Bernbiet abgeschossen

Die Wölfin hat zu viele Nutztiere gerissen und wurde darum zum Abschuss freigegeben. Nun wurde sie erlegt.

  • Die Wölfin F78 hat im Gebiet Gürbetal und Gantrisch innerhalb von vier Monaten 36 Tiere gerissen.
  • Laut eidgenössischer Jagdverordnung kann ein Wolf in diesem Fall zum Abschuss freigegeben werden.
  • Anderthalb Wochen später hat ein Wildhüter die Wölfin am Sonntag erlegt.

Das Tier habe versucht, in eine geschützte Nutztierherde einzudringen, meldet das Jagdinspektorat des Kantons Bern. Es handle sich dabei wohl um die Wölfin F78. Der Kadaver wurde zur Untersuchung ins Tierspital der Universität Bern gebracht. Weitere Informationen zum Abschuss gibt das Jagdinspektorat nicht bekannt.

Seit Herbst 2020 unterwegs

Die Wölfin tauchte erstmals Mitte Oktober in Toffen auf. Sie riss drei Schafe, ein weiteres musste getötet werden. Bis zum 8. Februar wurden 29 Vorfälle gemeldet, bei denen 32 Tiere gerissen wurden, 20 mussten getötet werden, vier gelten als vermisst. Sämtliche Risse seien laut DNA-Proben auf die Wölfin zurückzuführen, so das Jagdinspektorat. Jene Nutztiere, die nicht ausreichend geschützt waren, wurden nicht gezählt, da in der Region bereits zuvor ein Wolf unterwegs war.

Nach mehreren Appellen seitens der Behörden verstärkte ein Teil der Nutztierhalterinnen und -halter ihre Zäune oder stellte die Schafe über Nacht im Stall ein. Die Wölfin fand jedoch immer wieder Tiere, die zu wenig gut geschützt waren.

Wie der Wolf vergrämt werden sollte

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Mit der Vergrämung soll der Wolf sozusagen erzogen werden. Beim Wolf soll ein anderes Verhalten hervorgebracht werden. «Es ist unrealistisch, dass wir ihn damit vertreiben», sagt der Berner Jagdinspektor Niklaus Blatter. Wichtig sei, dass er die Scheu vor dem Menschen wieder erlangt.

Um dies zu erreichen, wird mit Gummischrot auf den Wolf geschossen. Am besten dann, wenn er der Zivilisation zu nahe kommt. «Er muss in flagranti erwischt werden und es muss ihm weh tun», so Blatter.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Wildhüter den Wolf in flagranti erwischt, ist nicht sehr gross. Zudem nützt dies für die Schafe kaum etwas. «Hier geht es um das Verhalten gegenüber dem Menschen und nicht gegenüber den Schafen.»

Die Behörden versuchten, die Wölfin zu vergrämen. Auch das half nicht. «Es gibt deshalb leider keine andere Möglichkeit als einen Abschuss», wurde Jagdinspektor Niklaus Blatter in einer Mitteilung von Ende Februar zitiert. Die Wölfin werde weiter Nutztiere reissen, weil es bisher zu einfach gewesen sei und sie sich inzwischen darauf spezialisiert habe.

Darum wurde vor anderthalb Wochen die Abschussbewilligung erteilt. Ziel war, weiteren Schaden an Nutztieren zu verhindern. Die Bewilligung galt befristet bis Ende März. Ab dem 1. April bis Ende Juli gilt für weibliche Wölfe ein besonderer Schutz, um sich fortzupflanzen und die Jungtiere aufzuziehen.

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Aus dem Archiv: Erklärungen zum Wolf
Aus NETZ NATUR vom 27.08.2020.
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Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 01.03.2021, 17:30 Uhr;

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28 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Die Annahme, der Mensch sei anderen Arten überlegen und hätte daher das Recht, diese nicht-menschlichen Tiere auszubeuten, zu konsumieren und Profit aus ihnen zu schlagen – und das, obwohl diese Lebewesen, genau wie wir Menschen, an ihrer Freiheit und an ihrem Leben hängen, Schmerzen empfinden und Angst verspüren. Menschen sind nicht überlegen, nur weil sie denken, sie wären intelligenter als andere Tiere. Auch der Wolf hat ein Recht auf ein natürliches Leben in Freiheit es ist seine Bestimmung
    1. Antwort von Norbert Vogel  (Zägg En Amsle)
      Der Mensch hat jedes Recht, wenn er es durchsetzen kann. In der Natur gilt nun mal nur das Recht des Staerkeren. Der Wolf wird die Schafe auch nicht gefragt haben, ob sie lieber noch etwas leben moechten.

      Insofern - doch, Menschen sind ueberlegen, weil sie alle anderen Arten mehr oder weniger verdraengt haben. Das ist die normative Kraft des Faktischen.

      Natuerlich ist gut, dass sich der Mensch zugunsten der Biodiversitaet etwas zurueckhaelt. Ein "Recht" darauf haben andere Arten aber nicht
    2. Antwort von Jonathan Wolff  (Nathanloup)
      @Vogel: Etwas zurückhält? Ein RADIKALES Umdecken muss stattfinden...
    3. Antwort von Norbert Vogel  (Zägg En Amsle)
      @Jonathan: KEINE andere Art haelt sich in der Natur bei ihrer Verbreitung oder ihrem Verhalten gegenueber anderen Arten so sehr zurueck wie der Mensch. Es ist voellig natuerlich, dass jede Art ihre eigene Verbreitung zum Ziel hat, dafuer andere Arten schaedigt oder sogar ausloescht, und am Ende der staerkste bzw. der mit dem groessten Selektionsvorteil ueberlebt.

      Der Mensch hat natuerlich die Moeglichkeit, vorauszusehen, dass es recht unklug waere andere Arten auszuloeschen...
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Echter "Herde-Schutz" vor den inteligenten Wölfen (Heger und Pfleger von Ökosystemen) in Bergregionen = notwendiger, entsprechender Einsatz von Hütehunden! Der Mensch (=Zerstörer von Ökosystemen)!
  • Kommentar von marc rist  (mcrist)
    Was dieser David Gerke von sich gibt, lässt nichts Gutes erahnen. Relativieren und Schönreden bis zum Geht-nicht-mehr.