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Legende: Video Bienenvölker haben den Winter gut überstanden abspielen. Laufzeit 01:56 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.08.2016.
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Schweiz Gute Neuigkeiten aus den Bienenhäuschen

Eine freudige Nachricht: Selten zuvor haben Schweizer Imker im Winter so wenige Bienen verloren. Dies ist vor allem auf die verbesserte Parasitenbekämpfung zurückzuführen. Entwarnen wollen die Imker aber nicht – im Gegenteil.

«Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben», prognostizierte einst Albert Einstein. Ohne Bienen, keine Bestäubung, keine Pflanzen, keine Tiere und auch kein Mensch mehr. Deshalb ist es umso erfreulicher, dass das Bienensterben in der Schweiz zurückgegangen ist.

Noch selten zuvor haben Schweizer Imker so wenige Bienenvölker verloren wie im vergangenen Winter. Dies zeigen neuste Erhebungen des Deutschschweizer Imkerverbands, die am Mittwoch publiziert werden. Gerade mal 10,6 Prozent der Schweizer Bienenvölker haben den Winter nicht überlebt. Dies ergab eine breit angelegte Umfrage bei über 1000 Imkern in allen Landesteilen.

Ein Imker mit Schutzkleidung vor seinem Bienenhäuschen.
Legende: Ein Imker bei der Milbenbehandlung. Keystone

Kein Wunder also ist Robert Sieber, Vize-Präsident des Verbands, dieser Tage sehr zufrieden: «Wir sind hocherfreut, weil rund 50 Prozent der Imker gar keine Verluste hatten», sagt der Herr über zwei Millionen Bienen.

Nachlässige «Mode-Imker»

Die grösste Gefahr für die hiesigen Bienen ist die Varroa-Milbe. Sie überträgt Viren, die für die Bienen tödlich sind. Durch den Einsatz verschiedener Naturgifte können die Parasiten aber bekämpft werden. Und genau dies hätten die Schweizer Imker in den letzten Jahren immer besser gelernt, so der Verband.

Während die meisten Schweizer Bienenzüchter den Parasiten den Kampf angesagt haben, gibt es aber auch Schwarze Schafe: So genannte «Mode-Imker», die auf Balkonen oder Dachterrassen ein paar Bienen züchten und die Varroa-Bekämpfung zu wenig ernst nehmen. Solche vernachlässigten Bienen könnten die Parasiten auch in benachbarte Bienenvölker bringen, erklärt Sieber.

Fähigkeitsausweis für Imker gefordert

Darum fordern Sieber und sein Verband schon seit einiger Zeit obligatorisch Kurse für alle Schweizer Imker. Der Bund soll mit einem Fachausweis sicherstellen, dass mindestens ein Grundwissen in Bienenhaltung vorhanden sei.

«Wenn man professionell mit der Varroa-Milbe umgeht, sind die Verluste viel tiefer. Das bestärkt uns in der Überzeugung, dass gut ausgebildete Imker diese Probleme nicht haben», so Sieber.

Die Forderung der Imker werde in Bundesbern derzeit geprüft, berichtet das zuständige Bundesamt auf Anfrage. Wann eine Antwort erwartet werden könne, sei aber noch unklar.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von H. Wach  (H. Wach)
    Liebes SRF, lieber Herr Sieber: Statt nach der Art des Boulevard-Journalismus über das „Bienensterben“ zu lamentieren, wäre es für die interessierten Leser sehr aufschlussreich, nicht nur die Folgen einer verfehlten, intensiven, mit Chemie verseuchten Landwirtschaft durch Monokulturen aufzuzeigen. Ich denke da an erfreuliche Dokumentationen aus Südosteuropa, wo zahllose Kleinbauern in blütenreicher Landschaft seit Jahrhunderten ihr karges Einkommen auch mit gesunden Bienenvölkern verbessern.
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  • Kommentar von Christoph Heierli  (help)
    Ich betreibe seit 17 Jahren eine Imkerei. Mein Völkerbestand zählt 50-60 Stück. Meine Milben Behandlungen mache ich seit Anbeginn immer genau gleich.Auch bei mir ist die Verlust Rate dieses Jahr kleiner als in den letzten Jahren. Ich führe dies jedoch eher auf das leider nur zwei Jährige Verbot von Neonicotinoiden. Im zweiten Jahr des Verbotes tritt offenbar eine Wirkung ein. Es stimmt was eine Fachstelle kürzlich feststellte, Die hälfte der Insektizide würde bei weitem ausreichen.
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  • Kommentar von H. Wach  (H. Wach)
    Als intensive Beobachter der Flora u. Fauna – auch von kleinsten Lebewesen – stellen wir immer wieder fest, wie trostlos, monoton, verödet die öffentlichen u. privaten Grundstücke gestaltet sind. Anstatt die Grünanlagen zu blühenden Landschaften zu gestalten, z.B. mit blütenreichen Obstbäumen, Lindenbäumen, Brombeeren, Weissdorn, Klee u. zahlreiche weitere „Trachtpflanzen“ für Biene, Hummel u. Co. sieht man hauptsächlich kahlgeschnittene Grasflächen u. Hecken m. Geraden u. rechtem Winkel.
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