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Schweizer Bevölkerung soll gesund altern
Aus Rendez-vous vom 17.02.2020.
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Gutes Altern in den Schweiz Was heisst Altwerden in einer guten Umgebung?

Gesundheitsminister Alain Berset will mit der neuen Strategie Gesundheit 2030 auch das gesunde Altern fördern.

Zwei Drittel der über 80-Jährigen sind zufrieden mit ihrer Gesundheit. Für Gesundheitsminister und Bundesrat Alain Berset ist deshalb klar: «Der grossen Mehrheit geht es gut, sogar sehr gut. Die sind unabhängig und können zu Hause leben. Aber für die anderen, die eine Unterstützung brauchen, müssen wir da sein.»

Die letzten Lebensjahre sind oft geprägt von Krankheiten, die nicht ansteckend sind: Herz-Kreislauf-, chronische Atembeschwerden, Diabetes, Krebs, Demenz oder Probleme mit der Psyche oder dem Bewegungsapparat.

Aufs Positive blicken

Doch Berset plädiert dafür, dass wir unser Bild vom hohen Alter justieren. Er möchte vom negativen Fokus auf Krankheiten und Einschränkungen weg, hin zu einem ganzheitlicheren, positiveren Blick. «Es ist eine grosse Debatte, die eine gewisse Anpassung der Strukturen der Gesellschaft zum Ziel hat», sagt er.

Um das Wohlbefinden und die Lebensqualität im Alter zu behalten, brauche es gute Rahmenbedingungen, eine gesunde Umwelt, aber auch das eigene Zutun. Prävention und Anreize können unterstützend wirken, gerade was den Lebensstil betrifft – also etwa regelmässige Bewegung, das Essverhalten und den Umgang mit Genuss- oder Suchtmitteln.

Altersleitbilder helfen den Gemeinden

Für die Rahmenbedingungen sind Gesellschaft, Bund und Kantone zuständig. Der Kanton Bern zum Beispiel arbeitet eng mit den Gemeinden zusammen, wie Astrid Wüthrich, die Vorsteherin des Alters- und Behindertenamtes, sagt: «Fast alle Gemeinden haben ein Altersleitbild. Neben Gesundheitsversorgung sprechen sie Themen wie Mobilität, öffentliche Sicherheit, Wohnen und so weiter an. Diese Themen sind genauso wichtig wie die Gesundheit.»

Denn das Umfeld, die Möglichkeiten im Alter und die Vorstellungen über das Alter prägen unseren Umgang mit älteren und betagten Menschen, aber auch den Umgang mit dem eigenen Älterwerden.

Langzeitpflege stärken

Aber eines ist klar: Auch ein gesunder Lebensstil und gute Lebensqualität verhindere nicht bei allen, dass sie Pflege brauchen. Gesundheitsminister Berset will deshalb mit der neuen Strategie Gesundheit 2030 die Langzeitpflege stärken und die aktuelle Finanzierung hinterfragen.

In der Schweiz leben viele Seniorinnen und Senioren zu Hause. Ab 85 Jahren nehmen die Eintritte in ein Alters- und Pflegeheim zu. Das Umfeld und die sozialen Kontakte seien zentral für ein gesundes Alter, sagt Markus Leser von Curaviva, dem Verband der Alters- und Pflegheime.

Dabei sollen nicht Gebote und Verbote über allem stehen: «‹Du sollst nicht› ist negativ. Es geht eher darum, herauszufinden, was man gemeinsam tun kann oder was ich für mich tun kann, was mich stabilisiert», so Leser.

Es gehe um Motivation und Freude: Wer psychisch stabil ist, trägt weniger schwer an den körperlichen Einschränkungen, von welchen ältere Menschen sehr unterschiedlich stark betroffen sind.

Video
Aus dem Archiv: Pflege durch Roboter
Aus 10vor10 vom 13.04.2018.
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14 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Für Kinderbetreuung gibt es in der AHV eine Betreuungsgutschrift. Wie sieht es mit der Pflege der Alten aus? Ich habe während fast einem Jahr keiner Arbeitstätigkeit deswegen nachgehen können. Abgesehen davon, dass ich mein Erspartes dazu verbraucht habe, war mir die Arbeitswelt auch nicht gnädig, da "zu lange weg".
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    1. Antwort von Philipp Moreno  (HOC)
      Diese gibt es Gott sei Dank auch für die Pflege von "Alten" und Kranken. Pflege seit nunmehr 3 Jahren meine Mutter vollumfänglich und es wird noch etwas andauern. Ich bin gespannt wie mein zukünftiger Wiedereintritt in die Arbeitswelt gelingen wird mit voraussichtlich 40 bis 45. Und wie bei Ihnen hat sich mein Erspartes auch in Rauch aufgelöst und das Finanzdepartement schreibt mir von Jahr zu Jahr, dass sie mir nicht glauben mit so wenig Geld leben zu können. Ich kann dann nur schmunzeln.
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  • Kommentar von Philipp Moreno  (HOC)
    Ich pflege meine Mutter 7 Tage die Woche, 16-18 Stunden am Tag und würde mir von staatlicher Seite mehr Anerkennung und Hilfe erwarten. Leider kenne mich darum in der Welt der "gesunden" "Alten" nicht allzu gut aus dafür in der der Kranken. Solange der Kapitalismus so weitermacht wird sich nichts ändern. Ganz allgemein fehlt die Wertschätzung für unsere "Alten" und leider ebenso für die meisten Berufe welche mit deren Versorgung zusammenhängt. Die Löhne da sind zu niedrig und die Arbeit zu viel.
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    1. Antwort von Adrian Weber  (Pöbel)
      Vielen Dank für Ihren wertvollen Beitrag Herr Moreno (in mehrfachem Sinn.) Sie haben meine volle Zustimmung.
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    2. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Den Worten von Herr Weber möcht ich mich anschliessen, Herr Moreno und noch etwas befügen, den Hinweis zu einer Radiosendeung von Cornelia Kazis und Bettina Ugolini, die Sie vielleicht bereits kennen :
      https://www.srf.ch/sendungen/kontext/serie-ins-rollen-gebracht-alte-kinder-und-ihre-greisen-eltern
      Ich fand diese sehr hilfreich und wichtig.
      Allen Söhnen und Töchtern, Müttern und Vätern empfehle ich diese wärmstens.
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    3. Antwort von Philipp Moreno  (HOC)
      Ich danke Ihnen beiden,
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  • Kommentar von Benedikt Jorns  (Benedikt Jorns)
    Wir Schweizerinnen und Schweizer werden immer älter. Unsere Gesundheitsversorgung wird laufend besser. Doch in den Alters- und Pflegeheimen findet man immer mehr demente Bewohner. Ihr Leben verliert dabei zunehmend an Qualität und ihre Betreuung wird stets anspruchsvoller und damit auch teurer. Demenz ist in einem frühen Stadium dank den neusten Erkenntnissen zu stoppen. Doch muss das dazu erforderliche tägliche Training schon bald nach der Pensionierung beginnen und ist sehr anspruchsvoll.
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    1. Antwort von Benedikt Jorns  (Benedikt Jorns)
      In den ersten Jahren der Demenzentwicklung werden sukzessive die Zellen unserer beiden Hippocampi zerstört. Zum Glück findet genau dort eine tägliche Neubildung von Gehirnzellen statt. Sportliche Betätigung kann bis zu täglich 3'000 Vorläuferzellen bewirken. Während 28 Tagen können wir diese durch intensives Hirntraining in Neuronen (Gehirnzellen) umwandeln. Doch nur anspruchsvolles Hirntraining zeigt erkennbare Wirkung. Gemeinsames Plaudern beim Spazieren genügt leider bei weitem nicht.
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    2. Antwort von Benedikt Jorns  (Benedikt Jorns)
      Dieses Hirntraining muss nicht "abgehoben akademisch" sein. Unsere beiden Hippocampi (hinter den Ohren) sind Speicher für unser Kurzzeitgedächtnis. Sie müssen ständig erneuert werden, um rasch reagieren zu können. Sehr geeignet ist das täglich intensive Erlernen einer Fremdsprache. Eine bald 90-jährige topfite Nachbarin übt z.B. jeden Tag während 3 Stunden neue Klavierstücke. Zudem muss auch die Konzentration täglich geübt werden. Ich spiele aus diesem Grund täglich eine Internet-Schachpartie.
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    3. Antwort von Benedikt Jorns  (Benedikt Jorns)
      Viel Lebensfreude hat für uns ebenfalls eine sehr grosse Bedeutung. Dies ist uns allen schon lange bekannt. Persönliche Kontakte können uns glücklich machen. Doch auch Erlebnisse in der Natur wirken sehr gut. Ein reiches Tagesprogramm verhindert negativ wirkende Langeweile. Das Erfüllen von nützlichen Aufgaben macht uns zufrieden und bringt uns guten Schlaf. Wenn wir am Schluss eines Tages sagen können "es het gfägt", dann haben wir es sicher gut gemacht. "Bravo!"
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