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Schweiz «Gutes Jahr für die Schweiz, schwieriges für die Welt»

Im Salon du Président im Bundeshaus nahm sich Didier Burkhalter Zeit für eine Blick zurück auf 2014. Ein bewegtes Jahr für den Bundespräsidenten – nicht nur aufgrund seiner Rolle als Repräsentant des Bundesrats. Auch als OSZE-Vorsitzender wurde er beansprucht. Ein Blick zurück.

Legende: Video Bundespräsident Burkhalter blickt zurück auf 2014 abspielen. Laufzeit 11:32 Minuten.
Aus News-Clip vom 23.12.2014.

Ein bisschen müde sei er schon, sagt Bundespräsident Didier Burkhalter nach einem Jahr, das mit «ereignisreich» noch harmlos umschrieben ist: Das schweizerisch-europäische Verhältnis auf dem Prüfstand, Volksinitiativen von beträchtlicher Tragweite – und nicht zuletzt der schwelende Konflikt in der Ostukraine. Letzterer versetzte Burkhalter in seiner Rolle als Vorsitzender der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mitten ins Auge des weltpolitischen Sturms.

«Etwas mehr Schweiz in die Welt bringen»

Und dennoch, die Schweiz blicke auf ein gutes Jahr 2014 zurück. Dies könne man aber leider nicht über die Welt sagen, so der scheidende Bundespräsident. Doch es sei nützlich gewesen, «etwas mehr Schweiz in diese Welt zu bringen.»

Für seine Arbeit erntete Burkhalter parteiübergreifend viel Lob, die «Schweiz der Guten Dienste» lebte neu auf. Ein Grund, sich zurückzulehnen? Mitnichten, gemeinsam mit Serbien, das den OSZE-Vorsitz im kommenden Jahr übernimmt, und Deutschland (ab 2016), werde man sich auch weiterhin bei der Lösung des Konflikts einbringen.

«Ich hatte schlaflose Nächte»

«Geschlafen habe ich schon, aber sehr wenig», räumt Burkhalter mit Blick auf seine präsidiale Doppelfunktion ein. «Wenn die Lösung in Reichweite, aber noch nicht da ist, dann rattert es. Wie in einem Computer.»

Doch er habe sich in seiner Rolle wohl gefühlt. Auch, weil er das Gefühl hatte, die Schweiz vorwärts zu bringen. Trotzdem habe sein Jahr, das zu gleichen Teilen in der Luft wie auf dem Boden stattgefunden hat, auch körperlich Spuren hinterlassen.

Höhepunkte – und Enttäuschungen?

Bei aller Verwicklung in die weltpolitischen Vorgänge: Den persönlichen Höhepunkt des vergangenen Jahres sieht Burkhalter in den vielen Treffen mit der Jugend: «Wir Politiker wissen, dass wir für die junge Generation arbeiten. Und wir wollen, dass sie so schnell wie möglich Verantwortung übernehmen kann.»

Auf die Frage nach Enttäuschungen während des bewegten Jahres gibt sich Burkhalter abgeklärt: «Ich bin sehr realistisch in der Politik geworden. Man muss die Dinge nehmen, wie sie sind, und versuchen, sie besser zu machen.»

Keine Bitterkeit

Diesem Credo versuchte Burkhalter selbstredend auch in seiner Rolle als Interessenvertreter der Schweiz gerecht zu werden. Die OSZE-Präsidentschaft sei dabei nicht etwa hinderlich gewesen: «Es erleichterte es uns, direkte Kontakte zu einflussreichen Staatschefs wie Angela Merkel zu haben. Das Zusammenkommen der Präsidien war wichtig – auch für unsere Interessen.»

Ein Jahr im Rampenlicht und nun zurück ins «zweite Glied»? «Jamais amertume», habe er sich bei seinem Eintritt in die Politik geschworen: «Keine Bitterkeit». Er habe überhaupt kein Problem, aus dem Scheinwerferlicht zu treten. Doch dies dürfte nicht wirklich passieren: Auch künftig wird der Schweizer Aussenminister genug Dossiers von nationaler wie internationaler Tragweite zu bewältigen haben.

Legende: Video 2014 in Stichworten – Burkhalter nimmt Stellung abspielen. Laufzeit 03:06 Minuten.
Aus News-Clip vom 23.12.2014.

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27 Kommentare

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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Hand aufs Herz, Sportsfreunde: Didi B. hat viel geleistet und so gut wie nichts erreicht. Bei einem psychopathischen Verhandlungspartner wie Putin aber auch kein Wunder. Der wird nicht mehr vernünftig - da hilft auch kein welscher Charme.
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    1. Antwort von M. Keller, Thurgau
      Putin ging in der Ukraine vehrandeln, schaffte einen Waffenstillstand. Burkhalter verhandelte - wie die EU - mit Putin, und erreichte nichts: Putin ist genau so "aktiv" involviert wie die USA. DiBu hat so viel Zeit vergeudet, denn direkte Verhandlungen zw. der ukrainischen Regierung und jenen die nichts mit ihr zu tun haben wollen, wären zweckdienlicher gewesen... Die "Härte" die er in Putin investierte, hätte er besser ggü der EU gezeigt, im Sinne des Rahmenabkommens, sie verstehen...
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    2. Antwort von Kurt Vollmer, Zürich
      Wieder mal zwei Politbeobachter, die es wissen müssen! Christen & Keller, gibt es eigentlich etwas auf der Welt, womit man sie zufrieden stellen kann? Sie finden auch dann noch ein Haar in der Suppe, wenn schon alles klar ist. Nein, man muss dann den Leuten noch ans Bein pinkeln. BR Burkhalter hat in einem schwierigen Jahr einen super Job gemacht. Diplomatie ist eben der Weg der kleinen Schritte. Doch für Stammtischler ist es schon ein Erfolg, wenn sie noch «Frölein no es Bier» rufen können .
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  • Kommentar von Kurt Vollmer, Zürich
    Wir dürfen stolz sein auf unseren BR D. Burghalter! er hat schlicht und einfach einen tollen Job gemacht. Dieser Mann ist ein echter, besonnener Diplomat, der die CH Werte in die Welt hinaus trägt. Wird dürfen dankbar sein, hat er unser Land so toll repräsentiert. Vielen Dank BR Burkhalter! Super gemacht!
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    1. Antwort von M. Keller, Thurgau
      Können Sie mir sagen, was Burkhalter a) als Bundespräsident b) als OSZE-Präsident c) als Aussenminister im Jahr 2014 geschafft/erreicht hat? Wie sieht der Leistungsausweis aus?
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    2. Antwort von Kurt Vollmer, Zürich
      Schade, M. keller, haben sie die politischen Leistungen des Bundespräsidenten nicht in der Presse verfolgt. Lesen sie bitte in den Archiven nach, sie werden staunen!
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  • Kommentar von Peter Hubacher, Winterthur
    Liebe Schweizer/innen. Burkhalter hat nichts erreicht - ausser den vielen, vielen Flugmeilen! Aber im Dez. 2015 werden sie sich bei Burkhalter bedanken. Jetzt kommt die Klavierlehrerein mit dem roten Buch! Dieses Jahr wird noch viel, viel Teurer. Da bin ich ganz Sicher!
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    1. Antwort von peter Sunman, rotkreuz
      solche Beiträge sind so was von peinlich und hochmütig, was haben Sie denn beigetragen? Wie nahe an Hr. Burkhalter standen Sie?
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    2. Antwort von M. Keller, Thurgau
      p. Sunman: Burkhalter "vollbrachte": die ECOPOP-Abstimmung vorzuziehen, und das Rahmenabkommen (wo man zwischenzeitlich weis WER den EuGH wollte) "Abstimmungsreif" zu machen (und jene in die Zukunft für nach den Wahlen zu verschieben). Er hat sich nichtmal als OSZE-Vorsitzender gegen die "falschen OSZE-Beobachter" in der Ukraine gestellt; er hat alles "abgeschwiegen"; 0 Leistung. Im Inland schon gar keine Änderungen seines Tun's. Oder wissen Sie mehr? Didier ist eben ein "Genehmer", oder...
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