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Handynummer auf Facebook Glarner entschuldigt sich – und stichelt weiter

  • Der Aargauer SVP-Nationalrat Andreas Glarner, der eine Stadtzürcher Lehrerin diffamiert hatte, bedauert den Vorfall.
  • Er bat die Lehrerin um Entschuldigung. Gleichzeitig verbreitete er aber weitere Falschinformationen: Nur muslimische Schüler dürften an hohen religiösen Feiertagen freinehmen, behauptete er.
  • Das ist gemäss Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) falsch.
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Aus dem Archiv: Zwei Anzeigen gegen Andreas Glarner – sein Facebook-Post hat ein Nachspiel
02:41 min, aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 05.06.2019.
abspielen. Laufzeit 02:41 Minuten.

«Es war ein Fehler gewesen», sagte Glarner am Sonntag in der Tele-Züri-Sendung «Sonntalk» zu seiner Aktion. Glarner hatte die Handynummer der Lehrerin in einem Facebook-Post veröffentlicht, daraufhin klingelte das Telefon bei ihr Sturm.

Glarner: «Es tut mir wirklich leid»

Die Lehrerin hatte Eltern in einem Brief über die langjährige Schulpraxis informiert, dass muslimische Schüler für das Bayram-Fest zum Ende des Ramadans freibekommen.

Dem SVP-Politiker passte dies nicht und veröffentlichte den Brief auf seinem Facebook-Profil, inklusive Name und Telefonnummer der Lehrerin. «Vielleicht möchte jemand der Lehrerin mitteilen, was man davon hält», schrieb er dazu.

Was er getan habe, sei nicht korrekt gewesen, sagte Glarner in der TV-Sendung. «Es tut mir wirklich leid». Er habe aber nicht wissen können, dass es sich um die private Handynummer der Lehrerin gehandelt habe. Im Brief sei die Nummer explizit als «Schulhandy» deklariert gewesen – ein solches könne man abends nach 17 Uhr ausschalten.

Andreas Glarner
Legende: Was er getan habe, sei nicht korrekt gewesen, sagte der SVP-Politiker Andreas Glarner dem Fernsehsender Tele Züri. Keystone

Steiner: Lehrerin hat korrekt gehandelt

Die Aktion des Nationalrats löste einen Sturm der Entrüstung aus. Die Zürcher Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) verurteilte den Aufruf Glarners in einer Stellungnahme als «inakzeptabel». Die Lehrerin habe korrekt gehandelt.

Die Dispensation aus religiösen Gründen habe im Kanton Zürich eine lange Tradition und sei rechtlich klar geregelt, entkräftete Steiner zudem Glarners Behauptung, nur muslimische Schüler würden von der Regel profitieren.

Früher waren es in erster Linie katholische und jüdische Kinder, die im reformierten Zürich an gewissen Feiertagen frei erhielten. Die Regierungsrätin sicherte der Lehrerin die Unterstützung zu. Diese kündigte rechtliche Schritte gegen den Aargauer an.

Kritik vom Schulvorsteher

Auch der Stadtzürcher Schulvorsteher Filippo Leutenegger (FDP) zeigte sich in einer Mitteilung befremdet über das Verhalten des Politikers. Der Angriff auf die engagierte Lehrerin sei nicht nur ungerechtfertigt, sondern auch unhaltbar.

Von einem Politiker müsse man erwarten können, dass er sich der Wirkung eines solchen Posts bewusst sei, schrieb Leutenegger. In diesem Fall sei eine korrekt handelnde Lehrerin an die Öffentlichkeit gezerrt und Belästigungen ausgesetzt worden.

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124 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Von den 125 Einträgen verlangen über 90%, dass man alle Menschen. deren Kultur und Religion und deren Meinungen anständig, human und menschlich verstehen und akzeptieren muss. Bei diesen 90% (meist hasserfüllten und aufschreckenden) Belehrungen oder Verurteilungen des Nationalrates Glarner fehlt allerdings meistens dieser humane Anstand. Eine andere Meinung über importierte Probleme im Migrationswesen darf man nicht haben, aber eigene Politiker und deren Partei beschimpfen ist stets erlaubt!
  • Kommentar von Daniel Schmidlin  (Queren life)
    Die Aufklärungsarbeit von Personen wie Glarner ist für mich sehr wichtig. Jetzt fehlt nur noch der richtige Umgang damit. Ich hoffe, er wird nicht verstummen, aber die Sachen richtig angehen.
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Hardliner haben in der Politik nichts verloren.
    2. Antwort von M. Fretz  (MFretz)
      Hetzen, Lügen und Nummern veröffentlichen ist keine Aufklärung.
      Aber wer Strache zum Opfer macht, macht auch den Täter Glarner zum Opfer
  • Kommentar von Ursula Jost  (Uschi)
    @horatio
    So gesehen ja, da stimme ich zu.
    Trotzdem halte ich ihn für untragbar