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Hass im Netz nimmt zu – App soll helfen
Aus Tagesschau vom 26.05.2020.
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Hass im Netz Ein Tinder gegen Hate Speech

«Klar, sich die ganze Nacht Drinks spendieren lassen und dann erstaunt sein, wenn er sie abschleppen will. Wobei ich eher weniger glaube, dass viele Männer sie auf Drinks einladen. Das wünscht sie sich vielleicht.» Eine von vielen Reaktionen auf das Online-Video einer jungen Frau, die erklärt, dass ein Gratis-Drink für sie keine Einwilligung zum Sex ist.

Solche Beleidigungen oder Anfeindungen, auch «Hate Speech» genannt, sind besonders online verbreitet, wo es schwerfällt, die Grenze zwischen Meinungsfreiheit und persönlichen Angriffen zu ziehen, und es sich leicht unter Pseudonymen verstecken lässt.

Das neue Projekt «Stop Hate Speech» von Alliance F, unterstützt von Engagement Migros, sagt Beschimpfungen und Anfeindungen jetzt den Kampf an.

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Sophie Achermann, Geschäftsführerin von Alliance F:«In Krisenzeiten gibt es mehr Hass»
Aus News-Clip vom 26.05.2020.
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Denn seit den Lockdown-Lockerungen des Bundes sind Beleidigungen und Beschuldigungen im Netz wieder häufiger geworden. Das zeigt eine neue Analyse von sotomo, welche die Kommentare auf News-Online-Plattformen und Twitter unter die Lupe nahm. Von einer Million analysierten Kommentaren waren 12.5 Prozent beleidigend oder beschuldigend.

Kurvendiagramm.
Legende: Die rote Linie zeigt die Häufigkeit der gemessenen Beleidigungen und Beschuldigungen. Sotomo

Swipen mal anders

Im Rahmen von «Stop Hate Speech» lanciert Alliance F eine App, welche nach einem bekannten Muster funktioniert: Swipe nach links oder rechts. Doch die App will nicht Verabredungen vermitteln, sondern den «Bot Dog», einen Algorithmus, trainieren. Wenn Hasskommentare von mehreren Testerinnen und Testern erkannt werden, lernt der Bot Dog «Hate Speech» richtig zu erschnüffeln.

Die App soll den Bot Dog noch bis Oktober trainieren. Dann soll er selbstständig Kommentare einordnen. Dabei geht es der Frauenorganisation nicht nur darum, den Sexismus zu bekämpfen, sondern um jegliche Form von Abwertungen, meint Sophie Achermann, Geschäftsführerin von Alliance F.

Doch was passiert, wenn ein diskriminierender Kommentar erkannt wurde? Dann kommt eine Online-Gemeinschaft zum Einsatz. Die Freiwilligen sollen mit gezielter Gegenrede in die Diskussion eingreifen. Laut Sophie Achermann geht es dabei weniger darum, den Einzelnen zur Einsicht zu bringen, sondern um die Wirkung auf die Leserinnen und Leser:

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Sophie Achermann, Alliance F: «Wichtig ist, dass die Gesellschaft sieht, dass es nicht nur Hater gibt»
Aus News-Clip vom 26.05.2020.
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Mit anständiger Gegenrede sollen die Hasskommentare weniger Gewicht bekommen und es soll klar werden, dass die meisten Nutzerinnen und Nutzer anders denken.

Tagesschau, 26.5.2020, 19:30

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Jan Von Langenthal  (Jan VL)
    Leider überall gibt es Menschen, die nicht i.O sind. Im Netz ist es noch schlimmer da man anonym sein kann und. Oder es zeigt auch dass Menschen einfach böse sind?
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  • Kommentar von Vanja Harter  (Mia H)
    Es geht dabei nicht darum, einen Maulkorb verpasst zu bekommen. Vielmehr zu lernen, was gewaltfreie Kommunikation und Anti-Mobbing bedeutet.
    Man muss sich nicht beleidigend, herablassend oder beschimpfend artikulieren, um seine Meinung oder Enttäuschung über jemanden oder etwas kundzutun.
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    1. Antwort von Stefano Simeone  (SteSi)
      Frau Harter, viele wollen diesen "Gspürschmi"-Kram nicht mitmachen. Wenn diese Leute an der Formulierung herumdoktern müssen, bevor sie etwas sagen dürfen, verliert der Inhalt an Authentizität. Und die meisten wollen über Inhalte, nicht über Formen reden, denn letztere allein schaffen keine bessere Welt.
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  • Kommentar von Stefano Simeone  (SteSi)
    Hier wird der Begriff "Hass" massloss überdehnt. Wenn - um beim Beispiel oben zu bleiben - eine Gruppe bezichtigt, mit Drinks Sex erkaufen zu wollen, muss sich diese(r) jemand nicht wundern, wenn auf diese These Antworten auch Andersdenkender reinflattern. Das hat nichts mit Hass zu tun, sondern mit einem offenen Diskurs über die gesellschaftliche Entwicklung. Und dieser soll unterbunden werden? Glaube eher, dass viele Leute an ihrer Kritikfähigkeit arbeiten müsse. Ohne Maulkorbzwang.
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