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Helikopter übernehmen Schweizer Armee fehlen die Drohnen für den Grenzschutz

  • Ab Ende Jahr sichert die Armee die Schweizer Grenze nicht mehr mit militärischen Drohnen, sondern mit Helikoptern.
  • Der Grund: Die neuen Drohnen des israelischen Herstellers Elbit sind erst mindestens sieben Monate verspätet betriebsbereit.
  • Die aktuellen Drohnen der Armee müssen bereits im November diesen Jahres ausgemustert werden.
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Aus dem Archiv: Israelische Drohnen für Schweizer Armee
Aus Tagesschau vom 16.06.2015.
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«Der Hersteller hat die Zertifizierung der neuen Fluggeräte unterschätzt», bestätigt Kaj-Gunnar Sievert, Sprecher der Rüstungsbehörde Armasuisse, einen Bericht der Tamedia-Zeitungen vom Montag.

Bereits vor vier Jahren hat die Armee diese Drohnen vom Typ Hermes 900 bestellt. Damals hiess es, sie sollten im Verlauf des Jahres 2019 geliefert werden. Eine erste Teillieferung soll nun im Dezember eintreffen.

Bevor sie aber in der Schweiz zum Einsatz kommen, muss erst einmal das Betriebspersonal geschult werden. Und: Die Schweizer Militärluftfahrtbehörde muss die Drohnen zulassen. Das dauere länger als geplant, heisst es bei Armasuisse.

Eventuell Konventionalstrafe

Solche Verspätungen seien «normal» und Teil eines jeden Vertrages, sagt Sievert gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Dennoch könnte sich der Hersteller Elbit mit einer Konventionalstrafe konfrontiert sehen. Entschieden sei dazu allerdings noch nichts, so Sievert.

Einsatzbereit sind die neuen Drohnen voraussichtlich im dritten Quartal nächsten Jahres. Aber bereits im kommenden November müssen die alten, nunmehr zwanzigjährigen Drohnen vom Typ Ranger ausgemustert werden.

Keine Mehrkosten durch Heli-Einsätze

Genutzt werden die unbemannten Fluggeräte vor allem vom Grenzwachtkorps im Kampf gegen organisierte Kriminaltouristen, gegen Schlepper von Migranten und gegen bandenmässigen Schmuggel. Diese Aufgaben müssen nun länger als ein halbes Jahr Helikopter übernehmen.

Eine Drohne der Schweizer Armee.
Legende: Die aktuellen Drohnen der Schweizer Armee des Typs Ranger müssen bereits im November ausgemustert werden. Keystone

Ihr Nachteil gegenüber Drohnen: Sie können weniger lang in der Luft bleiben, sie sind laut und damit weniger diskret als Drohnen und sie verbrauchen mehr Treibstoff. Mehrkosten entstünden laut Angaben der Armee aber nicht.

Das Parlament hatte 2015 einem Kredit von 250 Millionen Franken für die neuen Hermes-Drohnen zugestimmt. Mit einer Länge von neun Metern und einer Flügelspannweite von 17 Metern können die Drohnen bis zu 24 Stunden in der Luft bleiben. Stationiert werden sie auf dem Militärflugplatz im luzernischen Emmen; von dort aus können sie jeden Punkt in der Schweiz erreichen.

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34 Kommentare

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  • Kommentar von Peter P. Odermatt  (Peter P. Odermatt)
    Besser Drohnen kaufen, als Kampfflugzeuge. Und mehr in die Fliegerabwehr von der Erde her investieren.
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  • Kommentar von Adrian Flükiger  (Ädu)
    Hier versagt die bürgerliche Sicherheitspolitik auf der ganzen Linie. Diese Leute werden hoffentlich am 20. Oktober abgewählt!
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  • Kommentar von Lothar Drack  (samSok)
    Ja bravo, nicht leiser, nein lauter soll’s werden. Wenn schon die alten Drohnen von Tausenden von Mitbürgerinnen und Mitbürgern schlicht als Nachtruhestörung erlebt werden, wie dann erst solche zusätzlichen Helikoptereinsätze, wohl auch in der Nacht?
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    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      Sicherheit ist nicht gratis! Fragen Sie mal die Menschen, welche an Autobahnen, am Flughafen Zürich oder in einer Altstadt mit Ausgangspotential wohnen, ob sich diese durch ein paar Helikopterflüge gestört fühlen würden.
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    2. Antwort von Lothar Drack  (samSok)
      Herr Leu (und an alle Ablehnenden) Ihre Worte würden im Tessin mit Begeisterung aufgenommen, wären sie italienisch formuliert, und sofort würden Ihnen die tagtäglichen grenzwertigen Belastungen durch die Nord-Süd-Transversale und durch den tagtäglichen Grenzgängerverkehr um die Ohren geschlagen, übrigens mit den schweizweit ärgsten Feinstaubbelastungen!
      Klar freut man sich da über zusätzliche Beschallungen in der Nacht...
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    3. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Lothar Drack: Die Tessiner sind stolze Schweizer und gerade im Tessin mit einem schwierigen Nachbarland, vielen illegalen Grenzübertritten und Kriminalität aus Italien ist man sehr froh um die Unterstützung der Armee und des Grenzwachtkorps. Im übrigen gehe ich mit Ihnen einig, was die Autobahn anbetrifft. Da wurde seinerzeit beim Bau keinerlei Rücksicht genommen auf die Bevölkerung. Ein schlimmes Beispiel ist das Dörfchen Bissone am Damm von Melide, das durch die Autobahn zweigeteilt wurde.
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    4. Antwort von Thomas F. Koch  (dopp.ex)
      Es ist ja nicht gerade so, dass die Helikopter jederzeit im Tiefflug unterwegs sind.
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    5. Antwort von Lothar Drack  (samSok)
      Herr Leu, tatsächlich hab ich nirgends in der Schweiz so viele Schweizerfahnen pro km2 gesehen. Über Grenzschutz ist man froh, über Armeeeinsatz hingegen - neutral ausgedrückt- geteilter Meinung. Durchaus ähnliche Probleme gibts auch in der Romandie, die werden da aber nicht gleichermassen von einer Lega bewirtschaftet.
      Bezüglich Autobahnen liegen Sie auch nicht richtig: Chiasso wollten die Bundesbehörden umfahren, die Bevölkerung setzt durch, dass die neue Strasse am ... (Fortsetzung folgt)
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    6. Antwort von Lothar Drack  (samSok)
      Herr Leu, Fortsetzg.: In Chiasso setzte die Bevölkerung durch, dass die neue Strasse am selben Ort gebaut werden müsse wie die alte. Notabene hochgestachelt durch Gewerbetreibende, die Restauration und Anzahl Übernachtungen im Auge hatten, hinter denen aber die raffinierten Spekulanten der entsprechenden Landstücke standen. Jetzt ist Chiasso zweigeteilt!
      In Bissone lag eine alternative Linienführung eines dt.schweizer Planungsbüros mit einem weiteren Tunnel vor, aus Kostengründen verworfen!
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