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Hilfe nach Brandkatastrophe So steht das Walliser Kantonsparlament zur Soforthilfe

Mit einem Dekret will die Walliser Regierung die finanzielle Unterstützung der Opfer absichern. Nicht ohne Kritik. Die wichtigsten Punkte.

Darum geht es: 10'000 Franken für jedes Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana, ob verstorben oder im Spital. 14 Tage nach dem Ereignis hat der Walliser Staatsrat diese Soforthilfe für die 156 Opfer und die Angehörigen beschlossen. Auch die Kosten für die Bestattung und die Rückführung werden vom Kanton übernommen. Zudem erhalten die Opfer vom Bund weitere je 50'000 Franken. Diese direkte finanzielle Unterstützung soll Opfern und Angehörigen helfen, damit sie nicht auf allen anfallenden Kosten sitzen bleiben. Etwa Lohnausfall, Fahrkosten zum Spital, Gerichtsgebühren. Seit Montag berät das Walliser Kantonsparlament nun das dazugehörige Dekret. Also das schriftliche Werk, das diese finanzielle Unterstützung nachträglich auf eine solide gesetzliche Basis stellt.

Dafür braucht es Kredite: Kredite braucht es einerseits für die finanzielle Unterstützung der Opfer von Bund und Kanton, andererseits für die kantonalen Behörden wie Staatsanwaltschaft und Polizei. Diese haben im Nachgang der Brandkatastrophe mehr zu tun. Insbesondere für die Staatsanwaltschaft ist ein Kredit von einer Million Franken vorgesehen, um unter anderem zusätzliche Stellen zu schaffen. Alles in allem muss das Kantonsparlament über Kredite in der Höhe von 11.8 Millionen Franken entscheiden. Einen grossen Teil davon haben die Opfer und die Angehörigen bereits erhalten.

Es gibt immer wieder Dramen, die weniger medienwirksam sind, die jedoch auf kollektive Gleichgültigkeit stossen.
Autor: Grégory Logean SVP Unterwallis

Das gibt zu reden: Im Walliser Kantonsparlament herrscht zwar grossmehrheitliche Zustimmung zum Dekret und den Krediten. Nur die SVP Unterwallis hat Stimmfreigabe beschlossen. Grégory Logean (SVP) sagt, ein Teil der Fraktion lehne das Dekret zur Unterstützung der Opfer ab. «Dabei geht es um die heikle Frage der Gleichbehandlung: Es gibt immer wieder Dramen, die weniger medienwirksam sind, die jedoch auf kollektive Gleichgültigkeit stossen.» Für alle anderen Parteien im Kantonsparlament in Sitten ist klar: Dieses Dekret und diese Kredite sind nötig.

Es ist richtig, dass die Soforthilfen rasch und unbürokratisch ausbezahlt werden.
Autor: Graziella Collenberg Neo

So betroffen ist das Kantonsparlament: Gut fünf Monate nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana ist die Betroffenheit im Parlament nach wie vor gross. «Wir sind alle tief betroffen und fassungslos von diesem tragischen Vorfall», sagt Romano Amacker (SVP Oberwallis). Graziella Collenberg (Neo) sagt, der Kanton sei bei einer solchen Krise verpflichtet, schnell und unkompliziert zu helfen: «Es ist richtig, dass die Soforthilfen rasch und unbürokratisch ausbezahlt werden.» Auch Noémie Constantin (SP) sagt, es sei nun die Aufgabe der Politik, das Notwendige zu tun, um den Opfern zu helfen. Sonia Tauss-Cornut (FDP) wiederum hofft, «dass diese Unterstützung einige materielle Sorgen in einer ohnehin schon derart schwierigen Zeit lindern wird».

So geht es weiter: Am Montag hat das Parlament erste Weichen gestellt und entschieden, über die Kredite zu diskutieren. Gegen Ende der Woche wird dann definitiv entschieden, ob es eine gesetzliche Grundlage für die finanzielle Unterstützung geben soll, die teilweise bereits ausbezahlt wurde.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 8.6.2026, 17:30 Uhr ; 

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