- Der Kanton Wallis stellt klar, dass italienische Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana die Spitalrechnungen nicht selbst tragen müssen.
- Das Spital Wallis hatte zuvor drei italienischen Familien Rechnungen zwischen 17'000 und 66'800 Franken zugestellt, was für grosse Verunsicherung sorgte.
- Die Rechnungen werden über die Gemeinsame Einrichtung KVG und italienische Versicherungen abgewickelt, Restbeträge übernehmen die Opferhilfestellen.
- Der Walliser Staatsratspräsident Mathias Reynard trifft sich mit dem italienischen Botschafter, um Missverständnisse auszuräumen.
«Die im Spital Wallis erbrachten Leistungen gehen nicht zulasten der Familien», teilte die Dienststelle für Gesundheitswesen am Dienstag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage mit. Sie bestätigte damit frühere Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa.
Die Familien seien bereits Ende Februar bis Anfang März schriftlich über das Vorgehen informiert worden, falls sie entsprechende, für sie nicht zahlungspflichtige Rechnungen erhalten, hiess es weiter.
Konkret wurden die drei Rechnungen an die Gemeinsame Einrichtung KVG weitergeleitet. Diese klärt zusammen mit den italienischen Versicherungen und den zuständigen Verbindungsstellen ab, welche Kosten von welcher Versicherung übernommen werden.
Sollte ein Restbetrag offenbleiben, übernehmen ihn die Opferhilfestellen gemäss Opferhilfegesetz. «In jedem Fall haben die Familien keine medizinischen Rechnungen zu bezahlen», bekräftigte der Staat Wallis, um weitere Missverständnisse zwischen Italien und der Schweiz im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe zu vermeiden.
«Alles regelkonform»
Alle Rechnungen im Zusammenhang mit dem Ereignis von Crans-Montana seien gemäss den geltenden Abkommen weitergeleitet worden, erklärt das Spital Wallis. Für in der Schweiz wohnhafte Patientinnen und Patienten gingen sie an die jeweiligen Versicherer, für Patientinnen und Patienten aus der EU an die gemeinsame Einrichtung der Krankenversicherung. Die Rechnungen entsprächen den tariflichen Vorgaben.
Zudem handle es sich bei den zugestellten Dokumenten lediglich um Kopien zur Information der Betroffenen – ein in der Schweiz übliches Vorgehen gemäss Krankenversicherungsgesetz.
Regierungspräsident trifft Botschafter
Um die Lage weiter zu klären, telefonierte der Walliser Staatsratspräsident Mathias Reynard (SP) am Montagabend mit dem italienischen Botschafter in der Schweiz, Gian Lorenzo Cornado. Ein Treffen ist für Freitag im Wallis geplant, um offene Fragen zu klären und Missverständnisse – insbesondere rund um den Versand der Rechnungen – auszuräumen.
Auch Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni äusserte sich in den sozialen Medien. Sie habe ihren Botschafter in Bern angewiesen, «wachsam zu bleiben». Es wäre «inakzeptabel», wenn solche Kosten von den Familien oder vom italienischen Staat getragen werden müssten.