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Innerhalb des Kantons mussten erste Covid-Patienten verlegt werden. Das reiche nicht, sagt der Spitaldirektor.
Aus Info 3 vom 26.10.2020.
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Höchste Alarmstufe Spital Wallis muss erste Patienten verlegen

Das Spital Wallis hat Alarm geschlagen. Der Platz werde eng. Die Situation ist aber nicht im ganzen Kanton kritisch.

«Die Situation ist kritisch», sagt Eric Bonvin, Direktor des Spitalzentrums des französischsprachigen Wallis. Erste Covid-Patientinnen und -Patienten hätten bereits in das Spitalzentrum Oberwallis verlegt werden müssen. Es waren –Stand Montagvormittag – zwei Patienten, die nicht beatmet werden müssen.

Walliser Gesundheitsdirektorin besorgt

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Die Walliser Gesundheitsdirektorin Esther Waeber-Kalbermatten befürchtet in den nächsten beiden Wochen einen Engpass bei den Plätzen auf der Intensivstation und bei den Beatmungsgeräten.

«Ich mache mir grosse Sorgen, was auf uns zukommt», sagt Waeber-Kalbermatten. Im März und April hätten 14 Prozent der Covid-Patientinnen und Patienten Intensivpflege und Beatmungsgeräte gebraucht. Wenn man dies nun ausrechne, zeichne sich ein Engpass ab.

«Wir schauen nun mit weiteren Spitälern, ob auch sie Patienten von uns aufnehmen können», so Bonvin. Er denkt dabei auch an andere Gesundheitseinrichtungen im Kanton Wallis. So werden beispielsweise private Kliniken umgerüstet, um Covid-Patienten aufnehmen zu können. Zudem gebe es eine Zusammenarbeit zwischen den Spitälern der französischsprachigen Schweiz.

Unterschiedliche Situation im Kanton

Man sei auch daran, mit den deutschsprachigen Kantonen eine Regelung zu finden, ergänzt Hugo Burgener, Direktor des Spitalzentrums Oberwallis im deutschsprachigen Teil des Kantons. Dort sei die Situation noch relativ ruhig, hiess es am Vormittag. Im Verlauf des Tages stiegen die Zahlen jedoch.

Wir brauchen Hilfe von Ausserhalb.
Autor: Eric BonvinDirektor Spitalzentrum des französischsprachigen Wallis

In den Spitälern des französischsprachigen Wallis hingegen lagen am Morgen bereits 124 Covid-Patienten. Die Zahl der Hospitalisierungen steige aber so stark an, dass diese bald belegt sein werden, sagt Eric Bonvin: «Wir brauchen Hilfe von Ausserhalb.»

Die Spitäler im Unterwallis seien in derselben Situation wie im März, als die erste Welle ihren Höhepunkt erreicht hatte. Nur seien die Massnahmen später erfolgt und es fehle auch an Personal. «Wir haben weniger Ressourcen als im Frühling», sagt Spitaldirektor Bonvin, der nun extern nach zusätzlichem Personal sucht.

Bereits Pensionierte werden angefragt und Studierende der Höheren Fachhochschule für Gesundheit Wallis haben kurzfristig ihren Unterricht ausgesetzt und arbeiten in den Spitälern Sitten und Martinach.

Positiv getestetes Personal im Einsatz

Sollte es wirklich notwendig werden, könnte auch das positiv getestete Pflegepersonal arbeiten. «Wenn ein Bereich dringend auf Personal angewiesen ist, kann man auch auf positiv Getestete zurückgreifen», so Bonvin.

Dies sei aber freiwillig und das Personal dürfe keine Symptome aufweisen. «Das sind sehr seltene Situationen, die aber sowohl für die Patienten wie auch für das Personal sicher sind.»

Bereits der zweite Hilferuf

Bereits letzten Sonntag hatte der Spitaldirektor Eric Bonvin Alarm geschlagen. Der Kanton Wallis verschärfte letzten Mittwoch dann auch seine Massnahmen. «Ja wir wurden gehört», sagt Bonvin. Er hofft nun, dass sein zweiter Alarm vom Bundesrat gehört wird.

Info 3 vom 26.10.2020;

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Christa Wüstner  (Saleve2)
    Was ist eigentlich mit Spital Wallis los. Jetzt im Livesticker meldet der Sanitätsdienst Schweiz, es mussten noch keine Personen verlegt werden. Ansonsten würde sich die Rega
    darum kümmern. Wohin verlegen sie Patienten ?
  • Kommentar von Roger Ebischer  (RO.Ebi)
    Der Kanton Tessin hat immer noch 34 Betten frei. Nun gab es vermehrt Kritik daran, dass die Tessiner wehleidiger sind und zu wenig unternehmen gegen das Virus. Jetzt stehen Sie fast am besten da.
  • Kommentar von Andreas Hug  (AndiHug)
    Von insgesammt rund 2000 Intensievbetten sind aktuell sind rund 150 Betten mit Coronafällen belegt. Also gibts Schweiz weit noch genügend freie Betten. Ich fände es gut wenn man nun anfangen würde Notfallbetten bereitzustellen, so dass es keinen Engpass geben wird wenn sich die Betten langsam füllen.
    1. Antwort von Stefan Huwiler  (huwist)
      Genau. Ganz viele Betten in Hallen. Davon wirds doch genug geben. Dazu gibts pro Patient eine Militärwolldecke und ein Merkblatt wie er sich selbst pflegt. Wir haben noch Kapazität ohne Ende.
    2. Antwort von Dominic Weber  (Migottstüüri)
      2000 ist überbeziffert. SRF hat selbst einen Artikel dazu publiziert. ~900 sind zertifiziert, bis 1500 kann recht gut erweitert werden.

      Das Problem ist ein anderes: Jedes Bett, das durch Corona besetzt wird, fehlt bald jemand anderem, der auf einen Eingriff warten muss oder notfallmässig im Spital landet.
    3. Antwort von Daniel Schümperli  (Daniel Schümperli)
      Abgesehen davon, dass Ihre Zahl der Intensivbetten zu hoch gegriffen ist. die Betten füllen sich nicht langsam, sondern schnell, und das Hauptproblem ist, dass wir rasch eine massive Überbelastung bzw. einen Mangel an genügend ausgebildetem Pflegepersonal haben werden, der noch verstärkt wird, falls dieses Personal selbst angesteckt wird.