Zum Inhalt springen

Header

Video
«Ich wäre beim Frauenrentenalter nicht so sicher wie die SP»
Aus Tagesschau vom 03.07.2019.
abspielen
Inhalt

Höheres Rentenalter für Frauen Warum es diesmal klappen könnte

Schon mehrfach ist er damit gescheitert. Nun probiert der Bundesrat nochmals, das Rentenalter der Frauen auf 65 Jahre zu erhöhen. Und das nur wenige Wochen nach dem Frauenstreik.

Doch seit die Stimmberechtigten vor knapp zwei Jahren ein höheres Frauenrentenalter ablehnten – als Teil der umfassenden Altersvorsorge 2020 – hat sich einiges getan. Und darauf baut der Bundesrat nun.

Die Zückerchen des Bundesrats

Gestern präsentierten die Gewerkschaften und der Arbeitgeberverband Vorschläge für eine Reform der zweiten Säule. Sie wurden nicht müde, zu betonen, dass insbesondere Frauen von manchen Verbesserungen profitieren würden. So werden Angestellte mit kleineren Löhnen besser gestellt – das sind mehrheitlich Frauen, auch weil sie häufiger Teilzeit arbeiten als Männer.

Darauf verweist der Bundesrat nun gerne, wenn er das Rentenalter einzig für Frauen anheben will. Gleichzeitig schlägt er selber in seiner AHV-Reform Abfederungsmassnahmen für 700 Millionen Franken vor – so sollen unter anderem Frauen mit wenig Einkommen einfacher weiterhin mit 64 in Rente gehen können.

Kritiker monieren, ein höheres Rentenalter sei sinnlos, solange die Wirtschaft ältere Arbeitskräfte nicht schätze, da sie durch die höheren Sozialabgaben besonders teuer sind. Auch dafür hat der Bundesrat nun ein Gegenargument, den Sozialpartnern sei Dank: Sie schlagen vor, dass ältere Arbeitsnehmerinnen und Arbeitnehmer künftig weniger einzahlen in die Pensionskasse als heute. So würden sie attraktiver für Firmen.

Und sollten über 60-Jährige dann doch keine Stelle mehr finden, würde der Bundesrat ihnen mit einer Überbrückungsrente helfen – so hat er es kürzlich beschlossen.

All diese Massnahmen verbinden die Befürworter der AHV- und Pensionskassenreformen mit der Hoffnung, längeres Arbeiten für Frauen könnte dadurch doch noch mehrheitsfähig werden. Sie fühlen sich bestärkt durch entsprechende Meinungsumfragen.

Linkes Referendum könnte scheitern

Die Linke hingegen will's nicht glauben. Sie droht bereits mit dem Referendum: Keine AHV-Reform auf dem Buckel der Frauen, sowieso nicht, solange Frauen nicht gleich viel verdienen wie die Männer, argumentiert sie.

Tatsächlich galt in den letzten zwanzig Jahren die Regel: Gegen die Linke ist keine Reform der Sozialversicherungen zu gewinnen. Die Tage dieser Regel scheinen gezählt. Matchentscheidend dürfte sein, wie sich die anderen Parteien bei den anderen Punkten der vorgeschlagenen Reformen verhalten. Knausern sie bei den Kompensationsmassnahmen oder den Verbesserungen, die vor allem Frauen nützen, könnte die Stimmung schnell wieder kippen.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

27 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Jo Meyer  (JoMey)
    Warum es diesmal klappen könnte???

    Nach dem Frauenstreik und dem Schrei nach Gleichberechtigung.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Oskar Schneider  (Oski2)
    Schade dass immer noch so viele finden dass Haushalt, Kochen, Putzen, Kinder grossziehen (die, die die AHV für alle Alten früher oder später bezahlen) nicht fair und korrekt abgerechnet werden sollte. Ein zeichen dass die Mädchen, dann Frauen, dann Mütter die nächste Generation etwas "falsch" grossziehen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Eberhard Sylvia  (Sylvia Eberhard)
    Ich würde gerne wissen was sich hinter den Worten "manche Verbesserungen", "Besserstellung", "kleine Löhne" verbirgt. Für mich alles noch Worthülsen. Zahlen und reelle Beispiele habe ich noch keine gesehen. Ich finde anstelle der AHV sollte eine vernünftige Grundrente ab 60 eingeführt werden, darüber hinaus kann sich jede Person nach Gusto ins Privatleben zurückziehen. Viele Menschen werden mit Informatik und Homeoffice bis ins hohe Alter arbeiten können. Wir braucht zukunftsweisende Konzepte.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen