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Bürgerliche Forderung nach billigem Wohnraum in Zug
Aus HeuteMorgen vom 03.05.2021.
abspielen. Laufzeit 02:30 Minuten.
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Hohe Mietpreise in Stadt Zug Vorschläge der FDP lösen Stirnrunzeln aus

  • Die Stadt Zug ist ein extrem teures Pflaster, wenn es um das Wohnen geht.
  • Die Mietpreise sind teilweise so hoch, dass sich Junge und Familien das Leben in Zug nicht mehr leisten können – und wegziehen.
  • Nun liegt eine Forderung nach mehr bezahlbarem Wohnraum auf dem Tisch des Stadtparlaments. Der Absender überrascht: Es ist die bürgerliche FDP.

Insgesamt gibt es in der Stadt Zug rund 15'000 Wohnungen. Gut 2100 von ihnen gelten als preisgünstig. Diesen Anteil von 14 Prozent möchte Etienne Schumpf erhöhen. Er ist der Chef der FDP-Fraktion im Stadtparlament. Die Stadtregierung solle Anreize schaffen, damit mehr preisgünstige Wohnungen gebaut würden.

Ausnützungsquote besser auslasten

Einerseits müssten explizit für den Bau bezahlbarer Wohnungen mehr Zonen ausgeschieden werden. Andererseits sei es wichtig, «dass entsprechendes Land, das knapp ist, im Baurecht abgegeben wird und dass die Ausnützungsquote noch höher und besser ausgelastet werden kann», sagt Schumpf.

Dass also, wer preisgünstige Wohnungen realisiert, höher bauen darf. So soll der Anteil von bezahlbaren Wohnungen langfristig auf 20 Prozent steigen.

Diese Vorschläge haben im Zuger Politbetrieb Stirnrunzeln ausgelöst. Schliesslich habe die FDP erst kürzlich ähnliche Forderungen einer kantonalen Initiative vehement bekämpft, schreiben die jungen Alternativ-Grünen. Und auch Urs Bertschi, Chef der SP-Fraktion im Stadtparlament, wundert sich über den Sinneswandel der FDP. «Ich hege die Vermutung, dass auch für ihre Klientel die Luft in der Stadt Zug verdammt dünn geworden ist.»

Der Stadtrat müsste hier ganz klar den Lead übernehmen und eben diese Tabuzone definitiv verlassen.
Autor: Urs BertschiChef der SP-Fraktion im Stadtparlament

Die Vorschläge der FDP gehen ihm viel zu wenig weit. Die Stadt Zug besitze noch einige Landreserven und müsse selber als Bauherrin von preisgünstigen Wohnungen auftreten – das fordert Bertschi. Bisher sei das in Zug ein Tabu gewesen. «Der Stadtrat müsste hier ganz klar den Lead übernehmen und eben diese Tabuzone definitiv verlassen», sagt er und erklärt weiter: «Das ist ein Muss in unserer Stadt.»

Das wiederum kommt für FDP-Politiker Schumpf nicht infrage. Es gebe in Zug zahlreiche Wohnbaugenossenschaften und Korporationen, die Überbauungen realisieren könnten. Für diese müssten einfach die Rahmenbedingungen stimmen. «Wenn diese richtig gesetzt werden, haben auch die privaten Player genug Anreize, um genug bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.»

Wenn sie richtig gesetzt werden, haben auch die privaten Player genug Anreize, um genug bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Autor: Etienne SchumpfChef der FDP-Fraktion im Stadtparlament

Auf politische Grabenkämpfe zwischen links und bürgerlich wolle er sich in dieser Frage nicht einlassen. Das gemeinsame Ziel sei es doch, dass es künftig in der Stadt Zug mehr bezahlbare Wohnungen gebe. Wie genau dieses Ziel erreicht werden könnte, darüber gehen die Meinungen aber noch weit auseinander.

HeuteMorgen, 03.05.2021, 06:00 Uhr

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Peter P. Odermatt  (Peter P. Odermatt)
    Die Mietpreise sind in allen Städten hoch, das ist nichts Neues. Wenn, dann also aufs Land, ist auch gesünder.
  • Kommentar von Urs Heim  (Ursus)
    Ist das Zielpublikum von Sozialwohnungen „überhaupt“ ein Teil der Strategie der Stadt Zug?
    1. Antwort von Kurt Flury  (Simplizissimus)
      Guter Einwand, in Sozialwohnungen könnten ja schliesslich auch Sozialfälle zu wohnen kommen. Dann schon lieber die grösste offene Geriatrieabteilung mit einem Mindesteintrittspreis von 5 Mio., auch eine Perspektive, wenn auch nicht unbedingt die erstrebenswerteste?!
  • Kommentar von Oliver Heiler  (heo71)
    Anstelle auf dem Areal An der Aa (Zugerland Verkehrsbetriebe) nur eine Busgarage und ein paar Büros für über CHF 200 Mio. zu bauen, könnten sich Stadt und Kanton auch mal Gedanken zum Zürcher Kalkbreite-Modell machen. Dort sind nämlich in einem partizipativen Prozess über dem Tramdepot genossenschaftliche Wohnungen und Gewerberäume entstanden. Weshalb können solche Modelle in Zug nicht Realität werden?
    1. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      Und niemand hat sich bis jetzt dafür interessiert, welche Summen die öffentliche Hand für derartig verbilligten Wohnraum in die Hand nimmt, damit dann ganz wenige glückliche - die nach irgendwelchen Kriterien ausgewählt werden - bewohnen dürfen. Diejenigen die Pech haben, bleiben aussen vor!