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Schweiz Horizon 2020: Schweizer Forscher sind definitiv nicht dabei

Die Hoffnungen des Bundesrates, für Schweizer Forscher eine Lösung mit der EU zu finden, haben sich zerschlagen. Die Schweiz werde Forschungsprojekte im Verbund mit der EU deshalb zumindest 2014 selbst bezahlen müssen, sagt Bundesrat Schneider-Ammann.

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Vorerst keine Schweizer Beteiligung an «Horizon 2020»
aus Rendez-vous vom 11.06.2014.
abspielen. Laufzeit 2 Minuten 18 Sekunden.

Eigentlich waren die Verhandlungen mit der EU dazu gedacht, einen Ausweg aus der verfahrenen Situation nach dem Ja zur Masseneinwanderungs-Initiative am 9. Februar zu finden. Ende April hat der Bundesrat der EU Kontingente zugesichert, damit Arbeitskräfte aus Kroatien in die Schweiz kommen können. Im Gegenzug hoffte die Schweizer Landesregierung, mit der EU wieder über verschiedene Dossiers ins Gespräch zu kommen. So auch über das Forschungsabkommen Horizon 2020.

Johann Schneider-Ammann
Legende: Bundesrat Johann Schneider-Ammann konnte die Folgen der Masseneinwanderungsinitiative für die Forschung nicht mildern. Keystone/Archiv

Diese Hoffnung habe sich nun zerschlagen, sagt Bundesrat Johann Schneider-Ammann erstmals: «Wir haben der EU einen Kroatien-Deal angeboten, hofften, dass die Gespräche jetzt wieder aufgenommen würden. Aber es scheint schwieriger zu sein.»

Die EU habe sich bis zum heutigen Tag nicht bereit gezeigt, mit der Schweiz über eine weitere Zusammenarbeit im Forschungsbereich zu sprechen, sagt Schneider-Ammann: «Es gibt im Moment einen Unterbruch. Die Gespräche sind ausgesetzt.»

Schweiz muss selbst bezahlen

Das Ziel des Bundesrates bleibe ein Mitmachen bei Horizon 2020. Doch im laufenden Jahr werde das nicht mehr möglich sein, sagt Schneider-Ammann. Er werde dem Bundesrat deshalb schon in den nächsten Tagen einen Antrag für eine Übergangslösung im Bereich Forschung stellen müssen.

Das heisst, dass er dafür sorgen will, dass die Schweizer Forscher in den Verbundprojekten der EU auch im Jahr 2014 mitmachen können. Schneider-Ammann: «Und die Finanzierung wird nicht aus Brüssel sichergestellt, sondern die Finanzierung für unsere Forscher muss aus der Schweiz geleistet werden.»

Das Geld wird aus der Bundeskasse kommen. Nach heutigem Stand werde man mit dieser Übergangslösung vollständig ersetzen können, was der Schweizer Forschung durch das Abseitsstehen bei Horizon 2020 entgehe, sagt Schneider-Ammann.

Forschung separat verhandeln

Sein Ziel sei, dann ab 2015 wieder bei dem EU-Forschungsrahmenprogramm assoziiert sein zu können. Das wichtige Dossier Forschung, betont der Bundesrat, soll deshalb separat mit der EU verhandelt werden und nicht in einem Gesamtpaket mit verschiedenen Dossiers, das der Bundesrat schnüren möchte.

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53 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Chauvet , Weißenstadt
    Hr. BR Schneider-Ammann hätte es doch in der Vergangenheit in der Hand gehabt, anstelle von Wildwuchs für Maßhalten in der CH-Wirtschaft zu sorgen.Dann hätte man Ihre MEI nicht gebraucht,die Zuwanderung hätte sich dann so in Grenzen gehalten.Aber wenn Ihre SVP Profitsucht betreffend so weitermachen will wie bisher, aber beim Zuzug nur Perlen bevorzugt, z.B. ohne "unnützen"Familiennachzug und dergl. mehr, kann von der EU nicht verlangt werden, dass sie das toleriert und vertraglich nachvollzieht.
    1. Antwort von E. Waeden , Kt. Zürich
      Lieber Herr Chauvet, in der EU, hauptsächlich in Deutschland sind es viele Wanderarbeiter ohne "unnützen" Familien-Nachzug! (Baugewerbe/Erntehelfer), welche sehr willkommen sind. Wo ist der Unterschied zu unserem Saisonnier-Status?
  • Kommentar von Susanne Lüscher , Gossau
    Wer da etwas anderes erwartet hat, hat noch nicht erkannt, was die EU ist. Da wird mit aller Macht daran gearbeitet, die vereinigten Staaten von Europa zu bilden. Wenn Blocher behauptet, dass unser BR über die Hintertür in die EU will, ist dies nicht ganz korrekt. Ehrlicher wäre offen zu gestehen, dass die EU uns auf Dauer keine andere Chance lassen wird. Souveränität hin oder her, die achten die genau so wenig wie die USA. Mit Drittländer verhandelt man auf Augenhöhe!
    1. Antwort von A.Käser , Zürich
      S.L./Auch hier wie überall sonst,es funktioniert nach"Bordellmanieren"!Das ist unsere Welt.Und wenn diesem Verhalten und Denken keine Grenze gesetzt wird,wird es weiterwuchern wie ein Krebsgeschwür um alles was LEBT zu vernichten.Das ist unsere gegenwärtige Realität,die wir zulassen.Alles wird für Geld gekauft und über Geld unter Druck gesetzt.
  • Kommentar von P.Bürger , Schaffhausen
    Eigentlich ist es unglaublich,mit welch arroganter Einstellung sich hier einige Unverbesserliche gegen die EU aufführen.In unerreichter Selbstüberschätzung denken sie noch immer,sie könnten hinter ihren 7 Bergen für sich selbst schauen & bräuchten die anderen Staaten nicht.Und dann gehen sie noch hin & prangern den «Moloch» EU an!Leute,schaut euch um!Wir sind nichts besseres!Auch wir haben einen gigantischen Staatsapparat,verlochen Geld &machen inflationär Gesetze für jeden Mist.Aufwachen!
    1. Antwort von Katharina Müller , 8400 Winterthur
      @ P. Bürger - Sie bezeichnen EU-Gegner oder Kritiker als Unverbesserliche, die an unerreichter Selbstüberschätzung leiden. Bei einem Punkt haben Sie Recht : " Wir sind nichts Besseres!" Das heisst aber nicht, dass wir uns von der EU vereinnahmen lassen wollen, die Schweiz bleibt eigenständig. Sie mögen es glauben oder nicht, devotes Verhalten wie das Ihre der EU gegenüber bringt nur Ruin.
    2. Antwort von P.Bürger , Schaffhausen
      Ich gebe ihnen recht,dass die CH eigenständig bleiben soll & sie wird dies auch!Niemals habe ich nur mit einen Hauch eines Kommentars für einen EU Beitritt plädiert.Auch ich will eigenständig bleiben!Doch die MEI ändert nichts an dieser Tatsache!Ich verstehe diese Hysterie nicht.Wir profitieren ständig & sind in unserem Überfluss nicht einmal mehr bereit etwas von diesem Reichtum zu teilen!Reichtum macht träge,selbstgefällig,selbstherrlich & geizig!Die MEI ist das Fundament dieser Entwicklung!