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Streit um Wasserzinsen «Ich bin enttäuscht»

Die geplante Wasserzinssenkung wird in den Bergkantonen heftig kritisiert.

Vals.
Legende: Kleine Bergdörfer wie Vals (GR) sind vom Wasserzins abhängig. Keystone

Die Pläne des Bundesrats zur Senkung der Wasserzinsen hat bereits die ersten scharfen Reaktionen aus dem Wasserschlosskanton Graubünden provoziert. Die Bergregionen würden einseitig abgestraft, lautet die Kritik.

«Ich bin enttäuscht», sagte Not Carl, Präsident der Interessengemeinschaft der Bündner Konzessionsgemeinden. Dem Kanton Graubünden drohe ein jährlicher Ausfall von 35 Millionen Franken. Mit der Senkung der Wasserzinsen könnten sich nun die Eignerkantone der Stromkonzerne auf Kosten der Berggebiete sanieren. «Die können sich nun ins Fäustchen lachen», sagte Carl.

Ähnlich tönt es beim Staatsrat des Kantons Wallis: «Die von den betroffenen Gemeinden verlangten Anstrengungen sind unverhältnismässig.» Die finanzielle Gesundheit vieler Walliser Gemeinden hänge von den Wasserzinsen ab. Diese erlauben Investitionen in wichtige Infrastrukturen und ermöglichen die Bewohnbarkeit der Berggebiete.

«Wenn Teile der Schweizer Wasserkraft mit politisch bedingten Rentabilitätsproblemen zu kämpfen haben, wäre es angebracht, wenn sich im Sinne einer Opfersymmetrie auch der Bund mit eigenen Mitteln an der Problemlösung beteiligen würde», schreibt die Regierungskonferenz der Gebirgskantone.

Eine Opfersymmetrie, die nur von allen anderen Beteiligten Opfer verlangt, sich selber aber ausnimmt, ist einseitig und unfair. Der Bund muss deshalb Vorschläge unterbreiten, wie auch er sich an der Opfersymmetrie beteiligt.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Es wird im Zuge der angenommen Energiestrategie wohl noch mehr Frustration geben.
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  • Kommentar von Max Blatter (maxblatter)
    Geld sollte man verdienen, wenn man eine Leistung erbringt - das ist Marktwirtschaft! Geld zu verlangen, nur weil einem ein Gebiet "gehört", ist dagegen m.E. ein Überbleibsel von Feudalherrschaft. Ich fürchte, Wasserzinsen gehören v.a. der zweiten Kategorie an: Die Anwesenheit eines Stausees führt kaum zu Mehrausgaben der Standortgemeinden oder Standortkantone. Auch nicht zu einer Wertverminderung der Landschaft - oft gar im Gegenteil. Eine Senkung der Zinsen ist o.k. - in verträglichem Tempo.
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  • Kommentar von Andrea Esslinger (Andrea Esslinger)
    Als in den letzten Jahrzehnten der Wasserzins dauernd erhöht wurde, hat auch keiner gejammert. Auch nicht die Flachkantone. Wenn jetzt aber die letzte Erhöhung von 2011 wieder rückgängig gemacht werden soll, fängt bei den Berglern das grosse Jammern an. Ist fast schon wie bei meinem Vermieter, wenn er mit der Miete runter muss, weil der Referenzzins gesunken ist.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Die Löhne sind auch immer gestiegen. - Sollte man da dann nicht auch mal Senkungen vornehmen ?
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