- Der frühere Bieler Stadtpräsident Hermann Fehr ist gestorben.
- Er sei am 18. April im Alter von 84 Jahren friedlich eingeschlafen, schrieb seine Familie in einer Todesanzeige, die die Berner Tamedia-Zeitungen am Donnerstag veröffentlichten.
- Mit ihm verliere Biel eine prägende Figur seiner Geschichte.
Fehr politisierte für die SP und stand von 1977 bis 1990 als Stadtpräsident und Finanzdirektor an der Spitze Biels. Er führte die Stadt durch schwierige Jahre. Mitten in der Uhrenkrise habe er ihr neue Dynamik verliehen, von der sie bis heute profitiere, heisst es in der Anzeige.
Fehr wuchs im Thurgau auf und arbeitete später als Lehrer in Biel. Er unterrichtete an der Kaufmännischen Berufsschule, 1968 wurde er Prorektor. Anfang der 1970er-Jahre wechselte Fehr in die Politik, übernahm das Baudepartement und machte sie zu seinem Beruf. Später trug er doppelte Verantwortung: Von 1983 bis 1990 sass er gleichzeitig im Nationalrat und im Bieler Stadtpräsidium.
1990 wählte ihn die Berner Bevölkerung in die Kantonsregierung. Fehr übernahm die Gesundheits- und Fürsorgedirektion und leistete «mit seinem tatkräftigen, unermüdlichen Einsatz unschätzbare Dienste», wie der Regierungsrat in der Todesanzeige schreibt. Sieben Jahre blieb er im Amt, dann zwang ihn die Gesundheit zum Rücktritt. An seinem letzten Arbeitstag erhoben sich die Ratskollegen und applaudierten, berichtete damals die Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Über die Politik hinaus engagiert
Fehr blieb weiterhin aktiv. Er engagierte sich weiter, präsidierte den Schweizerischen Samariterbund und hielt politisch an der Sozialdemokratie fest. Die SP Schweiz und die Berner Kantonalpartei würdigen ihn als jemanden, der «stets für die Werte der Sozialdemokratie eingestanden» sei und zugleich als «Identifikationsfigur über die Parteigrenzen hinaus».
Fehr hinterlässt eine Familie. Sein Sohn Erich Fehr prägte Biel später ebenfalls von 2011 bis 2024 als Stadtpräsident.