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Im Kampf gegen den IS Syrien-Kämpfer steht in Bellinzona vor Gericht

Johan Cosar hat in Syrien als Anführer einer christlichen Privatarmee gegen die Terrormiliz IS gekämpft. Nun muss er sich vor der Schweizer Militärjustiz verantworten.

Legende: Video Cosar: «Für mich ist das kein Verbrechen» abspielen. Laufzeit 01:49 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.02.2019.

Johan Cosar, Tessiner mit syrischen Wurzeln, hat rund zwei Jahre gegen die Terrormiliz IS gekämpft. Der Unteroffizier der Schweizer Armee habe am Ende eine 500-köpfige Privatarmee angeführt, heisst es in Medienartikeln über ihn. Und weiter: Die meisten der Kämpfer seien blutjung gewesen.

Cosar selbst weiss sich medial gut in Szene zu setzen. Vor Ort in Syrien nahm er viele Journalisten mit an die Front und gewährte ihnen Einblick in seinen «Kampf gegen den Terror». Cosar betonte stets, er sei nach Syrien gereist, um als freier Journalist zu berichten. Als er jedoch den Terror der IS-Miliz erlebte, habe er nicht anders gekonnt, als mitzuhelfen, die bedrohten Christen zu beschützen.

Neutralität der Schweiz gefährdet?

In Beiträgen des Radios und Fernsehens der italienischsprachigen Schweiz sagte Cosar auf die Frage ob er auch getötet hat: «Ich habe nur verteidigt». Die Anklage lautet, er sei in eine fremde Armee eingetreten, ohne dafür die Erlaubnis des Bundesrates einzuholen, und habe damit die Neutralität der Schweiz gefährdet.

Dafür gibt es eine Maximalstrafe von drei Jahren Gefängnis. Die spannende Kernfrage beim Prozess, der heute in Bellinzona beginnt, lautet, ob und wie stark die Richter westliche Moralvorstellungen in ihr Urteil einfliessen lassen. Der IS ist aus westlicher Sicht eine terroristisch handelnde Miliz. Liegen nämlich sogenannt achtenswerte Beweggründe vor, wirkt das strafmildernd. Das Urteil wird im Laufe der nächsten Tage gefällt.

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46 Kommentare

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  • Kommentar von Michel Koller (Mica)
    Ich kann diesen Mann gut verstehen und finde seine Handlungen achtenswert. Nur sollte man eigentlich wissen, dass man etwas mehr im Verborgenen agieren sollte, gerade um sich selbst zu schützen. Keine Medieninszenierungen, zumindest bis die Verjährung greift.
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  • Kommentar von Alex Volkart (Lex18)
    Ich sehe nicht ein warum man Johan Cosar vor Gericht zehren sollte. Er musste sich entscheiden sehe ich aus der fernen Schweiz zu wie in seiner Heimat alle dahingeschlachtet werden nur weil sie nicht einer radikalen und falschen Ausrichtung des Islams folgen oder er reist in die Heimat und tut etwas dagegen. Ich bin der Meinung dass er das einzig richtige gemacht hat. Denn während schweizer Firmen mit IS-Unterstüzern wie der Türkei oder Saudi-Arabien Geschäfte machten bekämpfte er den IS.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    @haller und bolliger: sie schreiben mir sonst stets aus dem Herzen. Aber zum ersten Mal muss ich Ihre Kommentare ablehnen. ich kann Ihre Meinung zu diesem Fall nicht teilen, denn ich finde, dass die Justiz hier eine Ausnahme machen könnte. Es geht um einen Schweizerisch/syrischer Christen, der es nicht mitansehen konnte, wie der iS unsere Glaubensbrüder und -schwestern verfolgt, foltert und ermordet. Hier sollte die Justiz gegen diesen mutigen Helden Gnade walten lassen.
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