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Die Blaualgen treten dieses Jahr früher auf
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 15.09.2020.
abspielen. Laufzeit 01:00 Minuten.
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Im Zürichsee Giftige Blaualgen verderben Badespass

  • Normalerweise tauchen Blaualgen im Zürichsee erst im Oktober auf, wenn das Wasser bereits kälter ist.
  • In zwei Zürcher Gemeinden am See haben sich die sogenannten Cyanobakterien bereits jetzt angesammelt.
  • Auch beim Moossee bei Bern besteht der Verdacht auf die Bakterien.

Aufgetaucht sind die giftigen Blaualgen im Zürichsee vor Horgen und Wädenswil. «Man hat an der Seeoberfläche einen roten Algenteppich gesehen, der typisch für die Burgunderblutalgen ist» bestätigt Mediensprecher Wolfang Bollack von der Zürcher Baudirektion eine Meldung von Radio Zürisee.

Über die Blaualgen

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Bei den Blaualgen handelt es sich um sogenannte Cyano-Bakterien. Sie können sich explosionsartig vermehren und viele verschiedene Gifte abgeben. Ob und welche Gifte produziert werden, hängt dabei von feinen genetischen Unterschieden ab.

Blaualgen sind stets im Wasser vorhanden. Gefährlich werden sie erst bei hohen Konzentrationen. So sollten Kleinkinder und Personen mit geschwächtem Immunsystem in belasteten Gewässern nicht baden. Das Verschlucken von Wasser kann zu Durchfall, Erbrechen oder gar zu Leberschäden führen. Für Hunde kann es tödlich sein, im Algenteppich zu baden.

Dass solche Algen bereits im September im Zürichsee auftreten – also während die Badesaison noch andauert – ist aussergewöhnlich. Normalerweise treiben die Algen erst im Oktober an die Oberfläche, wenn sich das Wasser abgekühlt habe und sich der See durchmische, so Bollack.

Haustiere fernhalten

Der Mediensprecher der Baudirektion rät, die Blaualgen zu meiden. «Die Algen sondern ein Toxin ab. Man sollte schauen, dass Haustiere nicht in solche Ansammlungen hineinschwimmen». Die Badeanstalten in Horgen und Wädenswil haben Warnschilder aufgestellt. Das Strandbad Wädenswil weist beispielsweise darauf hin, dass sich Kleinkinder nicht im Wasser aufhalten sollen. Laut den beiden Badeanstalten sind die Algen aber derzeit kaum mehr sichtbar.

Video
Cyanobakterien im Neuenburger See
Aus Tagesschau vom 31.07.2020.
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Nicht nur im Kanton Zürich, auch in anderen Schweizer Gewässern sind in letzter Zeit Blaualgen aufgetaucht. Im Kanton Neuenburg sind sechs Hunde an einer Vergiftung mit Blaualgen gestorben. Der Kanton hat mehrere Badestrände geschlossen.

Neuer Verdachtsfall auch beim Moossee

Auch im Kanton Bern ist am Sonntag beim Moossee ein Hund gestorben. Ob giftige Bakterien Schuld sind, ist noch nicht klar. Das zuständige Amt für Wasser und Abfall hat dem See Wasserproben entnommen. Dies bestätigt Michael Glücki, Leiter der Bauabteilung Moosseedorf gegenüber SRF News. Resultate werden demnächst erwartet.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 15.09.2020, 17.30 Uhr;

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10 Kommentare

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  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    Wie wirkt die Alge? nur bei Berührung? oder wenn man das Wasser trinkt?
    1. Antwort von Ihr Kommentar (SRF)
      @René Baron Guten Tag Herr Baron, das Verschlucken von Wasser kann zu Durchfall, Erbrechen oder gar zu Leberschäden führen. Es ist deshalb gefährlich, Wasser mit Cyanobakterien zu trinken. Das Gift kann auch durch die Haut aufgenommen werden und in geringen Konzentrationen zu Hautreizungen oder Entzündungen führen. Was genau solche Blaualgenblüten auslöst, ist aber nach wie vor nicht restlos geklärt. Liebe Grüsse, SRF-News Redaktion
  • Kommentar von Dietrich Michael Weidmann  (Dietrich Michael Weidmann)
    Kann man sich irgendwo informieren, ob auch andere Seen betroffen sind? Wie steht es zum Beispiel mit dem Greifensee? Könnte nicht z.B. SRF-Meteo solche Infos bereitstellen (ähnlich wie Skipistenzustandsberichte)? Danke
    1. Antwort von Ihr Kommentar (SRF)
      @Dietrich Michael Weidmann Guten Tag Herr Weidmann, danke für den Input. Informationen zur Wasserqualität der Seen finden Sie hier: https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/wasser/fachinformationen/zustand-der-gewaesser/zustand-der-seen/wasserqualitaet-der-seen.html Liebe Grüsse, SRF-News Redaktion
  • Kommentar von Peter Meier  (pmeier)
    Zu viele Motorboote auf dem See. Es wäre Zeit, die Stinker vollständig zu verbieten. Wäre es nicht ruhig und entspannend, wenn nur Schwimmer, Paddler, Pedalos und Segelboote die Schönheit des Zürisees geniessen könnten, ohne die verdammten Abgase riechen und das Schleudern der Motoren hören zu müssen?
    1. Antwort von Beat Kohler  (bkohler)
      Wie ist jetzt dieser Zusammenhang genau?
    2. Antwort von Manuela Fitzi  (Mano)
      Auch wenn man mich wieder hassen und in die Wüste schicken wird, zum Tausendsten mal: Wer ein Motorboot haben will, wird es haben und verwenden. Insb. in ZH, wo der Begriff Lifestyle eine dominante Bedeutung hat. Sie können auf Eigenverantwortung gerne appellieren, der Tag ist lang, irgendwann werden Sie es müde oder haben auch andere Dinge zu tun. Genau so wird es bei denjenigen ankommen, die konsumsstark sind und konsumieren wollen.