Zum Inhalt springen

Header

Audio
Die Aargauer Plakataktion gibt zu reden: Müssen die Heime Kundschaft anwerben oder umdenken?
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 02.08.2021.
abspielen. Laufzeit 01:51 Minuten.
Inhalt

Image-Kampagne im Aargau Pflegeheime buhlen mit umstrittenen Plakaten um neue Kundschaft

Jasskollegen finden: Der Verband der Aargauer Heime möchte älteren Menschen die Angst vor dem Heim nehmen.

«Ich geniesse die vielen Kontakte im Alterszentrum», «Ich freue mich, wenn meine Familie zum Essen kommt» Oder: «Von meinem Zimmer habe ich eine grossartige Aussicht». Mit solchen Slogans werben Plakate im Aargau für einen Aufenthalt im Pflegeheim. Hinter der Aktion steht der Verband der Aargauer Heime Vaka.

In Coronazeiten haben viele ältere Menschen die Lust am Wohnen im Heim verloren. Todesfälle während der Corona-Wellen, die Angst vor Isolation und dem monatelangen Verzicht auf Besuch ist für sie wenig attraktiv. Diverse Heime mussten wegen der schlechten Auslastung der Betten bereits Stellen streichen, zum Beispiel das städtische Seniorenzentrum in Zofingen. Der finanzielle Druck auf die Alters- und Pflegeheime ist gross.

Legende: Die Aussicht im Heim als Heimvorteil. Horst wirbt für den Aufenthalt im Pflegeheim. zvg/vaka

Plakate mit elf verschiedenen Sujets sollen zeigen, was der sogenannte Heimvorteil für die Bewohnenden eines Pflegeheims sein kann. Von Juli bis Ende August sind die Slogans auf Plakaten und Bussen im Aargau zu sehen. Die Kampagne kommt aber nicht überall gut an, gerade während der noch andauernden Pandemie.

SVP-Kritik an Plakat-Kampagne

Die Plakate wurden unter anderem von der Aargauer SVP-Nationalrätin und Gesundheitspolitikerin Martina Bircher in der Aargauer Zeitung kritisiert. Die Kampagne vermittle ein falsches Bild. Pflegeheime seien für Menschen, die stationäre Pflege nötig hätten, und nicht für die Suche von Jasskollegen konzipiert, findet sie. Heime müssten die Betten nicht zwingend auslasten, sondern nach der Coronakrise allenfalls umdenken und neue Konzepte erarbeiten.

Legende: Plakat im Bahnhof Aarau: Anton wirbt für das Leben im Pflegeheim. SRF

Man wolle mit der Aktion auf keinen Fall ältere Menschen ins Heim «abschieben», sondern ihnen die Angst vor dem Heim nehmen, erklärt der Präsident der Aargauer Heime, André Rotzetter, gegenüber SRF. Das Ziel der Kampagne: Wer ein Pflegeheim für seinen Alltag brauche, solle sich getrauen. Die Situation in den Heimen sei längst wieder anders.

Das Image der Heime entspricht nicht der Realität.
Autor: André Rotzetter Präsident Verband Aargauer Heime Vaka

«Klar, am Anfang gab es schwierige Situationen. Nach zwei bis drei Monaten war das aber vorbei. Es gab wieder Besuch und interne Aktivitäten in den Heimen. Das Image entspricht nicht der Realität», betont Rotzetter.

Der Verband der Aargauer Heime will nach vorne schauen. «Die Pflegeheime, das Personal, die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Angehörigen haben eine belastende Zeit hinter sich. Jetzt wollen die Einrichtungen der Bevölkerung im Aargau zeigen, dass die Pflegeheime für Menschen mit Unterstützungsbedarf ein sicherer und guter Ort zum Leben sind», hält André Rotzetter vom Verband fest und hofft, dass die Plakat-Aktion ihr Ziel erreicht.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 28.07.2021, 06:31 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

23 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    Was sich hier zeigt ist die Kommerzialisierung der Sorge für alte Menschen.
    Eine Sorge die Werbung braucht, da stimmt etwas nicht. Wie weit ist der Graben zwischen Werbung und Realität?
    Schöner Satz: das Image der Heime entspricht nicht der Realität. Werbung ist die Konstruktion eines Image, die meistens nicht identisch ist mit der Realität.
  • Kommentar von Christoph Steg  (cst)
    die impfpflicht für heimbesucher dürfte die angst, dort dann zu vereinsamen, weiter befeuern und die eintrittsmotivation auch nicht beflügeln.
    1. Antwort von Urs Müller  (Jackobli)
      Erstens gibt es (noch) keine Impfpflichtig und zweitens wie kommen Sie auf die abstruse Idee, dass so eine Pflicht die Besucher abschrecken täte.
  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Im Grunde genommen fährt gerade das naive Geschäftsmodell der Ausbeutung der Babyboomer durch die Pflegeindustrie in die Wand …