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Christian Münz: «Gute Idee, jetzt möglichst viele Leute mit einer ersten Dosis zu impfen»
Aus News-Clip vom 05.01.2021.
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Impfdosen-Knappheit Brisante Empfehlung: Zweite Impfdosis soll erst später erfolgen

Mit der zweiten Impfdosis zuwarten, damit so viele Menschen rasch die erste Dosis kriegen können. Was Grossbritannien bereits beschlossen hat, war in der Schweiz bislang tabu. Nun aber schlägt die zuständige Expertengruppe der Covid-Taskforce (Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version des Artikels hiess es irrtümlicherweise, dass es sich um einen Vorschlag der gesamten Taskforce handle) eine Kehrtwende vor: «Man sollte jetzt möglichst viele Leute mit einer ersten Dosis impfen», sagt Christian Münz gegenüber der «Rundschau».

Der Professor an der Universität Zürich leitet die Expertengruppe Immunologie innerhalb der Covid-Taskforce. Studien hätten gezeigt, dass der Grundschutz der ersten Impfung bis zu drei Monate bestehen bleibe, sagt Münz. «Man kann somit das Risiko eingehen, die zweite Impfdosis um bis zu drei Monate zu verzögern».

Empfehlung ans BAG

Das Bundesamt für Gesundheit BAG empfiehlt die zweite Impfung rund vier Wochen nach der ersten Dosis. Die Expertengruppe schlägt nun vor, bis zu drei Mal länger zuzuwarten – solange der Impfstoff knapp bleibt. In den nächsten Tagen wollen die Wissenschafter diese Empfehlung dem BAG und der Eidg. Kommission für Impffragen EKIF unterbreiten.

Sie dürfte umstritten sein: Noch am Diensttag hatte EKIF-Präsident Christoph Berger die Idee vor den Medien verworfen. Er äusserte unter anderem Bedenken, dass Lücken im Impfschutz entstehen könnten. Taskforce-Vertreter Münz hält diese Befürchtung für unbegründet: Studien würden ein anderes Bild zeigen. Es gebe bislang auch keine Hinweise, wonach eine verzögerte zweite Impfung die Bildung von impf-resistenten Viren beschleunigen könnte.

Impfzahlen verdoppeln

Mit einer Verzögerung der zweiten Dosis könnten auf einen Schlag doppelt so viele Menschen wie geplant einen ersten Impfschutz erhalten, argumentiert Immunologe Christian Münz. Dieser Nutzen ist für ihn gross genug, um vom bisherigen Impfplan abzuweichen.

COVID-19ImpfstoffCOVID-19-ImpfungZielgruppenAnzahl Personen(Schätzungen)(Eine Person kann in mehreren Gruppen gleichzeitig sein)Total Zielgruppen 1 bis 4: 7 bis 8 Mio. Impfdosen notwendigca. 3.5 bis 4 Mio. Personen
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131 Kommentare

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  • Kommentar von Manu Meier  (Manuel Meier)
    Es gibt da noch ein weiteres Problem, bei verzögerter 2. Impfung. Was wenn es doch diverse Erkrankungen nach nur erster Impfung gibt? Wie soll man dann den Impfstoff einschätzen? Was für ein Zeichen setzt man damit an die Bevölkerung?
  • Kommentar von Michel Koller  (Mica)
    Die Menge des Impfstoffes, die Verabreichungsmethode und die zeitlichen Abstände sind keine Empfehlungen. Auf diesen Grundlagen wurden die Studien durchgeführt und die Zulassung erteilt. Daran doktert man nun nicht fahrlässig herum. Wir haben auch nicht wirklich einen Mangel an Impfstoffen, sondern er wird, wie erwartet, etappenweise über einen bestimmten Zeitraum ausgeliefert. Das wusste man und wurde auch nicht anders kommuniziert. Experten...
  • Kommentar von Jean-Luc Hadey  (JLHA)
    Lieben Experten. Zweite Dose ihn oder er.
    Normale Impfstoffe Entwicklung und zulassung 8 Jahre (inkl Tieren 2 phase und Menschen 1 phase, versuchen) ich glaube bist Covid Impfstoff hat es nur ein Impfstoff innert 4 Jahr geschaft zugelassen zu werden.
    Oxford (Astra Zeneca, Vektor basierte impstoff) sowie Pfizer (MRNA Prinzip) erreichen innert 8 Monate zugelassen zu werden. Und beiden sind total neuen Entwicklung......
    Spielen wir nicht mit dem Feuer
    1. Antwort von Miloš Komenda  (mikom)
      Nein, wir spielen nicht mit dem Feuer! An mRNA als Medikament wird schon seit über 10 Jahren geforscht. Im Zusammenhang mit Krebs wurden auch schon klinische Tests durchgeführt. Das einzig neue ist, dass das über die mRNA im Körper produzierte Protein als Antigen die Körpereigene Immunität mit der Induktion der Bildung von Antikörpern ankickt. Die mRNA kann im Körper keine Mutationen auslösen, das sie sich nicht ins Erbgut integrieren kann.