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Meine-Impfungen ganz am Ende: Tausende Daten bleiben eingefroren
Aus Espresso vom 25.08.2021.
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Impfdossiers weiter blockiert Meineimpfungen.ch am Ende: Tausende Daten bleiben eingefroren

Die Betreiber der Impfplattform sind pleite und machen ganz dicht. Die Impfdossiers bleiben weiter unter Verschluss.

«Da die finanzielle Situation eine Fortführung des Stiftungszwecks nicht mehr erlaubt, sieht sich der Stiftungsrat gezwungen, bei der Stiftungsaufsicht die Liquidation der Stiftung zu beantragen», teilte die Stiftung «meineimpfungen» am Dienstag mit. Daher habe die operative Tätigkeit in Zusammenhang mit der Plattform meineimpfungen.ch eingestellt werden müssen. Die Daten der Plattform würden sicher aufbewahrt, aber nicht mehr bearbeitet.

450'000 Impfdaten waren manipulierbar

Im Mai wurde die Plattform meineimpfungen.ch wegen Sicherheitslücken eingestellt. Bereits Ende März war bekannt geworden, dass die 450'000 Impfdaten auf meineimpfungen.ch, darunter 240'000 von Covid-19-Geimpften, manipulierbar waren. In der Folge wurden das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (Edöb) aktiv.

Die Plattform wurde deaktiviert und ein Verfahren gegen die Betreiber eingeleitet. Ins Rollen gebracht hatte die Geschichte das Online-Magazin «Republik».

Daten vielleicht für immer unzugänglich

Die Stiftung betrieb die Plattform meineimpfungen.ch im Auftrag des BAG. Nachdem sie im Mai vom Netz genommen worden war, wurden im Hintergrund noch rund 4000 Rückerstattungen abgewickelt und Anfragen für eine Herausgabe der Daten bearbeitet. Das wurde nun alles eingestellt.

Was mit den Daten geschehe, müsse in Konsultation mit der Stiftungsaufsicht, dem BAG und dem Edöb geklärt werden, schreibt die Stiftung. Sollte sich keine Lösung finden, würden die Daten von meineimpfungen.ch für die Nutzerinnen und Nutzer auf absehbare Zeit, allenfalls dauerhaft, unzugänglich bleiben.

 «Eine bodenlose Frechheit»

Dass die auf der Plattform gespeicherten Daten für immer unzugänglich werden könnten, ist aus Sicht der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) inakzeptabel. «Das Bundesamt für Gesundheit und die Verbände FMH und Pharmasuisse, welche meineimpfungen.ch jahrelang finanziert, beworben und im Stiftungsrat mitgetragen haben, dürfen sich nicht aus der Verantwortung stehlen», findet SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder. Man werde rechtliche oder politische Schritte prüfen.

Beim SRF-Konsumentenmagazin sind bereits mehrere Mails eingegangen von Betroffenen, die das Ganze ebenfalls überhaupt nicht goutieren. Ein Hörer schreibt, das sei eine «bodenlose Frechheit.» Das führe zu einem Vertrauensverlust ins Gesundheitswesen.

«Hoffen sehr, dass wir eine Lösung finden»

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In der Trägerschaft der Stiftung «meineimpfungen» war auch eine Vertretung der Vereinigung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH). Deren Sprecherin Charlotte Schweizer sagt gegenüber Radio SRF: «Wir hoffen sehr, dass wir eine Lösung finden, damit die Nutzerinnen und Nutzer wieder Zugang zu ihren Daten kriegen.» Dazu müsste es gelingen, diese Daten auf eine neue, sichere Plattform zu übertragen. Ob und wie das möglich ist, steht noch in den Sternen.

 

Espresso, 25.08.21, 08:13 Uhr;

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Zuberbuehler  (ThomasZub)
    Ich versuche seit Monate an meine Daten heranzukommen. Nichts passierte für lange Zeit, dann wurde ein Formular aufgeschalten. Als Auslandschweizer jedoch nicht ausfüllbar, so schrieb ich wieder eine E-Mail, keine Antwort bis heute. Nun erfahre ich dass meine Daten wahrscheinlich einfach gelöscht werden.

    Es ist richtig dass die Webseite vom Netz genommen wurde. Doch es kann und darf nicht sein, dass die Daten gelöscht werden. Es sind nicht irgendwelche Facebookdaten, es sind wichtige Daten!!!
  • Kommentar von Fred Käser  (Fred Kä)
    Sehr schade, war ein super Service. Aber mit den bestehenden Sicherheitsmängeln war es natürlich richtig, das Portal zu schliessen. Unprofessionell war, dass der Hacker an die Öffentlichkeit ging, statt sich an die Betreiber zu wenden. So hat er einen maximalen Schaden angerichtet, bloss um sich wichtig zu machen.
  • Kommentar von Dieter Strub  (STR)
    Sehr schade. Auch ich habe das Angebot genutzt. Hat alles zu meiner absoluten Zufriedenheit geklappt....bis die "Datenschützer" arbeit gefunden haben.
    Übrigens, es ist mir so was von egal wer von mir weis wann ich gegen welche Krankheit geimpft wurde.
    1. Antwort von Mike Steiner  (M. Steiner)
      ich empfehle Ihnen dringend, sich bezüglich Cyberrisiken, Datendiebstahl und deren Folgen zu informieren. Ihre Nonchalance dem Thema gegenüber ist erschreckend selbstgefährdend. Wenn Sie wüssten...