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Lösung für Fleischimporte, mit der alle zufrieden sind
Aus SRF 4 News aktuell vom 27.08.2020.
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Import von Rohfleisch Streit um Zölle: Bundesrat schliesst «Bündnerfleisch-Frieden»

Der Bundesrat hat wieder gut lachen: Nach zehn Jahren gibt es mit der WTO eine Lösung für Zölle auf Trockenfleisch.

Der Lachanfall von Bundesrat Merz: Ende September 2010 ist der damalige Finanzminister Hans-Rudolf Merz von einem Heiterkeitsanfall geschüttelt worden, als er im Nationalrat über die Problematik beim Import von Bündnerfleisch sprechen wollte. Die Szene ging in die Geschichte ein. Damals wie heute ging es um die Importzölle beim Fleisch.

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Aus dem Archiv: Lachanfall von Bundesrat Hans-Rudolf Merz 2010.
Aus News-Clip vom 20.09.2010.
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Damals wurde Bündnerfleisch und Trockenfleisch anders behandelt als andere Fleischimporte. «Während vieler Jahre wurde Fleisch, das zum Grillieren verwendet wird, und Fleisch, das zu Bündner- oder anderem Trockenfleisch verarbeitet wurde, unterschiedlich bezollt», sagt Samuel Emch, SRF-Wirtschaftsredaktor. Den tieferen Ansatz hatte Bündnerfleisch.

Höhere Zölle ab 2016: Die Zölle für Trockenfleisch wurden schliesslich angehoben. Doch die höheren Zölle passten den Mitgliedern der Welthandelsorganisation (WTO) nicht. «Die Länder, die das Rohfleisch für Bündner- und anderes Trockenfleisch liefern, haben bei der WTO interveniert», erklärt Emch. Es waren südamerikanische Länder. Die WTO gab ihnen recht. «Sie wären deshalb berechtigt gewesen, Gegenmassnahmen zu ergreifen» und hätten Gegenzölle auf Schweizer Produkte erheben dürfen. Daran hatte die Schweiz aber kein Interesse.

Was der Bundesrat beschlossen hat: Die Schweiz erhöht nun das Zollkontingent für rotes Fleisch um 1200 Tonnen pro Jahr. Sie tut das als Kompensation dafür, dass sie gewürztes Fleisch dem gleichen Zolltarif unterstellt wie Frischfleisch. Von den 1200 Tonnen reserviert die Schweiz eine Mindestmenge von 600 Tonnen für den Import von gesalzenem, gewürztem Rindfleisch, das bereits zur Herstellung von Trockenfleisch zugeschnitten ist und zu keinem anderen Zweck verwendet werden kann.

Was die Branche meint: Der Schweizer Branchenverband Proviande ist zufrieden mit dieser Lösung. Diese Einigung werde laut dem Verband keine negativen Auswirkungen haben. «Nach zehn Jahren Verhandlungen sind alle Beteiligten zufrieden», sagt SRF-Wirtschaftsredaktor Emch.

SRF 4 News, 27.08.2020, 06:50 Uhr;

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst Küng  (NestorBS)
    Wenn also Bündner Fleisch nun tatsächlich aus dem Ausland kommt, dann verzichte ich umgehend darauf und kaufe keines mehr! Was ist aber dort wo es heisst Hergestellt in der Schweiz mit Schweizer Fleisch? Kann man sich darauf noch verlassen? BF aus dem Ausland ist nun mal kein Bündner Fleisch. Punkt.
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Warum kommt Schweizer Fleisch für das Bündnerfleisch nicht in Frage? Muss immer alles aus dem Ausland kommen. Bin völlig dagegen. Das Bündnerfleisch benennt ja die Region aus dem es kommt und sollte deshalb Fleisch aus der Schweiz sein. Unverständlich was das da der Bundesrat beschlossen hat.
    1. Antwort von Ruedi Möckli  (rm)
      Bin Ihrer Meinung.
      Erstens sollte die Bezeichnung Buendnerfleisch geschuetzt werden. Auslaendisches Fleisch als "Buendner" zu bezeichnen ist irrefuehrend fuer den Konsumenten.
      Zweitens bestimmt leider der Konsument die Nachfrage. Leider bezahlt dieser oft lieber etwas weniger fuer suedamerikanisches Fleisch, das womoeglich mit Antibiotika, Steroiden, und schlechter Tierhaltung hergestellt wurde, um dann unoekologisch um die halbe Welt verschifft wird.
    2. Antwort von Rolf Wildhaber  (Sueno)
      Ja wirklich. Da wird so ein Theater gemacht, ob Hug seine Guetzli als Schweizerprodukt verkaufen darf, weil er den Zucker importiert und Bündnerfleisch darf einfach Argentinisches Fleisch verwenden.
      Nach welchen Vorschriften dieses hergestellt wird, wissen wir allerdings nicht. Die Bemerkungen von Herrn Möckli müssten mit Nachweis belegt werden.
  • Kommentar von Ramon Bieri  (R. Bieri)
    Diese Nachricht freut mich sehr! Toll, dass sich die Parteien einigen konnten und der Konflikt nicht eskaliert ist.