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Impulsprogramm ist zu wenig Bergtourismus fordert Task Force auf Bundesebene

Legende: Video Bergtourismus fordert eine Task-Force abspielen. Laufzeit 3:59 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.07.2018.

Darum geht es: Mit seinem Impulsprogramm will der Bundesrat dem Schweizer Tourismus aus der Krise helfen. Doch für die Berggebiete würden die Massnahmen zu kurz greifen, kritisieren betroffene Verbände in einem neuen Positionspapier. Sie fordern eine Task Force.

Tourismusstrategie des Bundes

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Im November 2017 beschloss der Bundesrat folgendes:

Mit seiner Tourismuspolitik, Link öffnet in einem neuen Fenster will der Bundesrat zu einer international wettbewerbsfähigen Tourismuswirtschaft sowie zu einem attraktiven und leistungsfähigen Tourismusstandort Schweiz beitragen. Hierzu verfolgt er mit der neuen Tourismusstrategie folgende vier Zielsetzungen:

  1. Rahmenbedingungen verbessern
  2. Unternehmertum fördern
  3. Chancen der Digitalisierung nutzen
  4. Attraktivität des Angebots und den Marktauftritt stärken

Sonderstellung des Bergtourismus: Die darin vorgesehenen Massnahmen würden aber der Sonderstellung des Bergtourismus nur ungenügend Rechnung tragen, finden die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) und der Schweizer Tourismusverband (STV). Die alpinen Destinationen kämpften seit Jahren mit sinkenden Hotelübernachtungen und Skifahrertage, sagte SAB-Direktor und CVP-Nationalrat Thomas Egger (VS). Dabei stelle der Tourismus für die Berggebiete einen strategischen Wirtschaftssektor dar und sei deswegen «too big to fail».

Andere Probleme als Städte: Der Tourismus in den Bergregionen kämpfe ungleich stärker als die Städteregionen mit anhaltend sinkenden Gästezahlen, schreiben die Organisationen. Denn nicht nur die Wirtschaftskrise und der starke Franken, sondern auch mildere Winter, eine wachsende Beliebtheit von Städte- und Fernreisen oder etwa die Zweitwohnungsinitiative sorgen dort seit Jahren für sinkende Einnahmen. Die Tourismuspolitik könne deshalb nur erfolgreich sein, wenn sie diese spezifischen Rahmenbedingungen der Bergregionen berücksichtige und einen entsprechend differenzierten Ansatz verfolge.

Kooperation als Lösung: In ihrem Thesenpapier haben die SAB und der STV deshalb Lösungsansätze für die Krise im Bergtourismus erarbeitet. In den Vordergrund stellen die Organisationen insbesondere eine stärkere Kooperation zwischen den Tourismusdestinationen.

Übergeordnete Entwicklungsstrategien: Um die touristischen Kerninfrastrukturen zu erneuern, sollen in Zukunft übergeordnete Entwicklungsstrategien erarbeitet werden. In den letzten Jahren scheiterten nämlich Veränderungsprozesse im Bergtourismus oft an der Komplexität der Strukturen und den unklaren und zersplitterten Verantwortlichkeiten. Auch ein ganzjähriges Angebot sowie eine stärkere Ausrichtung der Förderinstrumente auf die Produktgestaltung sollen wieder mehr Gäste in die Berge locken.

Koordinationsstelle auf Bundesebene: Die Trendwende könne demnach nur gelingen, wenn die Governance und die Zusammenarbeit im Tourismussystem gestärkt werden. Gefordert seien neben der Branche die politischen Akteure auf allen Stufen, die direkt betroffene Bevölkerung in den Berggebieten, sowie die Forschung und Wissenschaft. Auf Bundesebene müsse als Task Force eine neue Koordinationsstelle für den Tourismus geschaffen werden, in der sowohl die Branche wie auch Vertreter von Bund und Kantonen vertreten sind. Diese müsse die spezifischen Anliegen des Bergtourismus prioritär berücksichtigen.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Nach dem Krieg und vor dem Verdichtungsstress waren die Staats- und Sozialkassen prallvoll und der Schuldenberg des Neutralitaetsschutzes von ueber 100 Prozent des BSP schmolz ab wie Schnee an der Junisonne. Und die Nation fuhr Ski. Heute reichts nur noch dem Geldadel und kinderlosen Teppichetagern fuer Skiferien. Mit dem Abbruch der Massenkaufkraft geht nicht nur der Bergturismus, sondern die ganze Binnenwirtschaft zugrunde....
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  • Kommentar von Patrik Müller (P.Müller)
    Steuergelder für IT Projekte... Dafür fehlt es an der absoluten Basis! Für mich ein Paradebeispiel: Der View-Point am Brünig zum Lungernsee. Keine Hinweistafel keine Toilette manchmal ein hässlicher Imbisstand. Jeder der schon mal in den USA war weiss wie man es besser /attraktiver machen kann. Unsere Pässe: Oben meistens einen Ausbund an kaum überbietbarer Hässlichkeit. Da nützen alle theoretischen "Prozess- und Entwicklungsstrategien" nichts, wenn der Tourist vor Ort abgeschreckt wird.
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  • Kommentar von U.E. Romer (romeru)
    Der nächste Subventionsempfänger steht am Futtertrog des Bundes: Der Bergtourismus. Ich gebe zu, die Branche ist nicht zu beneiden - aber eine neue Taskforce - was soll das bringen? Die Tourismusanbieter haben schon genügend eigene Taskforces. Scheinbar sind diese ebenfalls am Ende des Lateins. Der Tourist kann man nicht in die einheimischen Hotels zwingen. Der klassische Bergtourist gibt es immer weniger - die Multi-Kulti-Gesellschaft tickt anders.
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