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Schweiz In der Schweiz wird weiter nach Gas gesucht

Bislang gilt die Schweiz nicht als reich an Bodenschätzen. Das könnte sich ändern: Gemäss diversen Geologen könnten im Untergrund milliardenschwere Gasvorkommen schlummern. Nach der Romandie rückt jetzt auch die Deutsch-Schweiz ins Visier. Dabei kommt das umstrittene Fracking wieder auf den Tisch.

Legende: Video Fracking im Zürcher Weinland? abspielen. Laufzeit 02:09 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.09.2013.

In einer ehemaligen Kiesgrube im Humlikon (ZH) will die Aktiengesellschaft für Schweizerisches Erdöl (SEAG) schon nächstes Jahr nach Gasvorkommen bohren. Humlikon ist einer von zwölf Orten Schweizweit, an denen die SEAG nach Gas bohren will.

«Es wird eine reine Erkundungsbohrung mit einem kleinen Durchmesser», sagt SEAG-Verwaltungsrat Patrick Lahusen. Damit könne man weder Fracking, noch produzieren, so Lahusen weiter.

«Im Vorfeld wurde uns klar versichert, dass es sich um Probebohrungen handelt, die aufzeigen, was hier im Boden versteckt liegt», bestätigt auch Heinz Vogt, Gemeindepräsident von Humlikon.

«Bei einem Fracking würde ich sehr kritisch reagieren», fährt Vogt weiter fort. Er denke da an die Erfahrungen, die auch in der Ostschweiz gemacht wurden.

Proteste in der Westschweiz

Laut SEAG könnte Fracking auch in Humlikon zur Anwendung kommen. In der Westschweiz regt sich bereits grosser Widerstand gegen diese umstrittene Methode. Einige Kantone wollen Fracking gar verbieten, eine schweizweite Lösung gibt es nicht.

Dem Bundesamt für Energie bereitet dies seit längerem Unbehagen. Walter Steinmann, Direktor im Bundesamt für Energie sagt: «Wir meinen, dass die Kantone gemeinsam mit dem Bund, das Vorgehen definieren und gemeinsame Plattformen schaffen müssten, damit wir wissensmässig alle gleich vorankommen.»

Was ist Fracking?

Beim Fracking wird mit hohem Druck Flüssigkeit ins Gestein gepresst. Das Gestein zerbricht und das im Schiefer gefangene Erdgas wird frei gesetzt. Die Frackingflüssigkeit enthält neben Sand und Wasser zum Teil auch giftige Chemikalien. Das Gemisch fliesst zurück an die Oberfläche, wo Gas und Flüssigkeit aufgeteilt werden.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Udo Buchholz, BBU-Pressereferent, D-48599 Gronau
    Bereits jetzt ruft der BBU (www.bbu-online.de) dazu auf, den internationalen Anti-Fracking-Aktionstag am 19. Oktober in der Bundesrepublik und anderswo mit vielfältigen Aktionen zu unterstützen. Nach dem bunten Aktionstag in der Bundesrepublik Deutschland am 31. August ruft der BBU zur Planung von Protesten am zweiten internationalen Anti-Fracking-Tag auf. (19. Oktober). Erste geplante Aktionen in den USA sind bereits im Internet veröffentlicht. Siehe http://www.globalfrackdown.org/events.
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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    Bei der Erdgas- und Oelsuche ist das Fracking eine Methode um Gas zu finden u. allenfalls zu fördern. D.h. aber nicht, dass ausschliesslich Fracking für die Gassuche angewandt wird. Falls konventionell danach gesucht wird, d.h. mit Bohren alleine, ist das längst nicht so zweifelhaft und kann auch hier mit der nötigen Vorsicht, wie bereits früher in den Gasfeldern von NL-Grondingen und DE-Emsland durchgeführt werden.
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  • Kommentar von Patrik Schaub, 4455 Zunzgen
    Unfassbar - Abgesehen davon, ob diese Bohrungen ins Grüne treffen oder nicht, schon wieder will die CH nur profitieren. Ich hoffe doch sehr, dass dieses gefundene Erdgas - am liebsten schon gestern -, nach erfolgreicher Ausbeutung, wenn schon nicht nach Afrika (Arbeit schon erledigt), immerhin in den Balkan (Geberschuld) verschenkt wird! Das wäre auch das Mindeste - Muss man sich mal vorstellen: Die CH, ein Land mit Banken UND Bodenschätzen ... ? ... Wie rassistisch!
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