Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Informatik-Projekt des Bundes abspielen. Laufzeit 02:12 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.05.2019.
Inhalt

Informatikprojekt des Bundes Monsterprojekt im Gegenwind

  • Das neuste Informatik-Projekt des Bundes wird deutlich teurer als vorerst angenommen.
  • Die Zentralisierung der Systeme sorgt in den Departementen für Verstimmung.
  • Die Schweizer Digitalbranche bemängelt das Beschaffungsverfahren.

«Superb23» und «ERPSYSVAR» sind abstrakte Namen, die viel politischen Zündstoff enthalten. Sie stehen für die neu geplanten Softwareplattformen der zivilen Bundesverwaltung und der Armee. Vor einem Jahr lagen die Kostenschätzungen des Bundes für die beiden Projekte noch bei 650 Millionen Franken. Mittlerweile ist die Rede von 930 Millionen.

Gegenüber SRF begründet Peter Fischer, der Delegierte des Bundes für Informatiksteuerung, die neuen Kostenschätzungen. «Wir sind immer noch in der Planungsphase. Es handelt sich also nicht um Kosten, die aus dem Ruder gelaufen wären, sondern wir wissen durch Analysen und weitere Vertiefungen, welche Aufwände anfallen.»

Legende: Video Peter Fischer: «Wir sind immer noch in der Planungsphase» abspielen. Laufzeit 00:12 Minuten.
Aus News-Clip vom 25.05.2019.

SAP stellte den Bund vor vollendete Tatsachen

Allein in der Bundesverwaltung werden über die IT-Plattform 450'000 Lohnabrechnungen, 1,2 Millionen Zahlungen oder 100'000 Stellebewerbungen abgewickelt. 2016 teilte der deutsche Softwareanbieter SAP dem Bund mit, ab 2025 unterstütze er die bestehende Plattform des Bundes nicht mehr.

Kurz darauf beschloss der Bundesrat weiterhin auf SAP Lösungen zu setzen. Durch diesen Strategieentscheid wurde die Erneuerung nicht mehr als Gesamtprojekt ausgeschrieben.

Strategieentscheid mit Folgen für Schweizer Unternehmen

Für die Schweizer Digitalbranche bleiben damit nur die Zusatzarbeiten am Projekt. Entsprechend zurückhaltend ist das Interesse der Schweizer Firmen am mehr als Millionen Franken teuren Projekt. Jean-Marc Hensch, Geschäftsführer des Wirtschaftsverbands für die digitale Schweiz (SWICO) sagt, von seinen Mitgliedern erfahre er zunehmend, dass sie gar nicht mitarbeiten mögen, «das Problem ist, dass sich der Markt dadurch verengt und der Preis entsprechend höher wird».

Dem Entscheid des Bundesrats, weiterhin auf SAP Lösungen zu setzen, ging eine umfassende Marktanalyse aus. «Die Migration auf SAP ist eindeutig die wirtschaftlichste, risikoärmste und damit beste Lösung für den Bund», rechtfertigt der Delegierte des Bundes für Informatiksteuerung den Beschaffungsprozess.

Bundeshaus.
Legende: Alles unter einem Dach. Dies der Plan für das neuste IT-System des Bundes. Keystone

Angst vor Autonomieverlust in den Departementen

Mit der Gesamterneuerung sollen sämtliche Informatikprozesse der zivilen Bundesverwaltung standardisiert und zentralisiert werden. Die Prozesse sollen dafür zukünftig im Finanzdepartement zusammenlaufen. Dies hat in den anderen Departementen für Verstimmungen gesorgt. Dennoch will der Bund aus Kostengründen am geplanten Kurs festgehalten.

Bundesrat hat das Projekt blockiert

Die stark gestiegenen Kostenschätzungen haben den Bundesrat dazu veranlasst, das Projekt vorläufig zu blockieren. Die IT-Erneuerung läuft über das Finanzdepartement von Ueli Maurer. Von ihm will die Regierung nun weitere Informationen. Langfristig sollen durch die Erneuerung 1000 Stellen beim Bund eingespart werden. Eine Rechnung, die der Bundesrat nun prüft, bevor er grünes Licht für das Monsterprojekt geben will.

«Tagesschau» 19.30 Uhr

Logo der Sendung «Tagesschau»

Mehr zum Thema sehen Sie heute in der «Tagesschau» auf SRF 1 um 19.30 Uhr.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

19 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.