Zum Inhalt springen
Inhalt

Schweiz Initiative zur Ernährungssicherheit – zu einseitig?

Der Bundesrat will der Initiative für Ernährungssicherheit des Schweizer Bauernverbandes einen direkten Gegenentwurf gegenüberstellen. Dessen Ziel sei es, den Begriff ebenfalls in die Verfassung aufzunehmen, sagte Johann Schneider-Ammann – jedoch in einem umfassenderen Sinn.

Legende: Video Schneider-Ammann: Versorgungsquote von 60 Prozent sicherstellen abspielen. Laufzeit 01:08 Minuten.
Aus News-Clip vom 29.10.2014.

Mit der Initiative «Für Ernährungssicherheit» des Bauernverbandes (SBV), die letzten Sommer eingereicht wurde, sollen die einheimische Lebensmittelproduktion gestärkt und die Rahmenbedingungen für die Bauern verbessert werden.

Der Bundesrat will die Ernährungssicherheit als solche zwar ebenfalls in der Verfassung verankern. Er beschloss aber, dem Anliegen einen direkten Gegenvorschlag gegenüberzustellen. Den Entwurf dazu hat Bundesrat Johann Schneider-Ammann heute anlässlich einer Medienkonferenz vorgestellt.

Import von Nahrungsmitteln gewährleisten

Das geltende Recht gewährleiste zwar bereits die Ernährungssicherheit für die Schweiz. Der Begriff sei jedoch nicht explizit in der Verfassung festgeschrieben. Die SBV-Initiative schliesse diese Lücke nicht vollständig und nur einseitig, kritisierte er, da sie lediglich auf die inländische landwirtschaftliche Produktion fokussiere.

«Allein damit ist die Ernährungssicherheit nicht zu haben», sagte Schneider-Ammann. Der Selbstversorgungsgrad der Schweiz liege heute bei 60 Prozent. 40 Prozent der Lebensmittel würden importiert. Das werde auch künftig so bleiben.

Mit seinem Gegenvorschlag will der Bundesrat das Konzept der Ernährungssicherheit deshalb umfassender definieren als der SBV. Er hat die «Unterstützung der globalen Ernährungssicherheit» sowie die «Sicherstellung der Leistungsfähigkeit der Wertschöpfungskette» als Ganzes in seinen Entwurf eingebracht.

«Grösste Herausforderungen der Zukunft»

Der Bundesrat legt damit inhaltliche Schwerpunkte mit einem langen Zeithorizont fest. Denn langfristig genügend Lebensmittel in ausreichender Qualität zur Verfügung zu stellen, gehört nach Ansicht von Schneider-Ammann zu den grössten Herausforderungen der Zukunft.

Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung, und Forschung (WBF) hat nun den Auftrag, für das erste Halbjahr 2015 eine entsprechende Vernehmlassung vorzubereiten.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

13 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    "Der Selbstversorgungsgrad der Schweiz liege heute bei 60%", so BR Schneider- Ammann. Nun, das kann man ja ändern, indem weniger Kulturland verbaut wird. Und weniger Kulturland muss zu gebaut werden, wenn weniger Menschen hierher kommen & hier leben wollen. Nach dem 2. W.K gab es eine Bestimmung, dass überall wo neue Häuser gebaut wurden immer genügend Grünfläche für einen Teil der Selbstversorgung frei bleiben musste. Man sollte sich je länger je mehr darauf zurück besinnen!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      Trotz Anbauschlacht konnte sich damals die CH nicht ausreichend selbst versorgen. Wollten Sie tatsächlich eine reine Selbstversorgung, dann müssten praktisch alle Esser auf Fleisch, zumindest auf Schwein grundsätzlich verzichten und nur noch Kohl und anderes Grünfutter konsumieren. Ein enorm hoher Anteil der landw. Flächen wird für die Futtermittelerzeugung der Schweine verwendet ... Ansicht ein blanker Unsinn. Übrigens der Logik halber: Alle Menschen wollen essen, egal wo sie leben ... ...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @L. Kunz: Fleisch gehört aber nicht zum Grundnahrungsmittel! Und etwas weniger Fleisch zu essen, schadet auch nicht. Aber richtig! Heute durch das verdichtete Bauen & viel mehr Menschen, welche die Schweiz mittlerweile beherbergt, ist es schwieriger geworden. Aber Fakt ist eben auch, dass wir viele Tonnen an Lebensmitteln weg werfen, also einen Überfluss davon haben. Ohne diese Verschwendung dürften wir mit 60% Eigenproduktion hinkommen. Knapperes Angebot = weniger Verschwendung, oder?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Matthias Rauh, Bern
    Befindet sich unsere Regierung bereits im Würgegriff der Agrarindustrie? Es braucht eine Bewegung, die unser Bewusstsein fördert: was essen wir, wo wurde die Nahrung hergestellt und wie gehts den Menschen, die mit ihren Produkten täglich unsere Regale füllen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Charles Halbeisen, Bronschhofen
    Auch mit der Hälfte des heutigen Verbrauchs würde wohl keine Schweizer hungern. Vielleicht würden einige Bäuche etwas kleiner und die Leute wären etwas gesünder.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Nathalie Zimmermann, Effretikon
      Dann iss du doch mal die Hälfte. Ab jetzt.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @Ch. Halbeisen: Stimme Ihnen zu! Sowieso wenn man bedenkt, wie viele Tonnen an Lebensmitteln im Müll landen. Wäre eine interessante Gleichung zu den fehlenden 40% die wir importieren müssen. Aber Fakt ist auch, dass wir mittlerweile ein Überangebot haben, gerne im Überfluss schwelgen & "die Augen eben oft grösser sind als es der Hunger ist."
      Ablehnen den Kommentar ablehnen