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Instinktpolitiker Toni Brunner Schlau, berechenbar, populär

23 Jahre stand der Toggenburger für die SVP im Rampenlicht. Ein launiger Rückblick auf eine selbst erklärte Frohnatur.

Legende: Video Toni Brunner verabschiedet sich abspielen. Laufzeit 01:37 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 24.11.2018.

Er war einfach der Toni. Und mitunter porträtierte er sich etwa in einem Interview gleich selbst – noch bevor man richtig fragen konnte, wer er eigentlich ist, dieser Toni aus dem Toggenburg?

«Er ist der Präsident der SVP, er ist Landwirt, er ist lebensfroh, dem Leben zugeneigt. Ich würde sagen, es gibt hier im Bundeshaus unsympathischere Menschen als Toni Brunner», sagte Brunner lachend vor drei Jahren in einer Radio-Wahlsendung.

Dieses Lachen, das laute Markenzeichen von Brunner, dieser Frohnatur. Diesem rechten Instinkt- und Ausnahmepolitiker, diesem einstigen Zögling von SVP-Übervater Christoph Blocher.

Den Toni, den kann man überall hinschicken, der erzählt nie einen Seich.
Autor: Christoph BlocherSVP-Urgestein

Blocher hat mal über Brunner gesagt: «Den Toni, den kann man überall hinschicken, der erzählt nie einen Seich.» Brunner war für viele Volksparteiler, mehr als ein Hoffnungsträger: eine Lichtgestalt.

Pickelhart auf der Parteilinie

Als SVP-Listenfüller war er vor 23 Jahren angetreten, wurde überraschend nach Bundesbern gewählt, befehligte und prägte 8 Jahre lang die SVP, die stärkste politische Kraft des Landes. Der Wähleranteil lag bei fast 30 Prozent.

Brunner war aber kein dossierfester Sachpolitiker – er war ein Kommunikator: schlau, berechenbar, populär. Und er politisierte immer pickelhart auf der Parteilinie. Das gilt sowohl für die Asyl- und Ausländerpolitik als auch für Europa. Sein grösster Triumph: Der Sieg mit der Masseneinwanderungs-Initiative im Februar 2014.

Misserfolge lachte er weg

Brunners grösste Niederlage war das grandiose Scheitern der SVP beim Versuch, den verlorenen Bundesratssitz von Christoph Blocher zurückzuholen – im Dezember 2011. Brunner konnte austeilen – aber ebenso einstecken. Misserfolge lachte er mitunter einfach weg – auch wenn sie schmerzten. Wie zum Beispiel die beiden Niederlagen bei den St. Galler Ständeratswahlen.

Brunner und die SVP allein – gegen alle andern. Das liebte er, selbst beim Jassen: «Wir zwicken im Toggenburg. Das ist ein richtiger SVP-Jass: du hast keine Partner, nur Gegner.»

Jetzt legt Brunner, der 44-Jährige, die Karten auf den Tisch. Die Trümpfe hat er alle gespielt. Der Toni steht auf und geht. Nach Hause ins Toggenburg nicht nach Bern, dort, wo er immer widerwillig eine Krawatte umbinden musste.

Legende: Video Aus dem Archiv: Toni Brunner tritt als Parteipräsident zurück abspielen. Laufzeit 05:40 Minuten.
Aus Tagesschau vom 09.01.2016.

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37 Kommentare

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  • Kommentar von P. Stettler (SVP_Basel)
    Toni Brunner. Wir durften uns einige Male begegnen. ich Sage dir das dann noch alles persönlich. Wenn Du hier mitgelesen hättest würdest du mit deinem ansteckenden lachen darauf reagieren. Da wird gar dein Lohn auf diesen du nun freiwillig verzichtest angeprangert. Denn natürlich nur Du als Parlamentarier verdient hast. Deine Meinung sei verständlich und nicht unverständlich. Was schlecht sei zum nachdenken...Ein Traum. Alles Gute mein Freund. Danke für deine grossartige Arbeit für die Schweiz
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  • Kommentar von A. Zuckermann (azu)
    Er hat als Politiker Fr. 144`000.- verdient und nebenbei noch Fr. 35`000.- Landwirtschaftssubventionen vom Staat erhalten… aber dann gegen den Staat wettern, den Sozialhilfeempfängern die Leistungen kürzen und sparen bei den Alten und Kranken, Bildungsausgaben kürzen… ja ja, so geht das!
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    1. Antwort von P. Stettler (SVP_Basel)
      A. zuckermann. jeder Politiker erhält das. und Subventionen für Bauern sind dennoch für harte Arbeit gedacht.und nicht alles als Bargeld gedacht. 3. Weder Brunner noch die SVP hatten jemals die Mehrheit.Subventionen erhalten links dominierte Berufszweige wesentlich mehr. Aktuell durch die Energiestrategie.
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  • Kommentar von Martin Gebauer (Gebi)
    Politisch sind Herr Brunner und ich uns sehr fern. Als Mensch - so wie ich ihn habe wahrnehmen können - wirkt Herr Brunner immer aufrichtig. Er verkörpert den ehrliche Politiker, bei dem Verpackung und Inhalt kongruent sind. Sicher kein Karrierist, dem es vor allem darum geht, seinen Kopf ständig in den Medien zu sehen. Seine frohe, natürliche,humorvolle Art, sein souveräner Umgang mit Niederlagen und seine Fähigkeit, Menschen zu begeistern sind herausragend. Ich wünsche ihm alle Gute.
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