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Intelligente Stromzähler Die Lösung ist teuer und heikel

In Zukunft sagen Computer allen Stromverbrauchern, wann es am besten ist, Waschmaschine, Geschirrspüler und Co. zu benutzen. Dafür braucht es eine Menge sensibler Daten.

Legende: Audio Smart Meter: Eine teure und problematische Zukunft? abspielen. Laufzeit 01:56 Minuten.
01:56 min, aus HeuteMorgen vom 17.10.2018.

2027 soll die Schweiz intelligenter sein als heute – das ist beschlossene Sache. In den meisten Haushalten soll es bis dahin ein sogenanntes Smart Meter geben. Das ist ein intelligenter Stromzähler. Er meldet den Stromverbrauch direkt den Stromlieferanten, er merkt, wenn Strom teurer wird, und er weiss, wie man Strom am besten einsetzt.

Der Stromzähler teilt Herrn und Frau Schweizer also bald mit, wann sie am besten die Waschmaschine anwerfen, weil Strom gerade günstig ist. Nun zeigt sich aber, dass diese schöne neue Welt einfach so nicht funktionieren wird.

Stromzähler liegen auf dem Abfall
Legende: Alte Stromzähler werden wohl bald nur noch im Entsorgungshof zu sehen sein. Keystone

Das Bundesamt für Energie schreibt: «So gibt es in der Schweiz heute gleich drei parallele Datenaustauschsysteme. Viele Prozesse werden zudem noch manuell geführt. Dieser Wilde Westen der Digitalisierung im Strombereich verursacht Probleme mit der Daten- und Prozessqualität.» Das heisst: Die Stromversorger können die Daten nicht innert nützlicher Frist austauschen.

Bundesrat will zentrale Lösung

Angedacht ist eine neue Institution, die zentral alle Daten der Stromverbraucher speichert. Eine Organisation, die dem Bund gehört, ein bisschen wie beim Swiss Pass der SBB.

So hätten alle, die Strom verkaufen, Zugang zu allen Daten. Das fördere den Wettbewerb und es sei effizient, zum Beispiel wenn einer einen neuen Stromversorger sucht. Wenn der Bundesrat in diesen Tagen sein neues Gesetz zur Stromversorgung verabschiedet, geht es nicht zuletzt um Datenverarbeitung und freien Markt.

Offene Fragen im Datenschutz

Natürlich ist beides nicht gratis zu haben. Die neue Organisation kostet Geld. Geld das die Stromverbraucher bezahlen müssten. Wie viel, weiss man noch nicht. Zudem ist die neue Organisation heikel, was den Datenschutz angeht.

Es wird möglich sein, zu sehen, wer seinen Strom wofür braucht. Eine willkommene Quelle für Hacker, die in die Privatsphäre von Menschen eindringen wollen.

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42 Kommentare

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  • Kommentar von Herbert Sontheim (Tagi1062887)
    Die sugerierten Stromspar-Effekte treten in der Praxis nicht ein. Wegen dem durch Netzteile, Stromsparlampen und LED-Beleuchtung 'gestörten' Stromfluss beim Verbraucher tritt sogar das Gegenteil ein, die Stromrechnung wird grösser. Das ist bei den konventionellen Ferraris-Zählern nicht der Fall. Mit der Zwei-Wege-Kommunikation zwischen Smart Meter und Stromanbieter (Internet, Funk, Power Line) entstehen Probleme bezüglich Datenschutz , Sicherheit und Gesundheit. Das ist kein Fortschritt.
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  • Kommentar von Jos Schmid (Jos Schmid)
    Christian Weber: Da haben Sie natülich recht. Vielleicht müsste man die Stomproduktion genossenschaftlich produzieren, um wie ein Eigendachbesitzer dazustehen?
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  • Kommentar von Martin Hess (MH)
    9 Jahre bis Einführung und das in Zeiten von IOT, 5G, VR und AR. Was ist denn das für eine Industrie? Da schläft mir ja das Gesicht ein.
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