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Internet-Kriminalität Betrüger ködern Opfer mit Traumwohnung

Immer wieder platzieren Betrüger gefälschte Inserate auf Online-Plattformen. Die Betreiber versuchen dies zu verhindern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine schöne 2,5-Zimmerwohnung, mitten in der Stadt Zürich für 1070 Franken im Monat: Ein Traum für jeden Wohnungssuchenden.
  • Wer sich auf das Inserat meldet, bekommt in jedem Fall eine Zusage.
  • Die erste Miete soll über einen Airbnb-Link gezahlt werden.
  • Ein offensichtlicher Betrug.

Eine lichtdurchflutete 2,5-Zimmerwohnung, mitten in der Stadt Zürich, mit Waschturm für 1070 Franken im Monat: Ein Traum für jeden Wohnungssuchenden in der grössten Stadt der Schweiz. Doch wer sich auf das Inserat im Portal «Ron Orp» meldet, bekommt in jedem Fall eine Zusage.

In geschwätzigem Ton erzählt die angebliche Wohnungsinhaberin Anya Ceballos per Mail aus ihrem Leben. Sie komme aus Madrid und sei 56 Jahre alt: «Ich habe einen schönen Ehemann, Armando Ceballos, und eine 26-jährige Tochter, Sofia. Ich bin sehr stolz darauf, dass ich bald eine Grossmutter werde :).» Da die Tochter nun nicht mehr in Zürich studiere, möchte man ihre Wohnung vermieten.

Verwaltung hat noch nie von Anya Ceballos gehört

Die Geschichte ist erstunken und erlogen. Die Wohnung gibt es tatsächlich, die zuständige Verwaltung hat jedoch weder von einer Anya noch einer Sofia Ceballos je etwas gehört. Auch liege der Mietzins deutlich unter dem tatsächlichen Preis. Wie die Betrüger an Fotos aus der Wohnung gekommen sind ist unklar, sie stammen offenbar nicht aus alten Inseraten.

Wer Anya Ceballos antwortet, kommt dem Kern ihres Anliegens näher: Bei echtem Interesse lasse sie einem einen Airbnb-Link zur Wohnung zukommen, schreibt sie. Dort soll man die Wohnung für einen Monat buchen und die erste Monatsmiete zusammen mit der Kaution einzahlen, insgesamt über 2000 Franken. Darauf werde sie sofort nach Zürich fliegen und den Schlüssel übergeben.

Airbnb warnt vor gefälschten Seiten

Das Geld wäre jedoch verloren: Airbnb schreibt auf Anfrage des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso», die Masche sei bekannt und der Name Airbnb werde von Internetbetrügern missbraucht, weil die Plattform als vertrauenswürdig gelte. Internetadressen sollten sorgfältig geprüft werden, insbesondere, ob sie mit «https://» beginnen.

Das Portal «Ron Orp» hat sofort reagiert und das Inserat gelöscht. Co-Geschäftsführer Romano Strebel erklärt gegenüber «Espresso», man habe Massnahmen ergriffen, um solche Betrugsversuche zu verhindern. Um ein Wohnungs-Inserat zu platzieren, müsse fortan eine Schweizer Handynummer angegeben und verifiziert werden. Ausserdem würden Mitarbeiter die Inserate prüfen, eine hundertprozentige Sicherheit gebe es jedoch nicht.

So erschien letzte Woche auch noch einmal ein gefälschtes Inserat – Eine 3-Zimmerwohung im Zürcher Niederdorf für 1000 Franken pro Monat. Nach dem Hinweis von «Espresso» wurde auch dieses Inserat sofort gelöscht und der Urheber auf eine Blacklist gestellt.

Betrüger werden immer professioneller

Auch die grössten Immobilien-Plattformen der Schweiz, Homegate und Immoscout24, können solche Fälle nicht ausschliessen. Sie würden jedoch sämtliche Inserate prüfen, schreiben die Portale auf Anfrage. Immoscout24 weist jedoch darauf hin, dass Betrüger immer professionell arbeiten würden, und auch zum Beispiel die angeblichen Mietzinse seien nicht mehr auf den ersten Blick ein Hinweis auf einen Betrug.

Dennoch sei insbesondere bei äusserst attraktiven Angeboten Vorsicht geboten und weitere Nachforschungen über Kontaktangaben oder Standort der Liegenschaft angezeigt. Ausserdem solle man jegliche Art von Vorauszahlung vermeiden. Laut Homegate sollte man besonders während den Sommerferien und zur Weihnachtszeit wachsam sein, dann würden sich jeweils Betrugsversuche häufen.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von H. Svec  (H.S.)
    Mit den Schweizern lassen sich gute Geschäfte machen... Ein Paar Tausend Franken riskieren und verlieren ist kein Beinbruch, andere haben auf der Bank genug Cash für den "Enkel" und es bleibt trotzdem noch genug, damit man sich nicht im Geringsten einschränken muss.
  • Kommentar von Edi Steinlin  (Chäsli)
    Falls man die Betrüger erwischt erwartet sie von unserer Kuscheljustiz eine bedingte Geldstrafe.